Renovierungsambitionen und modulares Bauen treiben Innovation: Auf der Messe, R+T 2027, werden adaptive, vorgefertigte und hybride Lösungen für Neubau und Sanierung gezeigt, die Flexibilität sowie Zeit- und Kostenersparnis vereinen.
(Bild: Messe Stuttgart)
Die Anforderungen an Gebäudehüllen wachsen weltweit: Klimaziele, steigende Energiekosten und neue Bauweisen verändern Neubau und Sanierung grundlegend. Die Europäische Union hat sich im Rahmen der „Renovation Wave“ zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund 35 Millionen Gebäude zu renovieren und die jährliche Sanierungsrate mindestens zu verdoppeln. Diese Initiative ist Teil des europäischen Green Deals und soll sowohl Energieverbrauch als auch CO₂ Emissionen im Gebäudesektor deutlich senken.
Parallel dazu wächst der globale Markt für modulares und vorgefertigtes Bauen dynamisch. Laut einer Marktanalyse von Future Market Insights wird der weltweite Markt für modulares und vorgefertigtes Bauen von 173,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf rund 228,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 anwachsen. Treiber dieser Entwicklung sind unter anderem steigender Wohnraumbedarf, kürzere Bauzeiten sowie zunehmende Anforderungen an nachhaltige Bauweisen
Nachhaltiges Bauen ist damit längst mehr als ein Schlagwort: Es wird zur technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Notwendigkeit. Die Bau- und Fassadenbranche steht vor der Herausforderung, Gebäudehüllen energieeffizienter, klimaresilienter und nutzerfreundlicher zu gestalten – und das weltweit. „Klimavorsorge beginnt an der Gebäudehülle. Statt der nachträglichen Kühlung von Innenräumen steht die gezielte Vermeidung von Wärmeeinträgen im Vordergrund. Moderne Rollladen- und Sonnenschutzsysteme leisten hier einen wichtigen Beitrag – sowohl im Neubau als auch in der Sanierung“, erklärt Simon Schmid, Geschäftsführer des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz (BVRS).
Die R+T 2027 in Stuttgart (15.–19. Februar 2027), Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz, bringt Unternehmen aus zahlreichen Ländern zusammen, die Lösungen für diese Entwicklungen einem internationalen Fachpublikum aus Planung, Fachhandel und Handwerk präsentieren.
R+T 2027: Modulare Systeme
Vorgefertigte Gebäudemodule erfordern standardisierte, aber dennoch anpassungsfähige Komponenten für die Gebäudehülle, die sich schnell integrieren lassen, ohne Kompromisse bei Energieeffizienz oder Design einzugehen.
Ein Beispiel dafür ist das modulare Komplettsystem UNO von ROMA, das Rollläden, Raffstoren und Textilscreens in einem einheitlichen Kastensystem inklusive Fensterbank integriert. Unterschiedliche Behangarten erfordern keine separaten Kastentypen mehr, wodurch Planung, Montage und Wartung effizienter werden. So lassen sich bei seriellen Bauweisen, aber auch Sanierungen mit wiederkehrenden Fenstergrößen Zeit, Material und Kosten einsparen.
Intelligente Steuerung: Adaptive Gebäudehüllen und Innenraum-Konzepte
Die Zukunft gehört adaptiven Gebäudehüllen, die auf Nutzerbedürfnisse und Umweltbedingungen reagieren. Sonnenschutz zählt dabei zu den effektivsten Maßnahmen, um Gebäude klimafit zu gestalten. Durch gezielte Beschattung wird die solare Wärmeeinstrahlung im Sommer deutlich reduziert, während im Winter passive Wärmegewinne genutzt werden können.
„Intelligent gesteuerte dynamische Sonnenschutzsysteme senken den Kühlbedarf, verhindern Überhitzung und tragen gleichzeitig zu einem gesunden Raumklima bei– zentrale Aspekte einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Bauweise“, betont Anders Hall, Präsident der European Solar Shading Organisation. Die Organisation setzt sich dafür ein, Sonnenschutz als Gebäudetechnologie stärker in EU- und lokale Bauvorschriften zu integrieren.
Eine zentrale Rolle spielen dabei automatisierte Steuerungen. Sie optimieren den Einsatz von außen- und innenliegenden Beschattungssystemen auf Basis von Wetterdaten, Sonnenstand und Innenraumtemperatur. „Automatisierter Sonnenschutz wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil energieeffizienter Gebäude. Besonders im Zusammenspiel von außen- und innenliegenden Systemen entstehen neue Potenziale für Komfort, Energieeinsparung und Nachhaltigkeit“, erklärt Lars Rippstein, Geschäftsführer des Industrieverbands Technische Textilien Rollladen-Sonnenschutz e.V. (ITRS) sowie der Industrievereinigung Rollladen Sonnenschutz-Automation e.V. (IVRSA).
Wie solche Lösungen in der Praxis aussehen, zeigen beispielsweise Systeme von Somfy: Vernetzte Antriebe, Sensorik und digitale Plattformen arbeiten zusammen und ermöglichen einen effizienteren Betrieb von Wohn- und Gewerbegebäuden. Gleichzeitig lassen sich diese Lösungen nahtlos in ganzheitliche Smart-Building Konzepte integrieren.
Stand: 16.12.2025
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Auch hybride Bedienkonzepte gewinnen an Bedeutung. Das Bediensystem DUOMotion von Hunter Douglas kombiniert manuelle und motorisierte Steuerung für Duette- und Plissee-Systeme und ermöglicht eine präzise Regulierung von Licht und Blendung.
In Verbindung mit intelligenten Steuerungen kann dadurch das Raumklima positiv beeinflusst werden. Gleichzeitig bieten hybride Systeme flexible Anpassungsmöglichkeiten an unterschiedliche Tageszeiten, Raumfunktionen und Nutzeranforderungen.
Diese Flexibilität ist insbesondere in Büros oder multifunktionalen Räumen von Bedeutung, in denen Energieeffizienz und Komfort gleichermaßen gefragt sind. Innenliegender Sonnenschutz ergänzt dabei die Wirkung außenliegender Systeme und trägt zu einem ganzheitlichen Klimakonzept bei.
Tore: Funktionale Integration in die Gebäudehülle
Tore sind ein oft unterschätzter Bestandteil der thermischen Gebäudehülle, insbesondere in Industrie- und Gewerbebauten. Der Bedarf an energieeffizienten Torlösungen für Gewerbe- und Industriebauten steigt stetig. Gut gedämmte und langlebige Torlösungen mit optimierten Öffnungszeiten reduzieren Wärmeverluste, minimieren unkontrollierten Luftaustausch und tragen so zur Senkung des Energiebedarfs bei. Innovative Systeme verbinden Funktionalität, Robustheit und Nachhaltigkeit und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.
„Tore sind integraler Bestandteil der thermischen Gebäudehülle. Hochwertige Konstruktionen mit einer ,intelligenten´ Steuerung minimieren Energieverluste und verbessern die Gesamtperformance nachhaltig“, erklärt Kai-Uwe Grögor, Geschäftsführer des BVT – Verband Tore.
Outdoor Living: Wohnkomfort und klimaresiliente Nutzung
Im Neubau wie in der Sanierung entwickelt sich die Gebäudehülle zunehmend zu einem aktiven Gestaltungselement für Energieeffizienz und Wohnkomfort. Große Glasflächen ermöglichen hohe Tageslichtanteile und reduzieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung, erhöhen jedoch ohne geeignete Maßnahmen das Risiko sommerlicher Überhitzung. Intelligente Beschattungssysteme werden daher integraler Bestandteil moderner Fassadenkonzepte, da sie solare Einträge gezielt regulieren und so einen wirksamen Beitrag zum Wärmeschutz leisten.
Insbesondere außenliegender Sonnenschutz an der Fassade übernimmt dabei eine Schlüsselrolle, da er die Energieeinträge bereits vor der Verglasung reduziert. Dieses Prinzip lässt sich konsequent auf Outdoor-Living-Bereiche übertragen - von Terrassen bis hin zu nicht-vertikalen Glasflächen wie Glasdächern oder Wintergärten - bei denen textiler Sonnenschutz wie die Climara W25 und die Terrea K55 von Warema eine effektive Beschattung und zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität ermöglichen.
Langlebige Materialien und präzise Verarbeitung – etwa eine gleichmäßige Tuchspannung und robuste Mechanik – unterstützen zudem die Anforderungen an nachhaltige Gebäudehüllen, indem sie Wartungsaufwand reduzieren und die Ressourceneffizienz über den Lebenszyklus hinweg verbessern
R+T 2027: Globale Plattform für nachhaltiges Bauen
Die Messe Stuttgart vereint die internationale Branche und zeigt, wie Rollläden, Tore und Sonnenschutzsysteme zu den Bauweisen von morgen beitragen. Das aktuell in Planung befindliche Rahmenprogramm wird diese Entwicklungen aufgreifen und die relevanten Branchenthemen in unterschiedlichen Formaten beleuchten. So entsteht ein ganzheitlicher Überblick mit Fachwissen über Trends, zukünftige Anforderungen und Produktneuheiten der Branche. Damit positioniert sich die Branche klar als aktiver Treiber und unverzichtbarer Partner einer nachhaltigen Bauentwicklung.