Citywohnpark Duisburg mit farblich akzentuierter Faserzementfassade saniert Bestand als Ressource begreifen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

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Seit 2021 wird der Citywohnpark in Duisburg im bewohnten Zustand energetisch, gestalterisch und funktional erneuert. Druschke Architektur versteht den Bestand als Ressource – mit neuer Gebäudehülle aus Equitone-Fassadentafeln, barrierearmen Zugängen, hellen Eingangsbereichen sowie begrünten, mit Photovoltaik ausgestatteten Dächern. Aus einem Ensemble der 1970er-Jahre entsteht ein buntes, identitätsstiftendes Quartier.

Modernisierung statt Abriss: bunte Equitone-Fassadentafeln für den City Wohnpark in Duisburg. (Bild:  Ralph Richter)
Modernisierung statt Abriss: bunte Equitone-Fassadentafeln für den City Wohnpark in Duisburg.
(Bild: Ralph Richter)

Zwischen 1969 und 1972 errichtet, umfasst der Citywohnpark 16 Gebäude mit rund 30.000 qm Wohnfläche und 421 Wohneinheiten für etwa 1.200 Menschen. 2019 entschied Druschke Architektur den vom städtischen Wohnungsbauunternehmen Gebag ausgelobten Wettbewerb für sich. „Wir wollten den Bestand nicht ersetzen, sondern zu neuem Leben erwecken. Die vorhandene Substanz sahen wir als Ressource, energetisch, sozial und gestalterisch“, erläutert Dirk Druschke.

Die vom Architekten Gerhard Krapoth Ende der 1960er-Jahre entworfenen Baukörper bieten vielfältige Grundrisse und sind bis maximal acht Geschosse gestaffelt. Großzügige Belichtung und gut proportionierte Räume boten die Grundlage für eine Sanierung statt eines Abrisses. Erneuert wurde, was erforderlich war: Die alte Gebäudehülle wurde zurückgebaut, Außenwände gedämmt, Fenster ersetzt, Flachdächer begrünt und mit Photovoltaik ausgerüstet. Aufzüge und Wohnungstüren werden erneuert, Zugänge barrierearm ausgebildet. Ehemals dunkle Eingänge sind heute großzügig, hell und eindeutig adressiert – mit klarer Beleuchtung, farblich gefassten Briefkastenstelen und Leitsystemen. Die abschnittsweise Modernisierung im bewohnten Zustand sicherte Kontinuität im Quartier.

Equitone-Fassadentafeln aus nachhaltigem Faserzement 

Gestalterisch prägend ist die neue vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) mit Faserzementtafeln von Equitone. Ein pixelartiges Farbkonzept greift die Grünräume auf und akzentuiert die sechs Gebäudeköpfe in Abstufungen von hellgrau über gelb bis grün. Die dazwischenliegenden Fassaden bleiben farblich ruhig in Grautönen. Verbaut wurde auf insgesamt rund 29.000 qm Fläche. Die durchgefärbten Fassadentafeln mit spezieller Beschichtung sind widerstandsfähig und leicht zu pflegen – ein Vorteil in stark frequentierten Bereichen. Dafür werden die Tafeln mehrfach mit Reinacrylat in Walz-Gieß-Technik beschichtet, die abschließende Heißverfilmung sorgt für dauerhaften Schutz und ein harmonisches Erscheinungsbild.

 Weiterer Vorteil: Die Faserzementtafeln sind Cradle to Cradle Certified (Bronze), in den Kategorien Materialwiederverwendung und Soziale Gerechtigkeit wird Silber erreicht. Damit leisten sie einen anerkannten Beitrag zum nachhaltigen Bauen – etwa nach Standards wie DGNB, LEED oder BREEAM. Planende erhalten so zusätzliche Sicherheit, dass ihre Projekte auch in ökologischer Hinsicht zukunftsfähig sind und die Fassadentafeln nicht entsorgt werden, sondern im Materialkreislauf bleiben.

Dank sehr gut erhaltener Bausubstanz wurde nur erneuert, was erneuert werden musste, etwa die Fassade mit einer VHF aus zeitgemäßer Dämmung und Cradle-to-Cradle-zertifizierten Equitone-Fassadentafeln. (Bild:  Druschke Architektur)
Dank sehr gut erhaltener Bausubstanz wurde nur erneuert, was erneuert werden musste, etwa die Fassade mit einer VHF aus zeitgemäßer Dämmung und Cradle-to-Cradle-zertifizierten Equitone-Fassadentafeln.
(Bild: Druschke Architektur)

CO2-Bilanz der Sanierung

Eine projektbegleitende Studie des Ingenieurbüros NBZ Bau zeigt: Durch Modernisierung und Weiternutzung des Citywohnparks ließen sich gegenüber einem Abriss mit Ersatzneubau knapp 15.000 Tonnen CO2 vermeiden – etwa die Hälfte der prognostizierten Emissionen eines Neubaus. „Projekte wie der Citywohnpark, die den Erhalt und die Ertüchtigung der Gebäude in den Fokus stellen, sind in idealer Weise nachhaltig: ökologisch, ökonomisch und sozial“, bilanziert Dirk Druschke.

Bautafel

  • Projekt: Modernisierung Citywohnpark Duisburg (Stadtteil Hochfeld)
  • Kennzahlen: 16 Gebäude, 30.000 qm Wohnfläche, 421 Wohneinheiten
  • Bauherrin: Gebag Duisburger Baugesellschaft mbH
  • Architektur: Druschke Architektur, Duisburg
  • Fassade: VHF mit Equitone [natura] Pro, Fläche 29.000 qm
  • Fassadenkonstruktion: Schneider Fassaden, Rheinstetten
  • Bauzeit: 2021 bis voraussichtlich Ende 2026
  • Nachhaltigkeitsstudie: NBZ Bau PartG, Recklinghausen
  • Fotografie / Grafik: Ralph Richter / Druschke Architektur 

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