Mineralische Bauabfälle Verwertungsquote steigt auf 90 Prozent

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mehr Recycling geht am Bau kaum: Gut 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle in Deutschland werden verwertet. Weil wegen der Bauflaute weniger abgerissen wird, schrumpft allerdings die Menge.

(Bild:  WOKANDAPIX /  Pixabay)
(Bild: WOKANDAPIX / Pixabay)

Seit 30 Jahren dokumentiert die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau Aufkommen und Verbleib mineralischer Bauabfälle. Die veröffentlichte 15. Ausgabe des Monitoringberichts auf der Datenbasis 2024 erscheint zum Jubiläum. Sie zeigt: Von 175,2 Millionen Tonnen ungefährlicher Bau- und Abbruchabfälle wurden 159,2 Millionen Tonnen umweltverträglich verwertet. Die Verwertungsquote steigt damit auf 90,9 Prozent (2022: 90,4 Prozent).

„Die Beteiligten der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau arbeiten seit drei Jahrzehnten vertrauensvoll zusammen. Die Ergebnisse des neuesten Berichts unterstreichen erneut das starke Engagement der Branche in diesem Bereich“, sagt Dr. Berthold Schäfer, Sprecher der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau. Der Bericht stützt sich auf amtliche Daten des Statistischen Bundesamts. Es ist die erste Erhebung auf Grundlage des neuen bundeseinheitlichen Rechtsrahmens der Mantelverordnung.

Recycling-Baustoffe decken 13 Prozent des Bedarfs 

Der Anfall mineralischer Bauabfälle sinkt gegenüber 2022 um 32,7 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 15,7 Prozent (2022: 207,9 Millionen Tonnen). Bei den körnigen Fraktionen liegt die Verwertungsquote bei 95,1 Prozent, bei Boden und Steinen liegt sie bei 87,8 Prozent. 

Aus den mineralischen Bauabfällen entstanden 64,3 Millionen Tonnen Recycling-Baustoffe. Sie decken 13,2 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen von 486,1 Millionen Tonnen. 

Zählt man industrielle Nebenprodukte wie Aschen und Schlacken hinzu, steigt die Substitutionsquote auf 17,5 Prozent. Der Einsatz von Recycling-Baustoffen in der Produktion von Asphalt und Beton hat gegenüber 2022 um 4 Prozent zugenommen und liegt nun bei 23,3 Prozent.

Konjunktur erklärt den Rückgang beim Abfallaufkommen

Schäfer führt die sinkende Menge an Bauabfällen auf die anhaltend schwache Baukonjunktur zurück: „Das Aufkommen an Abbruchmaterial folgt den rückläufigen Bauinvestitionen. Steigen die Bauinvestitionen, steigen Abfallaufkommen und Gesamtbedarf gleichermaßen.“ Die Substitutionsquote bleibe daher konstant. Weitere Steigerungen seien begrenzt.

Im Tiefbau konnten zuletzt zwar weitere Potenziale erschlossen werden. Dort entstehen rund 17 Prozent mehr Recycling-Baustoffe als 2012. Die Produktion von Recycling-Baustoffen aus dem Hochbau war allerdings rückläufig und sank um 10 Prozent gegenüber 2012. 

Die Initiative unterstützt das Ziel der Bundesregierung, Ressourcen effizient einzusetzen. Sie vermisst bei den politischen Zielsetzungen aber den Blick in die Praxis. „Die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie sieht eine Verdoppelung der Substitutionsquote vor. In unserem Bereich lässt sich das praktisch nicht umsetzen“, so Schäfer.

Mineralische Bauabfälle 2024: Aufkommen und Verwertung nach Materialien.
(Bild: WIN/BA)

Mineralische Bauabfälle 2024: Aufkommen und Verwertung nach Materialien.

Geht doch noch mehr?

Erstmalig basiert der neue Monitoringbericht auf dem Rechtsrahmen der 2023 in Kraft getretenen Mantelverordnung. Ein Einfluss der geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Verwertung mineralischer Ersatzbaustoffe ist mit Blick auf die Ergebnisse jedoch nicht feststellbar. 

Schäfer verweist auch hier darauf, dass die schwache Baukonjunktur mögliche Effekte durch die Verordnung überlagere. Mit den Vereinfachungen der geplanten EBV-Novelle verbindet die Initiative die Hoffnung, die Verwertungsquoten zukünftig weiter steigern zu können.

Service

Den vollständigen Bericht „Mineralische Bauabfälle Monitoring 2024“ finden Sie hier.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung