Wohnprojekt mit 109 Einheiten, Eisspeichertechnologie und Betreuungskonzept für Senioren Mehrgenerationenquartier mit Low-Tech-Energiekonzept

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 3 min Lesedauer

Auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik in Mönchengladbach entsteht mit "Vitus Living" ein urbanes Wohnquartier, das ein Low-Tech-Energiekonzept verfolgt. Geplant vom Architekturbüro Ledwig + Spinnen, realisiert im Auftrag der Credit Life AG (Rheinland Versicherungsgruppe, Neuss). Das Investitionsvolumen beträgt rund 40 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Sommer 2026 geplant.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik in Mönchengladbach entsteht ein urbanes Wohnquartier für alle Lebensphasen: Vitus Living. (Bild:  Rheinlandgruppe)
Auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik in Mönchengladbach entsteht ein urbanes Wohnquartier für alle Lebensphasen: Vitus Living.
(Bild: Rheinlandgruppe)

Auf einer Grundstücksfläche von rund 6.800 m2 und einer Gesamtwohnfläche von 8.100 m2, entstehen 109 barrierefreie Wohnungen für ca. 240 Menschen. Davon sind 27 Einheiten speziell auf seniorengerechtes Wohnen mit integriertem Service- und Betreuungskonzept ausgelegt. Dieser Teil des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit Seniorenwohnen NRW realisiert, deren bewährtes Modell die soziale Teilhabe im Alter mit bedarfsgerechter Unterstützung verbindet. Die Projektentwickler bringen hier ihre langjährige Expertise im Bereich Service-Wohnen ein, basierend auf dem per-Pedes-Konzept, das barrierefreie Wohnformen mit einem individuellen Serviceangebot vereint. So entstehen moderne, altersgerechte Mietwohnungen, die auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft zugeschnitten sind.

Ziel ist ein aktives Zusammenleben von Generationen als lebendige Ergänzung zum klassischen Geschosswohnungsbau. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 50 und 90 m2, Penthäuser bei 110 m2. Eine lichtdurchflutete Wohnatmosphäre entsteht durch eine gezielte Ausrichtung der Baukörper, jede Wohnung verfügt über einen Balkon, eine Terrasse bis hin zu einer großen Dachterrasse.

Low-Tech-Energiekonzept: Innenstadtnähe und urbane Einbettung

Das Quartier liegt in fußläufiger Nähe zum Abteiberg, dem kulturellen Zentrum Mönchengladbachs mit Museum, historischer Altstadt und öffentlichen Einrichtungen. Mit direkter ÖPNV-Anbindung, 200 Fahrradstellplätzen und rund 80 PKW-Stellplätzen, inklusive Ladeinfrastruktur, bietet das neue Viertel eine durchdachte Mobilitätslösung für alle Nutzergruppen. Die Mobilitätsstrategie des Quartiers ist urban, nachhaltig und zukunftsorientiert.
„Wir verstehen Architektur als Medium gesellschaftlicher Verantwortung. Mit Vitus Living schaffen wir ein lebendiges Quartier für unterschiedliche Lebensphasen – ökologisch durchdacht, sozial eingebunden, städtebaulich angemessen,“ so Jürgen Spinnen, Partner und Ideengeber des Projekts.

Verantwortung in Planung und Umsetzung

Ledwig + Spinnen Architekten verantworten die Gesamtplanung des Projekts. Für die bauliche Umsetzung zeichnet der Generalunternehmer Lambert Schlun GmbH & Co. KG aus Gangelt verantwortlich. Die Revitalisierung der Industriebrache erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung, auf Grundlage eines eigens entwickelten Bebauungsplans, der die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen für die künftige Nutzung definiert.

Hinter Vitus Living steht die Credit Life AG aus Neuss, ein Unternehmen der RheinLand Versicherungsgruppe. Als Auftraggeberin und Investorin verantwortet sie gemeinsam mit ihrem Asset-Management die Entwicklung des Quartiers. Für die RheinLand Versicherungsgruppe markiert Vitus Living einen wichtigen Schritt im Ausbau nachhaltiger und generationenübergreifender Immobilieninvestments. Ziel ist es, wirtschaftliche Stabilität mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden. Werte, die auch in der Architektur und Energieplanung des Quartiers sichtbar werden.
„Die eigentliche Stärke von Vitus Living liegt in seiner konzeptionellen Tiefe: Ein echtes Mehrgenerationen-Zuhause. Mit Ledwig / Spinnen haben wir einen Partner, der unsere Vision der sozialen Teilhabe und des Service-Wohnens nicht nur verstanden, sondern auch in eine durchdachte, funktionale Architektur überführt hat. Das ist Quartiersentwicklung, die ihre soziale Verantwortung ernst nimmt“, sagt Andreas Laubach, Bereichsleiter Asset-Management der Rheinland Versicherungsgruppe.

KONSTRUKTION UND MATERIALITÄT

Die Gebäude werden in hochwärmegedämmter Massivbauweise mit KS-Mauerwerk/Stahlbeton und einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aus EPS sowie mineralischem Edelkratzputz errichtet. Die Fenster sind in die Fassade integriert und mit Dreifachverglasung sowie außenliegendem Sonnenschutz ausgestattet. Materialwahl und Detaillösungen folgen dem Prinzip der Dauerhaftigkeit.Die Architektursprache ist ruhig, klar gegliedert und maßstäblich präzise. Gestalterisch prägend sind farblich abgesetzte Sockelzonen, Rücksprünge durch Loggien, strukturierter Putz sowie gleichartige Fensterformate. Die Geländer erhalten eine individuelle Lochung in farblicher Abstimmung mit Fensterrahmen und Abdeckblechen.
Technische Herausforderungen ergaben sich durch die durchgehende Tiefgarage, insbesondere hinsichtlich Trassenführung und Entwässerung. Auch die Anforderungen an den Schallschutz gegenüber Umgebungslärm waren hoch und wurden durch spezielle Verglasungen und angepasste Einbausituationen erfüllt.

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Das energetische Konzept von Vitus Living folgt dem konsequenten Ansatz eines Low-Tech-Energiekonzepts, ausgelegt auf technische Einfachheit, hohe Betriebssicherheit und langfristige Wirtschaftlichkeit. Herzstück der Wärmeversorgung ist ein kombiniertes Eisspeicher- und Solarabsorber-System. Die zentrale technische Infrastruktur wird in kompakten Modulen geführt, um Leitungsverluste zu minimieren und den Wartungsaufwand zu reduzieren. Weitere Informationen finden Sie hier