Rechenzentren / Infrastruktur und Standortplanung Wie modulare Bauweise den Boom unterstützt

Von Andreas Müller 3 min Lesedauer

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Deutschlands Rechenzentrumskapazität soll bis 2030 deutlich wachsen. Gleichzeitig bremsen fehlende Netzkapazitäten und lange Anschlusszeiten viele Projekte. Modulare Bürogebäude können helfen, die Abläufe rund um Bau, Inbetriebnahme und Betrieb zu koordinieren.

Eine neue Analyse von Portakabin, einem Anbieter modularer Bauweisen, bewertet nationale Prognosen zur Kapazitätsentwicklung sowie Berichte zur Energieversorgung und Netzinfrastruktur. Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Programme und Planungen anpassen müssen, wenn mehrere Großstandorte gleichzeitig entwickelt werden. (Symbolbild)(Bild:  ©Gorodenkoff/stock.adobe.com)
Eine neue Analyse von Portakabin, einem Anbieter modularer Bauweisen, bewertet nationale Prognosen zur Kapazitätsentwicklung sowie Berichte zur Energieversorgung und Netzinfrastruktur. Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Programme und Planungen anpassen müssen, wenn mehrere Großstandorte gleichzeitig entwickelt werden. (Symbolbild)
(Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com)

Frankfurt hat bei der operativen Colocation-Kapazität die Marke von 1 Gigawatt überschritten. Das zeigt, welche Größe und Reife der deutsche Rechenzentrumsmarkt inzwischen erreicht hat. Auch Großprojekte mit mehreren Standorten stehen für langfristige Investitionen und das anhaltende Vertrauen in die Branche.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz lag die Rechenzentrumskapazität in Deutschland 2024 bei rund 2‘730 Megawatt. Bis 2030 könnte sie auf etwa 4‘800 Megawatt steigen. Für Betreiber und Entwickler geht es damit nicht nur um neue Kapazitäten, sondern auch darum, laufende Programme trotz komplexer Rahmenbedingungen im Zeitplan zu halten.

Rechenzentren: Strom und Netzzugang bestimmen das Tempo

In ganz Europa entscheiden Stromverfügbarkeit und die Dauer von Netzanschlüssen zunehmend darüber, an welchen Standorten Rechenzentren entstehen. Auch in Frankfurt gelten Netzengpässe als limitierender Faktor. Nach Schätzungen von Ember entfielen dort 2023 zwischen 33 und 42 Prozent des gesamten Stromverbrauchs auf Rechenzentren.

Eine besondere Herausforderung ist der zeitliche Vorlauf. Die Internationale Energieagentur weist darauf hin, dass Anschlusswarteschlangen länger werden. Der Ausbau neuer Übertragungsnetze kann in Industrieländern demnach vier bis acht Jahre dauern. Auch die Europäische Kommission sieht Netzverzögerungen als Ursache für längere Anschlusszeiten. Ember zufolge können solche Wartezeiten Investitionen in etablierten Rechenzentrumsstandorten erschweren.

Verzögerungen beim Netzanschluss bringen die übrigen Arbeiten an einem Projekt jedoch nicht vollständig zum Stillstand. Während Netzanschlüsse und weitere Genehmigungen noch ausstehen, müssen Teams Bau-, Compliance-, Sicherheits- und Inbetriebnahmepläne weiterentwickeln. Dafür benötigen sie eine geeignete Arbeitsbasis direkt am Standort oder in unmittelbarer Nähe.

Büroflächen als Teil der Rechenzentrumsinfrastruktur

Rechenzentren sind technologisch hochkomplex. Ihre Planung, Errichtung und Inbetriebnahme hängen jedoch ebenso von Menschen und Prozessen ab. Projektleitungen, kaufmännische Teams, Compliance-Verantwortliche, Standortmanager und Facility-Management-Teams benötigen geeignete Arbeitsplätze.

Auch Besprechungsräume und Flächen für Briefings spielen eine wichtige Rolle. Sie werden unter anderem für Einweisungen, Audits, Abstimmungen und Entscheidungen zwischen mehreren Projektbeteiligten benötigt.

Portakabin bietet für Rechenzentrumsprojekte modulare Bürogebäude und Besprechungsräume an. Die Einheiten sollen frühzeitig eingerichtet und an die verschiedenen Projektphasen angepasst werden können – vom Bau über die Inbetriebnahme bis zum laufenden Betrieb.

Modulare Büros verkürzen die Bereitstellungszeit

Damit komplexe Programme im Zeitplan bleiben, müssen geeignete Arbeitsflächen rechtzeitig am richtigen Ort verfügbar sein. Portakabin fertigt die modularen Bürogebäude nach eigenen Angaben außerhalb der Baustelle unter kontrollierten Bedingungen in Deutschland. Durch standardisierte Produktionsprozesse könnten die Gebäude bis zu 70 Prozent schneller bereitgestellt werden als bei konventionellen Bauweisen, erklärt das Unternehmen.

Meinolf Topphoff, Head of Commercial bei Portakabin, betont, dass Rechenzentrumsprojekte zeitkritisch seien und ein wesentlicher Teil des Fortschritts außerhalb der rein technischen Umsetzung stattfinde. Sichere und funktionale Büroflächen in Standortnähe seien erforderlich, um Koordination, Genehmigungsprozesse, Inbetriebnahme und Betriebsbereitschaft parallel voranzutreiben.

Eine frühzeitige Fertigung außerhalb der Baustelle reduziere zudem den Aufwand vor Ort, so Topphoff weiter. Dadurch ließen sich unter anderem Zugänge und Lieferungen besser steuern. Gleichzeitig könnten die Büroflächen früher genutzt werden.

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Planungssicherheit für mehrphasige Projekte

Deutschlands Rechenzentrumsmarkt wächst, doch die Umsetzung neuer Projekte wird durch schwer verkürzbare Rahmenbedingungen begrenzt. Dazu zählen insbesondere die Verfügbarkeit von Strom, lange Netzanschlusszeiten und die daraus entstehende Abhängigkeit in der Ablaufplanung.

Umso wichtiger ist es für Entwickler, diejenigen Projektbereiche zu kontrollieren, die sich flexibel planen lassen. Dazu gehören auch die unterstützenden Räumlichkeiten am Standort. Fehlen sichere Büros und Besprechungsräume, verlagert sich die Koordination in provisorische Lösungen. Einweisungen, Reviews und Vorbereitungen für die Inbetriebnahme können dadurch länger dauern.

Modulare Bürogebäude bieten hier einen anpassbaren Baustein. Die Flächen lassen sich frühzeitig und standortnah bereitstellen. Verändert sich der Personalbedarf im Verlauf von Bau, Inbetriebnahme und Betrieb, kann die Bürokapazität schrittweise angepasst werden. Das unterstützt stabile Abläufe, ohne das Gesamtprogramm unnötig zu belasten.

Weitere Informationen: https://www.portakabin.com/de/