VHV-Bauschadenbericht Tiefbau und Infrastruktur 2022/23 veröffentlicht: Forscher verzeichnen starken Anstieg bei Schadenkosten.
(Quelle: Victor/stock.adobe.com)
Der als E-Book erschienene VHV-Bauschadenbericht Tiefbau und Infrastruktur 2022/23 ist der vierte Band der Bauschadenberichtreihe.
Zugleich bildet er die Fortsetzung des ersten Bandes zum Thema Tiefbau und Infrastruktur, der 2021 erschienen ist.
Der neue Bericht gibt wieder einen aktuellen und umfassenden Überblick zu der vielschichtigen Thematik von Bauschäden und -mängeln sowie zum Status der Qualität beim Planen und Bauen im Tief- und Infrastrukturbausektor.
Der Fokus richtet sich dabei auf „Sichere Infrastruktur“ – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte.
Die im VHV-Bauschadenbericht Tiefbau und Infrastruktur 2022/23 enthaltenen Analysen sind das Ergebnis umfassender Datenauswertungen gemeldeter Versicherungsschäden der VHV-Versicherungen aus dem Bereich der Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherungen. Die Daten und Fakten von annähernd 40'000 Schadenfällen wurden für den Bericht wissenschaftlich ausgewertet und aufgearbeitet. Die Ergebnisse zeigen die zahlenmäßige Entwicklung der Bauschäden, des Schadenaufwands (der Kosten) im Rahmen des Regulierungsprozesses, der Schadenarten und der Schadenursachen. Der Fokus lag auf dem Zeitraum zwischen 2017 und 2021. Diese Daten umfassen etwa 27'000 gemeldete Schadenfälle und einen Schadenaufwand von insgesamt rund 87 Millionen Euro. Ergebnis: ein kontinuierlicher Anstieg der jährlichen Schadenbeseitigungskosten im Betrachtungszeitraum um rund 24 Prozent. Der Blick auf die Kosten, die im Durchschnitt pro Schadenfall und Jahr aufzuwenden sind, fällt noch deutlicher aus. Denn hier gibt es einen Anstieg um rund 31 Prozent.
(Quelle: Institut für Bauforschung e.V. (IFB))
Die häufigsten Bauschäden
Die häufigste Schadenart bleiben unverändert Kabel- und Leitungsschäden. Dabei gab es noch einmal einen Anstieg bei Schäden an Kommunikationsleitungen. Die häufigste Ursache ist – auch dies ist unverändert wie in den vorherigen Untersuchungen – die Bedienung von Arbeitsmaschinen; den größten Anteil haben dabei Baggermaschinen.
Die Ergebnisse zeigen, welche Situationen besondere Risiken im Hinblick auf die Prävention von Bauschäden und -mängeln beinhalten: vor allem menschliche Fehlerquellen durch zum Beispiel mangelhafte Arbeitssorgfalt, etwa bei der Bedienung von Maschinen. Weitere Fehlerquellen sind Ausführungs- und Montagefehler, die unzureichende Einholung von Leitungsauskünften oder die Nutzung fehlerhafter Leitungsauskünfte, fehlende Fachkräfte bei parallel steigenden (technischen) Anforderungen an die Tiefbauarbeiten sowie unzureichende Bauüberwachung. Die Analyse dieser Ursachen und deren Folgen bildet die Basis der Perspektiven im Tief- und Infrastrukturbau. Hier stellt der vorliegende Bericht Entwicklungen und Innovationen für den Planungs- und Bauprozess vor. Sie können helfen, künftig Schäden zu vermeiden. Dazu zählen auch Aus- und Weiterbildungsstrategien sowie neuartige Produkt- und Strategieentwicklungen.
(Quelle: Institut für Bauforschung e.V. (IFB))
Sicherheit der Infrastruktur
Die öffentliche Infrastruktur bildet die Grundlage einer funktionierenden Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre Robustheit, das heißt, Schadenunanfälligkeit und Widerstandsfähigkeit, ist dafür wesentlich. Angriffe auf Infrastrukturen, etwa durch Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder Kriegsereignisse, können Unternehmen, Kommunen und ganze Länder kurz- und mittelfristig handlungsunfähig machen. Deshalb ist eine stabile Infrastruktur und deren Absicherung von größter Wichtigkeit. Auch hier können digitale Mittel und Werkzeuge auf vielfältige Weise unterstützen – eine entsprechende Auswahl findet sich im aktuellen Bauschadenbericht.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt: Im ersten Teil liegt der Fokus auf dem aktuellen Stand beim Planen und Bauen. Es geht unter anderem um den aktuellen Handlungsbedarf beim Leitungsbau in Deutschland, vielfältige Möglichkeiten zur Prävention bei der Vielzahl der Leitungsschäden, zum Beispiel der Idee eines zentralen Leitungskatasters, Aktuelles zum (Tiefbau-)Recht sowie den Versicherungsbedarf bei innovativen Projekten. Der zweite Teil umfasst Zahlen, Daten und Fakten: Die Ergebnisse der Analysen sind in aussagekräftigen Grafiken zusammengefasst, reale und wissenschaftlich aufbereitete Schadenbeispiele geben konkrete Hilfestellung für die Praxis. Im dritten Teil werden Innovationen vorgestellt, die Wege in die Zukunft weisen: Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung von Leitungsauskünften, weitere Themen sind unter anderem zertifizierte Asset-Management-Systeme, neue Verfahren beim Asphaltstraßenbau und der Einsatz von Radiographie bei Bauwerksuntersuchungen.
Fazit und Ausblick
Aus den Ergebnissen des Bauschadenberichts lassen sich konkrete Maßnahmen zur Verringerung von Bauschäden formulieren. So beginnt die Schadenprävention bereits in der Planungsphase: durch sachkundige Vorbereitung und Planung der Tiefbauarbeiten sowie den Einsatz von Verfahren zur Leitungsortung. Dies bedingt jedoch die Verfügbarkeit detaillierter Lagepläne – hier zeigt der Bericht einen erheblichen Handlungsbedarf auf. Weiterhin können die Verwendung genormter Warneinrichtungen (zum Beispiel detektierbare Trassenbänder, Kabelabdeckungen) zur besseren Kenntlichmachung erdverlegter Kabel und Leitungen, die gewissenhafte Ausführung der Tiefbauarbeiten, der Einsatz von entsprechend qualifizierten Fachkräften sowie systematische Qualitätskontrollen durch unabhängige Prüfer dazu beitragen, Mängel und Bauschäden bei Tief- und Infrastrukturbauprojekten zu verringern und damit nicht zuletzt Kosten zu sparen.
Stand: 16.12.2025
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Das Institut für Bauforschung e.V. (IFB) mit Sitz in Hannover wurde 1946 gegründet. Satzungsgemäße Aufgaben sind die wissenschaftliche Forschung und deren Förderung in den Bereichen Planung im Bauwesen, Baustoffe, Bauarten, Baubetrieb sowie Bauschäden und deren Ursachen. Die Verschmelzung mit dem Institut für Bauschadensforschung e.V. im Jahr 2002 hat die Arbeitsschwerpunkte auf dem Gebiet der Schadenanalyse und Bauqualität im Hoch- und Tiefbau erweitert. Im Auftrag öffentlicher und privater Auftraggeber bearbeitet das Institut umfassende Studien zu aktuellen Problemen des nachhaltigen und qualitätsvollen Planens, Bauens und Nutzens. Diese werden den mehr als 100 Mitgliedern aus Bauindustrie, Baugewerbe, Wohnungswirtschaft, Verwaltung und Sachverständigenwesen sowie der Öffentlichkeit zur bereitgestellt.