Architektur als Symbol moderner Hochleistungsmedizin Neues Herzzentrum der Uniklinik Bonn 

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

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Form follows collaboration. Auf diesem Leitsatz basiert die architektonische Idee für das neue Herzzentrum der Uniklinik Bonn (UKB). Der Neubau von Telluride Architektur auf dem Venusberg-Campus vereint Kardiologie und Herzchirurgie räumlich unter einem Dach und übersetzt interdisziplinäre Medizin in eine eigenständige architektonische Struktur. 

UKB-Herzzentrum in Bonn: Der Gesundheitsbau realisiert erstmals Kardiologie und Herzchirurgie unter einem Dach. (Bild:  Telluride Architektur)
UKB-Herzzentrum in Bonn: Der Gesundheitsbau realisiert erstmals Kardiologie und Herzchirurgie unter einem Dach.
(Bild: Telluride Architektur)

Das neue Herzzentrum der Uniklinik Bonn ist einer der wesentlichen Bausteine des Masterplans „Zentralklinikum“. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 190 Millionen Euro zählt es zu den größten und technisch modernsten Projekten der Herzmedizin in Deutschland. Ausgangspunkt war eine über Jahrzehnte gewachsene, funktionale Dysfunktion: Kardiologie und Herzchirurgie arbeiteten zwar medizinisch bereits eng zusammen, waren aber auf mehrere, nicht mehr zeitgemäße Gebäude verteilt. Die Architektur hat diese Trennung durch eine eigenständige Einheit aufgelöst, in der beide Disziplinen gleichwertig und gleichberechtigt unter einem Dach operieren. Im baulich sehr heterogenen Umfeld des Venusberg-Campus entstand so ein klarer, markanter Orientierungspunkt, der sichtbar und selbstbewusst eine neue Ära der Hochleistungsmedizin symbolisiert.

Herzzentrum Uniklinik Bonn: fünf Obergeschosse mit 180 Betten

Der Neubau erstreckt sich über eine Grundfläche von 31.000 Quadratmetern sowie eine Nutzfläche von 13.590 Quadratmetern, die sich auf fünf Obergeschosse und zwei Untergeschosse verteilen. Der Gebäudekomplex umfasst mehr als 1.000 funktionale Räume und 180 Betten inklusive Intensivpflege- und Überwachungsbetten. In den Obergeschossen befinden sich Ambulanzen, fünf Operationssäle, davon zwei Hybrid-OPs, Ambulanzen, Notfallradiologie und klinische Forschungs- und Lehrfunktionen. In den Untergeschossen sind unter anderem die Bereiche Technik und Logistik angesiedelt. Kurze Wege und die Zentralisierung aller Behandlungsetappen von der Diagnostik bis zum OP minimieren unnötige Patientenbewegungen. Durch die räumliche Nähe von Kardiologie und Herzchirurgie ergibt sich auch für die Mitarbeiter:innen ein völlig neues Arbeitsumfeld, das sie als gleichermaßen motivierend wie sinnstiftend erleben und die Zusammenarbeit im Heart-Team unterstützt.

Healing Environment: Natur im Eingangsbereich

Neben den medizinischen Abläufen stehen vor allem die Menschen im Zentrum, die die hochmodernen Räumlichkeiten nutzen. Für viele Patienten ist ein Krankenhaus ein Ort der Unsicherheit. Umso wichtiger ist daher die Atmosphäre, in der Heilung stattfinden soll. Die Architektur nutzt dazu bewusst Licht, Raum, Sichtachsen und Materialien. Ein zentrales Element ist dabei das lichtdurchflutete, zweigeschossige Foyer: Großzügig, offen und einladend gestaltet bildet es das architektonische Herzstück des Gebäudes und schafft einen geborgenen Raum zum Ankommen. „Die einladende Eingangshalle steht symbolisch für die Öffnung und Zugänglichkeit und macht die Portalfunktion des Hauses für den gesamten Campus körperlich erfahrbar“, betont Johannes Kresimon, geschäftsführender Gesellschafter von Telluride Architektur. Die raumhohe Glasfassade zum Vorplatz und die Glasaufzüge im Eingangsbereich schaffen visuelle Transparenz und Weiträumigkeit. Die klare, kompakte Gebäudeorganisation auf fünf Geschossen mit zentraler Erschließung reduziert den Orientierungsaufwand und somit den Stress für die Patienten.

Herzzentrum Uniklinik Bonn: Foto Foyer mit Menschen
Das lichtdurchflutete, zweigeschossige Foyer im neuen Herzzentrum der Bonner Uniklinik.
(Bild: Telluride Architektur)

Der bestehende Baumbestand des Vorplatzes blieb bewusst erhalten und dient als Entrée für das gesamte UKB. Sitzbänke, umgeben von flachen Bepflanzungen, bieten geschützte Aufenthaltsbereiche zwischen den Pflasterflächen. Die Einbindung der Natur in den unmittelbaren Eingangsbereich unterstützt das Prinzip des „Healing Environment“.

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