Neugestaltung des Areals RákosrendezőVom Brachland zur 15-Minuten-Stadt
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Andreas Müller
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Ein internationales Planungsteam unter Leitung des französischen Büros Coldefy hat den Wettbewerb für die Neugestaltung des Areals Rákosrendező in Budapest gewonnen. Das bislang brachliegende Gebiet soll in den kommenden 15 Jahren zu einem grünen, gemischt genutzten Stadtquartier nach den Prinzipien der 15-Minuten-Stadt transformiert werden.
Ein internationales, multidisziplinäres Team unter der Leitung des französischen Architekturbüros Coldefy hat einen bedeutenden Wettbewerb zur Erstellung eines Masterplans für Rákosrendező in Budapest gewonnen.
Coldefy, Cityförster, Sporaarchitects, Treibhaus.Land und Marko&Placemakers gewinnen den Masterplan-Wettbewerb für Rákosrendező in Budapest mit einem landschaftsorientierten Ansatz.
Ein internationales, multidisziplinäres Team unter der Leitung des französischen Architekturbüros Coldefy hat einen bedeutenden Wettbewerb zur Erstellung eines Masterplans für Rákosrendező in Budapest gewonnen. Auftraggeber ist das Budapest Capital Asset Management Centre im Namen der Stadt Budapest. In den kommenden fünfzehn Jahren soll das bislang untergenutzte Brachgelände in einen neuen, lebenswerten und grünen Stadtteil transformiert werden.
Mischnutzung und mehr als 10‘000 Wohnungen
Das Areal liegt auf der Pester (östlichen) Seite der ungarischen Hauptstadt, nordöstlich des Stadtzentrums, und galt lange als „Rostgürtel“ der Stadt. Der Masterplan sieht vor, das Gebiet in ein gemischt genutztes, landschaftlich geprägtes Quartier mit über 10‘000 Wohnungen, verbesserten Verkehrsanbindungen sowie gewerblichen und öffentlichen Nutzungen zu entwickeln. Ziel ist eine umfassende Stadterneuerung nach den Prinzipien der 15-Minuten-Stadt. Die Jury lobte den Entwurf als „starke, unverwechselbare städtebaulich-architektonische Vision“ und hob insbesondere die „hohe Lebensqualität des Wohnumfelds“ sowie die „außergewöhnliche Qualität der öffentlichen Räume“ hervor.
Sechs Teilquartiere mit jeweils eigener Identität werden das öffentliche Leben aktivieren.
Der Entwurf bietet eine klare, menschenzentrierte städtebauliche Lösung, die Landschaft und ökologische Kontinuität in den Mittelpunkt stellt. Sechs Teilquartiere mit jeweils eigener Identität werden das öffentliche Leben aktivieren, jeweils mit einem lokalen Zentrum – vergleichbar mit den historischen Stadtvierteln im inneren Budapest.
Bahnhof Rákosrendező wird zum multimodalen Verkehrsknotenpunkt
Der bestehende Bahnhof Rákosrendező wird zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt umgebaut und bildet das Zentrum eines der Teilquartiere. Er wird an eine verlängerte Metrolinie, eine neue Straßenbahnlinie sowie ein Netz für den Fuß- und Radverkehr angeschlossen. Das umliegende Gebiet wird eine dichte Mischung aus Büros, Hotels, Einzelhandel und Dienstleistungen aufnehmen. Der Bahnhof verbindet künftig die östlichen und westlichen Teile des Quartiers und stärkt zugleich die Einbindung in das regionale und überregionale Verkehrsnetz.
Vor dem Bahnhof entsteht ein neuer Platz als ganzjährig nutzbarer öffentlicher Raum für Märkte, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen. Bäume, Wasserflächen und schattige Bereiche prägen diesen Ort, der zugleich als neues Entrée und identitätsstiftendes Zentrum des Quartiers dient. Der dichte urbane Kern geht schrittweise in mittlere und niedrigere Wohnbebauung über, eingebettet in ein Netz neuer Grünräume beidseits der Bahntrasse. Der starke Fokus auf den öffentlichen Verkehr ermöglicht weitgehend autofreie Wohnstraßen und Plätze und setzt damit einen Kontrapunkt zur bisherigen autoorientierten Stadtentwicklung.
Landschaft als zentrales Element: „Blau“ und „grün“ kombiniert
Die Verbindung zur Natur ist ein zentrales Element des Masterplans. Dazu gehört die Kombination aus „blauer Infrastruktur“ (Wasserstrukturen) und „grüner Infrastruktur“ (Naturräume). Herzstück ist ein 15 Hektar großer Waldpark, der über lineare Grünzüge und den renaturierten Rákos-Bach mit dem Quartier verbunden wird. Entlang des Bachlaufs entstehen zugängliche Uferbereiche mit Terrassen, Wegen und Aufenthaltsorten.
Kombination aus „blauer Infrastruktur“ (Wasserstrukturen) und „grüner Infrastruktur“ (Naturräume).
Ein neuer „Railway Park“ wird über die Bahn hinweg mit dem Waldpark verbunden und bildet einen bedeutenden Grünraum für den Norden Pests. Er umfasst Wiesenflächen, Veranstaltungsbereiche und einen zentralen See. Jenseits des Bachs wird eine fragmentierte Landschaft zu einem zugänglichen Sport- und Freizeitareal mit Außenanlagen und einer weiteren neuen Metrostation umgestaltet.
Umnutzung von Bahnbauten und Depots
Der Entwurf sieht außerdem die Umnutzung ehemaliger Bahnbauten und Depots zu einem neuen Kulturzentrum vor, das auch eine Stadtbibliothek und ein Eisenbahnmuseum umfasst. Ein zusammenhängender Ring öffentlicher Räume durchzieht das Quartier, verbindet Nachbarschaften und kulturelle Einrichtungen und öffnet sich zu angrenzenden Stadtteilen, sodass eine kohärente städtebauliche Integration entsteht.
Zoltán Neville, Partner bei Coldefy, erklärt: „Das Projekt versteht sich als offenes, anpassungsfähiges und inklusives Stadtgefüge. Statt starrer Vorgaben schlagen wir offene Systeme und räumliche Erzählungen vor, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln – geprägt durch Nutzung und Interpretation. So entsteht ein Ort, der der Zukunft gehört. Unser Entwurf lernt aus der Vergangenheit Budapests, setzt sich mit der Gegenwart auseinander und bereitet den Weg für das Kommende.“
Stand: 16.12.2025
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Kein Abschluss, sondern ein neuer Anfang
Gergely Karácsony, Bürgermeister von Budapest und Vorsitzender der Jury, sagte: „Im Bewertungsprozess wurden die eingereichten Vorschläge anhand zahlreicher Kriterien detailliert geprüft. Die Entscheidung ist das Ergebnis einer komplexen Abwägung, welches Konzept die überzeugendste Antwort auf die Zukunft des Areals bietet. Tatsächlich schließen wir keinen Prozess ab, sondern beginnen einen neuen: Wir haben nun das Team, mit dem wir in den kommenden Jahren zusammenarbeiten werden – und das ist das wichtigste Ergebnis dieses Wettbewerbs.“