Sechs Experten im Gespräch

Brandschutz als Führungsaufgabe

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Matthias Pohl, Bereichsleitung Wasserlöschanlagen, Löschsystemmanagement, Minimax GmbH

1. Die Anforderung, Löschanlagen ohne gestalterische Einschränkungen in ein Gebäude zu integrieren, ist nicht neu. Daher gibt es schon lange Lösungen, die eine unauffällige Installation ermöglichen, wie verdeckt installierte Sprinkler oder im Beton verlegte Rohrsysteme. Die Vorplanung mit Building Information Modelling erleichtert nicht nur das frühzeitige Erkennen von Kollisionsstellen mit anderen Gewerken, sondern dient auch der besseren Visualisierung für den Kunden. Wir liefern dafür unsere Revit-Familien in LOD400. Grundsätzlich ist ein offener und frühzeitiger Dialog entscheidend. Das bleibt der Weg zum gemeinschaftlichen Erfolg.

2. Ohne digitale Hilfsmittel sind heutige Planungen von Brandschutzkonzepten nicht denkbar. BIM kann die Baustelle „entschärfen“, wenn alle Gewerke damit arbeiten. Über Cloud-Plattformen lassen sich die aktuellen Pläne in 2D- und 3D einfach austauschen. Das versorgt die Kollegen auf der Baustelle immer mit aktuellen Plänen. Auch der Austausch zu Kollisionen und Nacharbeiten lässt sich über eine gemeinsame Plattform einfacher gestalten. Die Zusammenarbeit wird so transparenter und eine gemeinsame Datenbasis verringert die Fehlerquellen. Zudem kann in komplexen Bauprojekten ein 3D-Modell für die Simulation eines Bauablaufs und die Koordinierung der Gewerke genutzt werden.

3. Brandschutz kann unabhängig vom Baukonzept einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Zum einen ist aktiver Brandschutz mit Löschanlagen bereits ein wesentlicher Baustein: Löschanlagen minimieren Schäden an Umwelt und fördern den langfristigen Erhalt des Objekts. Als Hersteller sind wir aber auch genauso gefragt, unsere Verbräuche und Materialien im Blick zu behalten, seien es beispielsweise wassersparende Anlagenlösungen mit Wassernebel oder der Einsatz lösungsmittelarmer Lacke. Wir beraten derzeit viele Kunden zur Vermeidung von Ewigkeitschemikalien und der aktiven Umstellung auf PFAS-freie Anlagentechnik.

4. Selbsttätige Branderkennung und -bekämpfung ist keine Zukunftsmusik, sondern bereits erfolgreiche, bewährte Praxis. Stationäre Löschanlagen können heute schon Brände frühzeitig erkennen, punktgenau lokalisieren und dort aktiv bekämpfen. Ich sehe eher das Betreiben einer Anlage in Zukunft „selbstständiger“. Stichwort Predictive Maintenance: zustandsabhängige Wartung und Instandhaltung, automatisierte Tests. Wir können vieles davon heute schon – es sollte nur noch komfortabler werden für den Betreiber. Denn Brandschutz ist immer ein notwendiges, aber komplexes Thema für den Nutzer – ich sehe ein niedrigschwelliges Angebot bei gleichbleibender Verlässlichkeit.

Matthias Pohl, Bereichsleitung Wasserlöschanlagen, Löschsystemmanagement bei der  Minimax GmbH. (Bild:  Minimax GmbH)
Matthias Pohl, Bereichsleitung Wasserlöschanlagen, Löschsystemmanagement bei der Minimax GmbH.
(Bild: Minimax GmbH)
Ohne digitale Hilfsmittel sind heutige Planungen von Brandschutzkonzepten nicht denkbar. BIM kann die Baustelle „entschärfen“, wenn alle Gewerke damit arbeiten. Über Cloud-Plattformen lassen sich die aktuellen Pläne in 2D- und 3D einfach austauschen.

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