Neben herkömmlichen Kriterien von Logistikimmobilien und Ansiedlungsvorhaben in Form von Lage, Infrastruktur und Gebäudeausstattung hat sich Nachhaltigkeit zu einem zentralen Erfolgskriterium entwickelt. Mit dem Levi Strauss & Co. European Distribution Center in Dorsten (NRW) wurde die erste, nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip entwickelte Logistikimmobilie Deutschlands realisiert.
Das Levi Strauss & Co. European Distribution Center in Dorsten wurde für sein Konzept in Sachen Klima- und Umweltschutz mit dem Logix Award 2025 ausgezeichnet.
(Bild: Delta Development Germany)
Mit den steigenden politischen und gesellschaftlichen Anforderungen an den Klima- und Umweltschutz geraten Immobilien immer stärker in den Fokus, das gilt auch und gerade in der Logistik. Der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland nach Automobilindustrie und Handel verfügt über eine Vielzahl an Stellschrauben, um einen Beitrag zum Erreichen einer klimaneutralen Volkswirtschaft zu leisten, wie sie beispielsweise die EU im Rahmen ihres „Green Deal" vorsieht. Dabei geht es längst nicht nur um den Einsatz alternativer Kraftstoffe, die im Bereich Transport emittierten Treibhausgase zu reduzieren, sondern auch um die Prozesse im Lager – bis hin zu den den Logistikimmobilien.
Immerhin werden bei der Entwicklung großflächiger Hallen enorme Mengen Beton verwendet, hinzu kommt oftmals die Flächenneuversieglung, wenn die Immobilie auf der sprichwörtlichen „grünen Wiese“ entsteht. Gleichzeitig finden im Inneren energieintensive Applikationen statt: Roboter, Flurförderzeuge in Form von Gabelstaplern und Lagertechnikgerät, aber auch große Förderanlagen bewegen Güter, dabei steuert und überwacht eine oftmals hochkomplexe IT alle Anwendungen.
Cradle-to-Cradle-Prinzip von Beginn an miteinbeziehen
Allem voran Projektentwickler sind gefragt, Nachhaltigkeitskonzepte von Beginn eines jeden Immobilienvorhabens miteinzubeziehen und ihnen einen hohen Stellenwert bei der Gebäudeerrichtung einzuräumen. Wesentliche Treiber dafür sind unter anderem die kontinuierlich steigende Relevanz von ESG-Kriterien sowie der Richtlinien der EU-Taxonomie – aber auch die Erwartungen der Immobiliennutzer, die ihrerseits unter Handlungsdruck stehen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit und eine Reduzierung des fossilen Fußabdrucks geht.
Entwicklern stehen vielfältige Maßnahmen zur Verfügung, angefangen bei der Revitalisierung von Brownfields, einem Refurbishment von Bestandsgebäuden, einer hochwertigen Gebäudeisolierung sowie einem sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser. Der Projektentwickler und Investor mit Fokus auf zukunftsfähige Logistikimmobilien Delta Development mit Sitz in Düsseldorf, ist mit der Realisierung des Levi Strauss European Distribution Center im Umfang von 73.000 qm Gesamtmietfläche in Dorsten noch einen Schritt weitergegangen und hat dabei neue Maßstäbe einer nachhaltigen Projektentwicklung durch das Cradle-to-Cradle-Prinzip gesetzt.
Das Gebäude als Materialdepot
Im Zentrum steht der Ansatz von Cradle-to-Cradle – ein Neuland für die Logistikimmobilienbranche. Das Prinzip beschreibt eine Alternative zum herkömmlichen linearen Ressourcenverbrauch durch geschlossene Stoffkreisläufe. Die von Michael Braungart und William McDonough entwickelte Philosophie zielt darauf ab, Produkte so zu gestalten, dass ihre Bestandteile nach der Nutzung vollständig und schadstofffrei in biologische oder technische Kreisläufe zurückgeführt werden können.
Für die Bereiche Projektentwicklung und Bauwesen bedeutet das: Materialien müssen vollständig rückbaubar und wiederverwendbar sein. Und genau dies ist in Dorsten umgesetzt worden, indem schon in der Planungsphase der spätere Rückbau des Gebäudes mitgedacht wurde. In diesem Sinn fungiert die Immobilie als Rohstofflager: Bauelemente sind so konzipiert, dass sie demontiert und erneut verwendet werden können. Praktisch bedeutet dies, dass etwa ein großer Teil der Fassade der Levis-Logistikimmobilie rezyklierbar ist und sich das Gebäude nach der Logistiknutzung als Materialdepot nutzen lässt.
Cradle-to-Cradle hört allerdings nicht beim Rückbau auf – auch die Materialgesundheit steht im Fokus. Sämtliche beim Bau verwendeten Stoffe wurden auf ihre Umweltauswirkungen geprüft, zertifiziert und dokumentiert. Die Grundlage hierfür bildet ein detaillierter Materialpass, der sämtliche verbauten Materialien hinsichtlich ihrer Kreislauffähigkeit ausweist – eine Maßnahme, die zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.
CO2-Neutralität durch fossilfreie Energieversorgung
Eine weitere, essenzielle Komponente des Projekts ist die vollständige Klimaneutralität, die bereits während der Vermietungsdauer erreicht wird. Realisiert wurde dies durch eine Kombination fossilfreier Energiequellen – insbesondere Photovoltaik und Geothermie. Eine 3,45-MWp-Photovoltaikanlage mit integriertem 1-MW-Batteriespeicher sorgt für eine effiziente, CO2-freie Energieversorgung. Diese Lösung macht das Gebäude nicht nur unabhängig von externer Energieversorgung, sondern reduziert gleichermaßen Betriebskosten und Emissionen. Die Klimaneutralität wurde im September 2025 durch Berechnungen des internationale Forschungs- und Beratungsinstituts EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) bestätigt.
Stand: 16.12.2025
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Auszeichnung für Leuchtturmprojekt
Dass das Dorstener Projekt Maßstäbe setzt, zeigt auch die Verleihung des Logix Award 2025. Mit ihm zeichnet die Initiative Logistikimmobilien (Logix) Logistikimmobilienentwicklungen aus, die in besonderem Maß den Ansprüchen von Kommunen, Nutzern und Investoren gerecht werden. Zudem wird berücksichtigt, wie die Projekte städtebauliche, ökologische und soziale Aspekte integrieren. Die Jury bewertete im Wettbewerb dieses Jahres insgesamt 27 eingereichte Projekte nach städtebaulichen, ökologischen und sozialen Kriterien. Sechs davon schafften es ins Finale – den Ausschlag für den Sieg von Delta Development gab am Ende die ganzheitliche Verbindung des Cradle-to-Cradle-Prinzips mit einem vollständig klimaneutralen Betrieb.
Signalwirkung für die Branche
Mit dem Projekt in Dorsten zeigt sich exemplarisch, wohin die Entwicklung in der Logistikimmobilienbranche gehen kann und muss: weg von kurzfristigem Denken hin zu kreislauffähigen, klimaneutralen Gesamtlösungen. Das setzt voraus, dass Nachhaltigkeit nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil jeder Projektentwicklung verstanden wird – beginnend bei der Standortwahl über die Materialauswahl bis zur Energieversorgung.
„Mit der Immobilie betreten wir Neuland im Bereich zukunftsfähiger Projektentwicklung im Logistikimmobiliensektor – mit Fokus auf der Wiederverwendung aller Baustoffe und einer klimaneutralen Entwicklung“, sagt Edwin Meijerink, CEO von Delta Development Germany. „Die Auszeichnung durch die Logix-Jury ist für uns Bestätigung und Motivation gleichzeitig für weitere Projekte dieser Art. Wir wollen und werden unseren Weg einer zukunftsfähigen Projektentwicklung im Logistik- und Industrieimmobiliensektor mit demselben Engagement weitergehen.“ Weitere Informationen: www.deltadevelopment.eu