Vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen in der öffentlichen Verwaltung gewinnt der Einsatz intelligenter Technologien zunehmend an Bedeutung. So stellt der GIS-Anbieter Riwa mit Riwanexis eine KI-Lösung für sein Geoinformationssystem zur Verfügung, um Suchanfragen per freier Texteingabe in natürlicher Sprache zu stellen.
Der GIS-Anbieter Riwa präsentiert mit Riwanexis eine KI-Lösung für sein Geoinformationssystem.
(Bild: Riwa)
Laut „Dbb Monitor öffentlicher Dienst 2026" fehlen im öffentlichen Dienst derzeit rund 600.000 Fachkräfte. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Geschwindigkeit, Transparenz und Qualität von Entscheidungen. Lösungen, die den Zugang zu komplexen Daten vereinfachen und Arbeitsprozesse effizienter gestalten, werden damit zu einem zentralen Baustein leistungsfähiger Verwaltungen. Mit Riwanexis stellt Riwa eine Lösung vor, die genau hier ansetzt und die Aussagekraft kommunaler Geodaten deutlich erhöht.
Intelligenter Zugang zu kommunalen Daten mit Riwanexis
Riwanexis steht für Verbindung, Weiterentwicklung und neue Wege – und beschreibt die zentrale Idee der Anwendung: Informationen aus unterschiedlichen GIS-Bereichen werden mithilfe eines KI-Abfrageassistenten zusammengeführt, strukturiert und unmittelbar für Städte und Gemeinden nutzbar gemacht. Kommunale Geoinformationssysteme bündeln heute eine Vielzahl an Daten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Klassische Abfragen sind daher oft komplex und erfordern detaillierte Kenntnisse der Systemstruktur.
Riwanexis adressiert genau diese Herausforderung und übersetzt natürlich formulierte Suchanfragen wie „Zeige mir alle Bebauungspläne, für die bereits XPlan-konforme Daten vorliegen“ oder „Zeige mir alle Bäume, die dieses Jahr kontrolliert wurden und im Abstand von fünf Meter um eine Wasserleitung stehen“ in strukturierte Abfragepläne. Anhand derer können relevante Daten automatisiert und modulübergreifend ermittelt und für den Anwender bereitgestellt werden. Damit markiert das Tool einen grundlegenden Wandel im Umgang mit kommunalen Geodaten: weg von spezialisierten Anfragen hin zu einem intuitiven, KI-gestützten Zugang für alle Anwendergruppen. Recherche und Datenauswertung werden so deutlich effizienter, unabhängig vom GIS-Vorkenntnisstand.
Die neue Funktion ermöglicht es, Suchanfragen per freier Texteingabe in natürlicher Sprache zu stellen.
(Bild: Riwa)
Datenschutz und Sicherheit im Fokus
Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf Datenschutz und Sicherheit. Das Programm nutzt ein vollständig in Deutschland gehostetes, von US-Hyperscalern unabhängiges und DSGVO-konformes Large Language Model (LLM). Datensparsamkeit war zudem ein zentrales Kriterium bei der Entwicklung der Lösung: An die KI werden ausschließlich die jeweilige Nutzeranfrage sowie eine Beschreibung der Datenstruktur übermittelt, nicht jedoch die Inhalte der Datenbestände. Die KI erstellt daraus einen Abfrageplan, der anschließend von der Riwa-Software ausgeführt wird. Durch eine transparente Darstellung der Abfragen können Anwender dabei jederzeit nachvollziehen, wie ihre Frage interpretiert wurde. Protokollierungen erfolgen anonymisiert und gemäß geltender gesetzlicher Vorgaben.
Für alle Anwendergruppen geeignet
Riwanexis richtet sich sowohl an Verwaltungsmitarbeitende als auch an GIS-Experten. Anwender ohne tiefes GIS-Fachwissen gelangen schneller zu den benötigten Informationen, ohne sich in komplexe Abfragesprachen einarbeiten zu müssen. Fachanwender wiederum profitieren insbesondere bei fachübergreifenden Analysen von deutlich höherer Geschwindigkeit und Effizienz. „Mit Riwanexis markieren wir einen Wendepunkt in der GIS-Arbeit. Was bislang Zeit, spezialisiertes Fachwissen und komplexe Abfragen erforderte, wird nun durch KI zu einem intuitiven Prozess“, sagt Reinhard Kofler, Geschäftsführer von Riwa. „Für uns ist das der nächste Evolutionsschritt kommunaler GIS-Systeme: Wir schaffen einen intelligenten Zugang zu kommunalen Datenbeständen und legen damit den Grundstein für eine neue Klasse kommunaler Fachsoftware, die komplexe Prozesse in Verwaltungen künftig zunehmend automatisieren wird. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen in den Verwaltungen wird dies Mitarbeitende im Alltag spürbar entlasten.“
Bis Ende 2026 will Riwa seine KI-Funktionen weiter ausbauen. Im Fokus steht dabei insbesondere eine agentische KI, die mehrstufige Aufgaben im GIS eigenständig planen und ausführen kann. Eine entsprechende Weiterentwicklung wird im Oktober auf der Smart Country Convention in Berlin erstmals vorgestellt. Darüber hinaus soll das Tool komplexe Geodatenverarbeitungen automatisiert erstellen und dabei wiederkehrende Aufgaben vollständig übernehmen. In Planung ist zudem eine KI-gestützte Identifikation und Bewertung potenzieller Entwicklungs- und Bauflächen als Grundlage für die strategische Stadtentwicklung.
Stand: 16.12.2025
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