In einer Zeit, die von Kirchenschließungen und zunehmender Säkularisierung geprägt ist, stellt die Eröffnung einer neuen Kirche eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Die vom Architekturbüro Henning Larsen entworfene Højvangen-Kirche in Skanderborg soll die Rolle der Kirche in der modernen Gesellschaft neu darstellen.
Die Højvangen-Kirche ist der erste Kirchenneubau in der Gemeinde Skanderborg seit mehr als 500 Jahren.
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
Die Højvangen-Kirche in Skanderborg soll als Raum der Begegnung, der Reflexion und der Verbindung über die religiöse Tradition hinausgehen. Sie ist der erste Kirchenneubau in der Gemeinde Skanderborg seit mehr als 500 Jahren.
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
(Bild: Henning Larsen)
(Bild: Henning Larsen)
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
Von der Enghøj-Kirche in Randers bis zur neuen Ørestad-Kirche in Kopenhagen hat Henning Larsen seit langem einen Beitrag zur Entwicklung der Kirchenarchitektur in Dänemark geleistet und dabei Traditionen mit neuen räumlichen und sozialen Ideen in Einklang gebracht.
Eva Ravnborg, Direktorin, Henning Larsen, Dänemark, ergänzt: "Mit der neuen Kirche in Højvangen sind wir der theologischen Tradition treu geblieben und haben die Kirche gleichzeitig als einen Ort neu interpretiert, der sowohl Alltag als auch Feste, Freude und Trauer über Generationen hinweg beherbergt. Licht war für uns ein zentraler Gestaltungsfaktor. Es ist mehr als ein physisches Element - es bringt eine ruhige, fast spirituelle Qualität in den Raum und hebt die Erfahrung des Kirchenraums über das Alltägliche hinaus."
Højvangen-Kirche am Stadtrand von Skanderborg, eine Hommage an das architektonische Erbe
Das 1‘500 m² große Gebäude am Stadtrand von Skanderborg, Dänemark, ist eine Hommage an das dänische architektonische Erbe und berücksichtigt gleichzeitig zeitgenössische Vorstellungen von Gemeinschaft und Spiritualität. Die Kirche ist für Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und alltägliche Zusammenkünfte konzipiert und bietet flexible Räume, die über ihre traditionelle Funktion hinausgehen. Materialien wie Ziegel, Eiche und Messing schaffen eine warme, zeitlose Atmosphäre.
Von außen wirkt die Kirche wie ein in die Landschaft gesetzter, skulpturaler Pavillon, der durch einen teilweise unterirdischen Korridor mit dem bestehenden Kirchenzentrum verbunden ist. Es gibt keine formale Vorder- oder Rückseite, das einzige feste Element des Gebäudes ist das Taufbecken in der Mitte.
Von hier aus öffnet sich der Blick in alle Richtungen - auf den Wald, den Friedhof, den alten Kirchturm - und unterstreicht die Idee der Kirche als bürgerliche Lichtung und nicht als Richtungsraum.
Aus jeder Richtung einladend
"Unser Ziel war es, einen Raum zu entwerfen, der aus jeder Richtung einladend wirkt. Diese Idee stellte den traditionellen Kirchengrundriss in Frage und ermöglichte es uns, einen flexiblen Innenraum zu schaffen, der sich offen und doch intim und heilig anfühlt", sagt Greta Tiedje, Global Design Director, Henning Larsen.
"Licht war für uns ein zentraler Gestaltungsfaktor. Es ist mehr als ein physikalisches Element -- es verleiht dem Raum eine ruhige, fast spirituelle Qualität und hebt die Erfahrung des Kirchenraums über das Alltägliche hinaus."
Im Gegensatz zu entsprechenden Konzepten im traditionellen Kirchenlayout kann diese anpassungsfähige „Lichtung“ eine Vielzahl von Veranstaltungen beherbergen, die jeden einbeziehen. Die umgebenden Wände wechseln zwischen massiv und transparent und bilden Bereiche mit Privatsphäre. So soll sich ein Gleichgewicht zwischen Offenheit und Intimität sowie zwischen Gemeinschaft und persönlicher Reflexion ergeben.
Ein gesellschaftlicher Ankerpunkt
„Ein Gotteshaus ist ein gesellschaftlicher Anker“, so Tiedje weiter. "Wir haben es so konzipiert, dass es ein Teil des Alltags ist, ein Raum, in dem Menschen über Generationen und Glaubensrichtungen hinweg zusammenkommen und durch gemeinsame Erfahrungen einen Sinn finden können. Das ist der Ort, an dem das wahre Leben stattfindet.“
Die sanft gewellte Fassade lässt das natürliche Licht über den Tag verteilt einfallen. Durchlässige Wände filtern und formen dieses Licht, so dass ein dynamisches Wechselspiel von Schatten und Atmosphäre entsteht, das die Architektur selbst zu einem Teil der spirituellen Erfahrung macht.
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
(Bild: Rasmus Hjortshøj)
Draußen lädt die Kirche von allen Seiten zur Auseinandersetzung ein. Eine Reihe von Nischen, die in die Säulenfassade auf der Rückseite eingebaut sind, bieten Platz für einen ruhigen Rückzug, ein Gespräch oder ein Innehalten in der Natur. Ein begrünter Park und ein Innenhof bieten zusätzlichen Raum für Veranstaltungen und die Nutzung durch die Gemeinde.
Möbeldesign: Eine Rückkehr zur Form
Im Rahmen des Projekts arbeitete Henning Larsen mit dem dänischen Möbelhersteller Brdr. Krüger zusammen, um einen neuen stapelbaren Kirchenstuhl zu entwerfen. Der Stuhl mit dem Namen Ekko verbindet Eleganz mit Langlebigkeit und ist nach der höchsten EU-Norm (L2) für extreme Beanspruchung zertifiziert.
Stand: 16.12.2025
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Ekko markiert Henning Larsens Rückkehr zum Möbeldesign nach 60 Jahren und wird im Brdr. Krüger Showroom während der 3daysofdesign in Kopenhagen vom 18. bis 20. Juni 2025 zu sehen sein.