Pilotprojekt in Gießen, kein Trinkwasser zu verschwenden Regenwasser für die Stadtbegrünung

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die Bewässerung von Stadtbäumen, Grünanlagen und Blühflächen wird für Kommunen angesichts zunehmender Trockenperioden zur großen Herausforderung. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal, Transport und Wasserbereitstellung. Mit einem Pilotprojekt setzt die Stadt Gießen nun auf spezielle Regensammler. 

Der Regensammler ist eine Kombination aus autarker Regenwassernutzung und intelligenter Unterflurbewässerung. (Bild:  Pluvara)
Der Regensammler ist eine Kombination aus autarker Regenwassernutzung und intelligenter Unterflurbewässerung.
(Bild: Pluvara)

Der Regensammler von Pluvara wurde speziell dafür entwickelt, Regenwasser unabhängig von bestehender Infrastruktur zu sammeln und zu speichern. Das System wird auf handelsübliche IBC-Container montiert und kann auf einer Sammelfläche von 3,15 Quadratmetern jeden Niederschlag auffangen und in den darunterliegenden Behälter leiten. Ein Container fasst 1.000 Liter Wasser, mehrere Einheiten können modular miteinander verbunden werden. 

Für Kommunen eröffnet dies neue Möglichkeiten im Umgang mit der Ressource Wasser. Während Regenwasser in niederschlagsreichen Phasen gesammelt wird, steht es in Trockenzeiten unmittelbar für die Bewässerung von Bäumen, Beeten und Grünflächen zur Verfügung. Bis zu 3.000 Liter Regenwasser kann so je nach Region im Jahr aufgefangen und gesammelt werden. Aufwändige Transportwege und der Einsatz von Trinkwasser können dadurch reduziert werden. 

Gerade in Städten sind Pflanzen und Bäume unverzichtbar für das Stadtklima. Gleichzeitig verursacht ihre Bewässerung einen hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand. „Mit dem Pilotprojekt Regensammler wollen wir prüfen, wie sich Regenwasser künftig noch gezielter und effizienter für die Pflege des Stadtgrüns nutzen lässt“, so Gießens Stadträtin Gerda Weigel Greilich dieser Tage im Rahmen der Präsentation des ersten Containers mit Pluvara-Trichter

Besonders interessant ist dabei der dezentrale Ansatz. Die Regensammler können an strategisch wichtigen Standorten im Stadtgebiet aufgestellt werden und dort als lokale Wasserreserve dienen. Mitarbeitende des Bauhofs oder beauftragte Dienstleister können das gespeicherte Wasser direkt vor Ort nutzen. Lange Fahrten zu zentralen Wasserentnahmestellen entfallen, was Zeit, Kosten und Ressourcen spart. Die Stadt Gießen gehört damit zu den ersten Kommunen, die das System im praktischen Einsatz testen. Ziel des Pilotprojekts ist es, Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit, die erzielbaren Wassermengen sowie mögliche Einsparungen bei Betriebskosten und Trinkwasserverbrauch zu gewinnen. 

Regensammler: vollautomatische Unterflurbewässerung

Im konkreten Fall wurde der Pluvara-Trichter inklusive IBC-Container nahe einem neugepflanzten Apfelbaum positioniert und mit einer automatischen Unterflurbewässerung kombiniert, so dass der neu gepflanzte Apfelbaum über ein Schlauchsystem automatisch mit der richtigen Menge Wasser versorgt wird. „Das ist besonders in den ersten fünf Jahren notwendig, bis der Baum sich selbst ausreichend versorgen kann. Im Normalfall müssten städtische Mitarbeiter in den Trockenphasen bis zu zwei Mal in der Woche für die Wasserversorgung sorgen. Das geschieht nun vollautomatisch. Das spart nicht nur wertvolles Trinkwasser, sondern auch eine Menge Personalaufwand“, sagt Gartenamtsleiter Ludwig Wiemer. Pro Container können – je nach lokaler Situation – bis zu fünf neu gepflanzte Bäume automatisch und autark mit Frischwasser versorgt werden.

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