Haus zum Falken am Zürcher Bahnhof Stadelhofen Fassadenbau neu definiert: Skulpturale Präzision in Glas

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

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Das Haus zum Falken am Zürcher Bahnhof Stadelhofen definiert moderne Fassadentechnik neu. Santiago Calatravas architektonisches Meisterwerk vereint skulpturale Ästhetik mit innovativem Glas-Metall-Fassadenbau. Die 1.800 Quadratmeter große Elementfassade von Aepli Metallbau AG und BGT Bischoff Glastechnik überzeugt durch gerüstlose Montage und Energieeffizienz von 0,82 W/m²K. Mit 1.680 individuellen Dreifach-Isolierverglasungen setzt das Projekt neue Standards in der Glastechnik. Die rhythmisch-organische Fassadenstruktur entstand durch präzise Koordination von Materialmix aus pulverbeschichteten Aluminiumprofilen und mehrfach siebbedruckten Gläsern.

Das „Haus zum Falken“ von Santiago Calatrava am Zürcher Bahnhof Stadelhofen überzeugt mit einer skulpturalen Glas-Metall-Fassade von BGT Bischoff Glastechnik und Aepli Metallbau. (Bild:  Ingo Rasp)
Das „Haus zum Falken“ von Santiago Calatrava am Zürcher Bahnhof Stadelhofen überzeugt mit einer skulpturalen Glas-Metall-Fassade von BGT Bischoff Glastechnik und Aepli Metallbau.
(Bild: Ingo Rasp)

Die Gebäudekubatur greift die städtebaulichen Kanten auf und schließt eine markante Lücke im Stadtgefüge. Zugleich erweitert das zurückversetzte Erdgeschossniveau den öffentlichen Raum und schafft eine neue, großzügige Fußgängerebene. Die von Calatrava entworfene Fassade lehnt sich in ihrer rhythmisch-organischen Gliederung an seine aktuellen Kunstobjekte an – ein skulpturales Spiel aus Linien, Licht und Transparenz.

Präzision im Fassadenbau

Die Realisierung der komplexen Geometrie erfolgte durch eine gerüstlose Montage der Elementfassade – ein Verfahren, das ein hohes Maß an logistischer, technischer und sicherheitstechnischer Koordination verlangte. Eingesetzt wurde ein Materialmix aus pulverbeschichteten Aluminiumprofilen und doppelt bis vierfach siebbedruckten Gläsern, die als individuelle Unikate gefertigt wurden. Hierbei wurde der deckungsgleiche Siebdruck (Punkte- oder Lochblech-Dekor) auf der Außenseite der Isolierglaseinheit aufgebracht. Die Fassadenelemente wurden so konstruiert, dass sie bauwerksbedingte Bewegungen aufnehmen können, ohne sichtbare konstruktive Kompromisse. Der Wärmedurchgangskoeffizient der Fassade von 0,82 W/m²K unterstreicht den hohen energetischen Anspruch.

Spezielle Beschichtungen der Dreifach-Isolierverglasung kombinieren hohen Sonnenschutz mit effizienter Wärmedämmung und neutraler Reflexion. (Bild:  Ingo Rasp)
Spezielle Beschichtungen der Dreifach-Isolierverglasung kombinieren hohen Sonnenschutz mit effizienter Wärmedämmung und neutraler Reflexion.
(Bild: Ingo Rasp)

Für die 1.800 Quadratmeter große Glasfassade lieferte BGT Bischoff Glastechnik individuell abgestimmte Dreifach-Isolierverglasungen – insgesamt rund 1.680 Unikatgläser mit doppel- bis vierfach Siebdruck. Die technische Veredelung erfolgte im Colorprint-Verfahren. Verarbeitet wurden Silverstar Combi Neutral 51/26 Beschichtungen, die hohen Sonnenschutz mit effizienter Wärmedämmung kombinieren und durch eine neutrale Reflexion überzeugen. Ergänzend kam Silverstar EN2plus T als zusätzliche Wärmedämm-Schicht zum Einsatz. In der Dreifach-Isolierverglasung werden Ug-Werte von bis zu 0,5 W/(m²K) erreicht, bei gleichzeitig hoher Lichttransmission.

Unikate mit technischem Feinschliff

In den Gebäudebereichen mit höchsten Sicherheitsanforderungen kam das Verbundsicherheitsglas Swisslamex VSG zum Einsatz. Dank hochreißfester, zähelastischer Folien-Zwischenschichten bindet Swisslamex VSG bei Bruch die Glassplitter. Zusätzlich erhielt die Rückseite der äußeren VSG-Scheiben einen umlaufenden Randsiebdruck, der das Erscheinungsbild optimiert und den Isolierglasrandverbund verdeckt. Diese Gestaltung erforderte es, alle Gläser als Unikate mit Silverstar Combi Neutral 51/26 zu beschichten. Der Rand-Siebdruck konnte nicht direkt auf die Beschichtung aufgebracht werden, sondern musste darunter liegen. Daraus ergab sich der Fertigungsprozess: zunächst Randsiebdruck, dann Vorspannen der Scheiben und schließlich die finale Beschichtung.In den Bereichen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen wurde das teilvorgespannte Glas Swissdurex TVG eingesetzt. Es besitzt eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einwirkungen als Floatglas sowie eine erhöhte Temperaturwechselbeständigkeit.

Ästhetik trifft Technik

Die Gläser wurden nicht nur funktional, sondern auch visuell fein aufeinander abgestimmt. Die doppelte Siebdrucktechnik auf der Außenseite erzeugt subtile Tiefeneffekte und betont die plastische Wirkung der Fassade bei wechselndem Licht. Farbe und Struktur der Glasflächen fügen sich harmonisch in das Stadtbild ein, ohne auf gestalterische Wirkung zu verzichten.
Weitere Informationen: www.glastroesch.com

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