Neue Bauten müssen nicht bei Null beginnen. Wie das funktionieren kann, zeigt die Ausstellung Reproduktives Entwerfen in Stuttgart.
(Quelle: Seda Ünal, HSRM Wiesbaden, 2022)
Neue Bauten müssen nicht immer erfunden werden, sondern können sich architektonischer Referenzen bedienen, um eine angemessene Antwort für die Stadt zu erzeugen.
Wie das funktioniert, zeigt die Ausstellung „Reproduktives Entwerfen“ der Hochschule RheinMain, die das gleichnamige Entwurfsprinzip mit Studierenden am Beispiel Stuttgarter Lücken durchspielt.
Die Schau ist in Kooperation mit der Bürgerinitiative „Aufbruch Stuttgart“ entstanden.
Die Vernissage findet am 10. Mai 2022 statt, die Ausstellung läuft bis 7. Juli 2022
Wie viel Historie darf, wie viel muss sogar in einem architektonischen Entwurf stecken? Die Macher von „Reproduktives Entwerfen“ haben dazu eine eindeutige Haltung: Mit ihrem Entwurfsprinzip bekennen sie sich zunächst zu allem in der Architekturgeschichte Vorhandenem, ob gebaut oder nur Papier geblieben. In der festen Überzeugung, nicht immer Neues erfinden und somit immer wieder bei Null anfangen zu müssen (und dies auch gar nicht zu wollen), bedienen sie sich konkreter architektonischer Referenzen, um sie an anderer Stelle neu aufzuführen. Die Auseinandersetzung wird dabei geleitet von der präzisen, möglichst wörtlichen Aneignung des Bestehenden, um daran und daraus für heute zu lernen.
(Reproduktives Entwerfen - Stuttgarter Lücken. Beispiel Mehringplatz in Berlin. Referenz: Hans Poelzigs Entwurf für ein Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin 1921/22. Bild: Ole Burand, HSRM Wiesbaden, 2017.)
Der Begriff „Reproduktiven Entwerfen“ – im Jahr 2014 von den Architekten Georg Ebbing, Moritz Henkel, Philipp Rentschler und Ulrich von Ey entwickelt – umfasst sowohl eine historische als auch fortschrittlich-produktive Dimension. Denn es ist ein stetiger Prozess sanfter Erneuerung, die Wiederaufnahme und Neukonstruktion von Traditionen mit zeitgenössischem Anspruch. Grundlage für die vorgelegten Entwürfe ist das 2014 formulierte Manifest mit seinen acht Thesen, das Besucher in gedruckter Form zudem aus der Ausstellung mitnehmen können.
Ausstellung in zwei Bereiche gegliedert
Die Ausstellung in der Raumgalerie ist in zwei Bereiche unterteilt: Der erste widmet sich fünf Stuttgarter Lücken, für die Studierende während eines Semesters mithilfe unterschiedlicher Referenzen mögliche Stadtbilder entworfen haben, etwa dem Kaufhof-Areal (Bad Cannstatt), dem Areal der Neckar-Realschule oder dem Parkplatz neben dem Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg. Für den Platz der Deutschen Einheit bei der Liederhalle wurde zudem ein „Haus der Musik“ entworfen. Dazu wurde auf örtliche Referenzen von Paul Bonatz, Richard Döcker oder Rolf Gutbrod zurückgegriffen. Ziel der Entwürfe war, die ausgewählten Orte zu stärken und ihnen eine unverwechselbare Identität zu verleihen.
Der zweite Ausstellungsbereich zeigt eine Auswahl von Arbeiten des Reproduktiven Entwerfens von 2014 bis 2022, die in unterschiedlichen Konstellationen auch mit anderen Hochschulen in der Lehre entstanden sind. Bei einem „PAIRfect-Spiel“ in den Galerieräumlichkeiten können außerdem spielerisch bedeutende Referenzbeziehungen aufgedeckt und entdeckt werden.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit der unabhängigen und überparteilichen Bürgerinitiative „Aufbruch Stuttgart e. V.“ entstanden, die sich für eine Zukunft mit besserer Urbanität, Lebensqualität, Kultur und Strahlkraft in Stuttgart einsetzt.
Reproduktives Entwerfen Stuttgarter Lücken
Vernissage: Dienstag, 10. Mai 2022, Einlass ab 18 Uhr Um bei der Ausstellungseröffnung das Abstandhalten zu ermöglichen, wird das Get-together möglichst im Außenraum stattfinden. Der Zutritt zur Ausstellung erfolgt zudem nur unter Einhaltung der geltenden Corona-Verordnung der Landesregierung.
Online-Podiumsdiskussion: Termin und Teilnehmer werden noch mitgeteilt
Kuratorenführung: Termin wird noch mitgeteilt
Dauer der Ausstellung: bis 07. Juli 2022
Ort: Die Raumgalerie, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11 bis 19 Uhr Samstag 13-18 Uhr Feiertag nach Bekanntgabe
Bild oben: Reproduktives Entwerfen - Stuttgarter Lücken. Beispiel Stadttor am Wilhelmsplatz. Referenz: Hans Poelzigs Entwurf für ein Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin 1921/22. Bild: Seda Ünal, HSRM Wiesbaden, 2022
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.