Glyvra-Schule auf den Färöer-Inseln Die Natur als Klassenzimmer

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Das Architekturbüro Henning Larsen verwandelt eine Schule auf den Färöer-Inseln in ein vom Landschaftsraum geprägtes Lerndorf.

Das dänische Architekturbüro Henning Larsen hat den Wettbewerb zur Neugestaltung und Erweiterung der Glyvra-Schule gewonnen. (Bild:  Plomp)
Das dänische Architekturbüro Henning Larsen hat den Wettbewerb zur Neugestaltung und Erweiterung der Glyvra-Schule gewonnen.
(Bild: Plomp)

Eingebettet zwischen Fjord und Berg rückt die neu gestaltete Schule auf den Färöer-Inseln Natur und aktives Lernen in den Mittelpunkt der Bildung der nächsten Generation. Das dänische Architekturbüro Henning Larsen hat den Wettbewerb zur Neugestaltung und Erweiterung der Glyvra-Schule gewonnen. Ziel ist es, eine Lernumgebung zu schaffen, in der Architektur, Landschaft und Gemeinschaft zu einer Einheit verschmelzen. Der Entwurf definiert die Schule als „Lerndorf“, das sich an der umgebenden Topografie orientiert und geschützte Außenräume, reichlich Tageslicht sowie Fjordblicke aus den Klassenräumen gewährleistet.

Glyvra-Schule, Färöer-Inseln, Gebäude außen, Umbau von Henning Larsen Architekten
Die neue Glyvra-Schule ist als Cluster miteinander verbundener Gebäude konzipiert.
(Bild: Plomp)
Lernumgebung, in der Architektur, Landschaft und Gemeinschaft zu einer Einheit verschmelzen. (Bild:  Plomp)
Lernumgebung, in der Architektur, Landschaft und Gemeinschaft zu einer Einheit verschmelzen.
(Bild: Plomp)

Die neue Glyvra-Schule ist als Kombination miteinander verbundener Gebäude konzipiert, die den natürlichen Geländeverläufen folgen. So soll die Landschaft zu einem aktiven Movens für Gemeinschaft, Spiel und Lernen werden. Ein Großteil des bestehenden Terrains bleibt erhalten, während Grünflächen bis ins Herz des Campus hineinreichen und sich die Gebäude organisch in die Landschaft ausdehnen. Dies schafft einen nahtlosen Übergang zwischen Innen- und Außenräumen, der Bewegung, Neugier und Kreativität im Schulalltag fördert.

Landschaft der Färöer-Inseln inspiriert die Gemeinschaft

Ósbjørn Jacobsen, Design Director, Henning Larsen, Färöer-Inseln: „Bildung findet hier sowohl drinnen als auch draußen statt. Unser Entwurf verwebt Bewegung und Spiel mit dem täglichen Lernen und stellt sicher, dass die umgebende Natur nicht nur Kulisse, sondern auch Lehrerin ist. Durch den Erhalt der bestehenden Schule und des Heimistovufjósið wird sich der neue Campus wie eine organische Erweiterung von Glyvrar anfühlen – ein Ort, den die gesamte Gemeinschaft nutzen kann.“

Geschützte Spielzonen, vielfältige Bepflanzungen und natürlicher Windschutz machen die Außenbereiche ganzjährig nutzbar und sollen sowohl praktisches Entdecken als auch soziale Interaktion unterstützen. Kunstinstallationen und Aktivitätsflächen fördern Wohlbefinden, sensorische Wahrnehmung und Gemeinschaftsgefühl und verwandeln die Schule in ein lebendiges Lernökosystem für Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren.

Campus als sozialer und kultureller Ankerpunkt

Die Außenangebote reichen über das Schulgelände hinaus: Der Campus fungiert als sozialer und kultureller Anker für die Gemeinde Glyvrar. Begrünte Höfe, Wege zum Strand sowie Einrichtungen für Sauna und Meeresschwimmen sind in ein Netzwerk aus Freizeitwegen und Aktivitätszonen eingebettet, das sowohl von der Schule als auch von der breiten Öffentlichkeit im Alltag genutzt werden kann. Auf diese Weise ist die Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern das Herz des Dorflebens – aktiv weit über die Schulzeiten hinaus.

Glyvra-Schule, Färöer-Inseln, Fassade
Glyvra-Schule, Fassade, Nord-Ost
(Bild: Henning Larsen)
Glyvra-Schule, Grundriss(Bild:  Henning Larsen)
Glyvra-Schule, Grundriss
(Bild: Henning Larsen)
Glyvra-Schule, Färöer-Inseln, Schnitt, Umbau von Henning Larsen Architekten
Glyvra-Schule, Schnitt
(Bild: Henning Larsen)

Die neue Musikschule wird im historischen Stallgebäude Heimistovufjósið untergebracht, das in den 1950er-Jahren vom lokalen Architekten Niels Pauli Hansen errichtet wurde. Der Entwurf respektiert die Proportionen, Materialien und den architektonischen Ausdruck des Gebäudes und ergänzt sie zugleich um zeitgemäße Einrichtungen für Musikunterricht, Proben und Aufführungen. Eigene Unterrichtsräume, Proberäume und ein Konzertsaal sollen die Verbindung zwischen Bildung, Kultur und lokaler Gemeinschaft stärken.

Unterrichtsräume, Proberäume und ein Konzertsaal

Die Schule wird eine Fläche von 10‘000 m² umfassen und Platz für 500 Schülerinnen und Schüler bieten – von der Vorschule über die Mittelstufe bis hin zu Nachmittagsangeboten und Sonderpädagogik. Um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, hat die Kommune Runavík Henning Larsen und Ramboll mit der Renovierung und Erweiterung der bestehenden Glyvra-Schule sowie mit der Einrichtung einer neuen Musikschule im 75 Jahre alten Stallgebäude Heimistovufjósið auf dem Gelände beauftragt.

Auszug aus der Jurybegründung

Sigrid J. Dalsgaard, Jurysekretärin und Projektleiterin: „Ein Projekt sticht besonders hervor und hat es in außergewöhnlicher Weise geschafft, die Blaupause – unsere Bedürfnisse, Wünsche und Träume – in ein Gebäude zu übersetzen, das wir stolz als unser Wahrzeichen annehmen. Als Spiegel unserer Seele, unserer Gemeinschaft und unserer Geschichte.“

Die Bauarbeiten werden in mehreren Phasen durchgeführt, sodass der Schulbetrieb während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten bleibt. Dieser gestaffelte Ansatz ermöglicht es, neue Einrichtungen fertigzustellen und zu nutzen, bevor bestehende Strukturen renoviert oder zurückgebaut werden.

Weitere Informationen: https://www.henninglarsen.com/

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