1,6 Millionen-Projekt von Immersight Rückbau gefährlicher Orte

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

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Das Ulmer Technologie-Startup Immersight GmbH hat das Projekt 3D-Vizard für Rückbau und Sanierung von gefährlichen Orten wie Atomkraftwerken gestartet. Gefördert wird das Projekt mit über 900.000 Euro vom Land Baden-Württemberg in Rahmen von Invest BW.

Exemplarische Darstellung eines Atomkraftwerks mit einer 360-Grad-Kamera.   (Bild:  Immersight GmbH)
Exemplarische Darstellung eines Atomkraftwerks mit einer 360-Grad-Kamera.
(Bild: Immersight GmbH)

Deutschland steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Millionen Gebäude müssen modernisiert werden, um mehr Wohnraum zu schaffen und die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig müssen alte Industrieanlagen und Kraftwerke sicher zurückgebaut werden. Das Problem: Bisher herrscht auf vielen Baustellen noch ein Chaos aus Papierlisten, Fotoordnern und unübersichtlichen Excel-Tabellen. Ein Konsortium unter Führung der Immersight GmbH aus Wirtschaft und Wissenschaft in Baden-Württemberg will das jetzt ändern. 

In 60 Sekunden zum digitalen Abbild 

Unter dem Namen 3D-Vizard entwickeln die Experten eine Lösung, die gefährliche Orte – etwa Räume mit Asbest-Belastung oder Atomkraftwerke – digital erfassbar macht. Der Clou: Es ist kein teures Spezialgerät wie Laser oder Lidar nötig. Ein herkömmliches Smartphone oder eine 360-Grad-Kamera genügen. „Wir wollen den Sanierungsprozess radikal vereinfachen“, erklärt die Projektleitung von Immersight. „Mit unserer Technologie lässt sich eine Fläche von 100 Quadratmetern in weniger als 60 Sekunden erfassen.“ Eine KI analysiert die Bilder sofort und erkennt automatisch Gefahrstoffe wie Asbest oder schädliche Fugenmaterialien.

3D-Vizard: Sicherheit durch „virtuellen Zwilling“

Aus den Aufnahmen entsteht ein so genannter virtueller Zwilling, also ein detailgetreues 3D-Abbild des Raums am Computer. Das Besondere: Die Daten sind sicher erhoben und durch Menschen einfach anschaubar. Gutachter, Behörden und Handwerker können so gemeinsam auf derselben Basis arbeiten, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Arbeitseinweisungen können erfolgen, ohne sich einer Gefahr auszusetzen. Das spart Zeit, senkt die Kosten und erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten.

Der Rückbau komplexer Anlagen beginnt mit der genauen Kenntnis des Bestands. Ob Nuklearrückbau oder komplexes Anlagenmanagement – präzise digitale Zwillinge sind unerlässlich. Doch die manuelle Umwandlung von unstrukturierten 3D-Laserscans in nutzbare digitale Informationen ist oft der größte Flaschenhals im Projekt. Das beteiligte Unternehmen I.Neo weiß, wie schwierig die Erfassung von Daten in Atomkraftwerken ist und steuert sein gesamtes Know-how im Bereich nuklearer Rückbau bei.

Stärkung für den Mittelstand in Baden-Württemberg

Besonders KMU sollen von der neuen Technik profitieren, denn die Anschaffungs- und Betriebskosten sollen so gering sein, dass auch kleine Handwerksbetriebe damit arbeiten können. Damit die Lösung einfach zu bedienen ist und dennoch in der Praxis besteht, wird sie unter harten Bedingungen durch das Kompetenzzentrum Ausbau und Fassade in Rutesheim intensiv getestet werden. Die Universität Ulm stellt dabei sicher, dass die wissenschaftlichen Standards und die Qualität der Daten höchsten Ansprüchen genügen. Das Projekt 3D-Vizard wird durch das Programm Invest-BW mit insgesamt 928.206 Euro gefördert.Ohne diese Unterstützung wäre die schnelle Entwicklung des Prototyps innerhalb von zwei Jahren kaum möglich. Die Gesamtkosten aller vier Projektpartner belaufen sich auf 1.641.728 Euro und werden in Baden-Württemberg investiert. 

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