Die ETH Zürich und Holcim stellen ein Bodensystem vor, das einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck als herkömmliche Systeme aufweist.
(Quelle: Foto: Roman Keller)
Die ETH Zürich und Holcim stellen ein neuartiges und nachhaltiges Bodensystem vor.
Die Lösung soll den CO2-Fußabdruck um bis zu 80 Prozent reduzieren
ECOPact Plus, der Beton von Holcim, eröffnet die Option kohlenstoffarmer und zirkulärer Konzepte.
Geplant ist die industrielle Produktion von vorgefertigten Bodenlösungen.
Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH Zürich) und Holcim stellen heute ein innovatives, leichtes Bodensystem vor, das im Vergleich zu herkömmlichen Strukturen einen um 80 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck aufweist. Dabei muss man keine Kompromisse bei der Leistung eingehen. Das Bodensystem wurde von der Block Research Group (BRG) an der ETH Zürich entwickelt. Dabei kamen die Grundsätze der Stärke durch Geometrie zur Anwendung.
Das Nachhaltigkeitsprofil der Bodenplatten beruht auf dem intelligenten Design, bei dem 50 Prozent weniger Materialien zum Einsatz kommen, sowie ECOPact Plus, dem "grünen" Beton von Holcim, der einen um 33 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck [1] aufweist sowie den "grünen" Zement von Holcim mit 20 Prozent recycelten Abbruchabfällen beinhaltet. Die Kombination von intelligentem Design mit grünen und wiederverwendbaren Baumaterialien erlaubt nachhaltiges Bauen in großem Maßstab. Denn herkömmliche Bodenplatten aus Stahlbeton machen 40 Prozent der Betonmasse von mittelhohen Gebäuden aus. Dieser Durchbruch in der nachhaltigen Fußbodenkonstruktion findet sich zum ersten Mal in der Innovationseinheit HiLo (High Performance, Low Emissions) beim NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) in Dübendorf, Schweiz.
Bodensystem mit intelligentem Design und wiederverwertbaren Baustoffen
Jan Jenisch, CEO von Holcim: "Dieses innovative Bodensystem stellt einen echten Durchbruch im nachhaltigen Bauen dar. Es ist ein großartiges Beispiel dafür, wie unsere wichtigsten Hebel zum Netto-Null-Gebäude zusammenwirken, um einen echten Unterschied zu machen: von grünem Beton über intelligentes Design bis hin zur Kreislaufwirtschaft. Das Spannende daran ist, dass all diese Innovationen in einem Fußbodensystem zum Einsatz kommen, das in großem Maßstab eingesetzt werden kann. Angesichts des heutigen Bevölkerungswachstums und der Verstädterung rechnen wir damit, dass wir jedes Jahr zehn Milliarden Quadratmeter Fußboden bauen müssen, um bis 2050 zwei Milliarden zusätzliche Menschen in den Städten unterzubringen. Ich setze mich dafür ein, den Einsatz solcher Lösungen für grünes Bauen zu beschleunigen, damit unsere Städte für die Menschen und den Planeten funktionieren".
Philippe Block, Co-Direktor der Block Research Group an der ETH Zürich: "Wenn es darum geht, nachhaltige Baulösungen zu finden, sind Bodenplatten eine zentrale Herausforderung. Gewölbte Geometrien bieten signifikante Einsparungen, indem sie die Verwendung von kohlenstoffarmen Materialien in viel geringerem Volumen als bisher ermöglichen."
Das Design des Deckensystems macht eine eingebettete Stahlverstärkung überflüssig, so dass es leicht zu recyceln ist. Gebäudefunktionen wie effiziente hydronische Heiz- und Kühlsysteme können nahtlos integriert werden. Holcim und BRG entwickeln das Bodensystem zu einer vorgefertigten Lösung, die ab 2023 für den industriellen Bau verfügbar sein soll.
Auf dem Weg zum Netto-Null-Gebäude
Diese Lösung soll für das Engagement von Holcim für das Netto-Null-Gebäude sprechen. Um kohlenstoffarmes Bauen zu fördern, hat Holcim die Sortimente von umweltfreundlicheren Beton ECOpact und Zement ECOPlanet auf den Markt gebracht. Um mit weniger mehr zu bauen, ermöglicht Holcim intelligentes Design. Dazu gehören Technologien wie der 3D-Druck, der bis zu 70 Prozent des Materialverbrauchs reduzieren kann. Zudem treibt Holcim die Kreislaufwirtschaft voran, etwa mit dem weltweit ersten Zement, der 20 Prozent recycelte Bau- und Abbruchabfälle enthält. Um über das Jahr 2030 hinaus einen Durchbruch zu erzielen, erprobt das Unternehmen Technologien der nächsten Generation. Diese umfassen die Abscheidung, Verwertung und Speicherung von Kohlendioxid. Darüber hinaus lässt sich das CO2 vielfältig recyceln -- für das Pflanzenwachstum in Gewächshäusern bis hin zur Verwendung als alternativer Treibstoff für die Luftfahrt.
Stand: 16.12.2025
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[1] Im Vergleich zu herkömmlichem Beton ist die Verwendung von CEM I-Zement
Bild oben: HiLo steht auf der obersten Plattform des Forschungs- und Innovationsgebäudes NEST auf dem Empa-Campus in Dübendorf, Schweiz. Foto: Roman Keller