Sanierung im denkmalgeschützten Bestand Schaumglas-Innendämmung für Hallenbad Rialto in Basel

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Bei der Sanierung des Hallenbads Rialto in Basel kam eine Schaumglas-Innendämmung zum Einsatz. Sie erfüllt hohe Anforderungen an den Feuchteschutz.

Das Hallenbad Rialto in Basel präsentiert sich nach Abschluss der umfassenden zweijährigen Sanierung in einem vollständig erneuerten und funktional modernisierten Zustand.(Foto:  Mark Niedermann)
Das Hallenbad Rialto in Basel präsentiert sich nach Abschluss der umfassenden zweijährigen Sanierung in einem vollständig erneuerten und funktional modernisierten Zustand.
(Foto: Mark Niedermann)

Die Schaumglas-Innendämmung war ein zentraler Bestandteil der umfassenden Sanierung des traditionsreichen Hallenbads Rialto in Basel. Nach einer zweijährigen Bauphase wurde das Gebäude 2024 wiedereröffnet und einer neuen Nutzungsphase übergeben.

Das 1934 errichtete Wohn- und Geschäftshaus mit integriertem Hallenbad vereint auf rund 10‘600 Quadratmetern Geschossfläche eine öffentliche Badeeinrichtung, Gastronomie, Gewerbe- und Wohnnutzungen. Es gilt als früher Pionier multifunktionaler, urbaner Baukonzepte.

Ziel der Sanierung war es, die architektonische Qualität des Bestands zu bewahren, die Gebäudetechnik zu modernisieren und die energetische Leistungsfähigkeit deutlich zu verbessern. Dafür kamen Innendämmlösungen der Pittsburgh Corning Schweiz AG zum Einsatz, die mit unterschiedlichen Systemvarianten auf die bauphysikalischen und nutzungsspezifischen Anforderungen der jeweiligen Bereiche abgestimmt wurden.

Nach der Gesamtsanierung zeigt sich die Schwimmhalle als lichtdurchfluteter, technisch und architektonisch neu interpretierter Raum.(Foto:  Mark Niedermann)
Nach der Gesamtsanierung zeigt sich die Schwimmhalle als lichtdurchfluteter, technisch und architektonisch neu interpretierter Raum.
(Foto: Mark Niedermann)
Vor der Sanierung präsentierte sich das Hallenbad Rialto als teils dunkel wirkender Bestand mit 1930er-Jahre-Architektur. (Foto:  Kathrin Schulthess)
Vor der Sanierung präsentierte sich das Hallenbad Rialto als teils dunkel wirkender Bestand mit 1930er-Jahre-Architektur.
(Foto: Kathrin Schulthess)

Das von den Basler Architekten Bercher & Tamm entworfene Gebäude nimmt eine städtebaulich markante Position am Fluss Birsig ein. Prägend ist insbesondere seine weitgehend original erhaltene Keramikfassade. Sie steht unter Denkmalschutz und durfte im Zuge der Sanierung nicht verändert werden.

Gleichzeitig stellte die Nutzung als Hallenbad mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit erhebliche Anforderungen an den Feuchteschutz. Da eine Außendämmung ausgeschlossen war, musste im Gebäudeinneren eine Lösung gefunden werden, die Tauwasserbildung zuverlässig verhindert und die bestehende Bausubstanz langfristig schützt.

Schaumglas-Innendämmung als Systemlösung

Für das Projekt wurden unterschiedliche Foamglas-Systemvarianten der Pittsburgh Corning Schweiz AG eingesetzt. Der Dämmstoff – bei diesem Projekt Foamglas T3+ – wurde entsprechend den mechanischen und thermischen Anforderungen der jeweiligen Bauteile ausgewählt. Die konkrete Systemauswahl richtete sich nach der Nutzung, den Oberflächenanforderungen und dem jeweiligen Ausbaustandard.

Das Foamglas-System 3.2.7 kombiniert eine leistungsfähige Innendämmung mit einer flexiblen Trockenbaukonstruktion und eignet sich besonders für funktionale Innenbereiche im Bestand.(Foto:  Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)
Das Foamglas-System 3.2.7 kombiniert eine leistungsfähige Innendämmung mit einer flexiblen Trockenbaukonstruktion und eignet sich besonders für funktionale Innenbereiche im Bestand.
(Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)
Durch seine geschlossenzelligen Struktur übernimmt Foamglas gleichzeitig die Funktion von Wärmedämmung sowie Dampf- und Kapillarsperre – ideal für feuchtebelastete Räume wie Schwimmbäder. (Foto:  Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)
Durch seine geschlossenzelligen Struktur übernimmt Foamglas gleichzeitig die Funktion von Wärmedämmung sowie Dampf- und Kapillarsperre – ideal für feuchtebelastete Räume wie Schwimmbäder.
(Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)

Das Schaumglas verfügt über eine geschlossenzellige Struktur. Dadurch wirkt das Material gleichzeitig als Wärmedämmung sowie als Dampf- und Kapillarsperre. Gerade im Schwimmbadbereich ist diese Eigenschaft entscheidend: Sie verhindert das Eindringen feuchter Raumluft in die Konstruktion und schließt dadurch Tauwasserbildung aus. In Verbindung mit dem monolithischen Systemaufbau entsteht eine dauerhaft sichere Lösung, die ihre bauphysikalische Funktion unabhängig von Nutzung und Feuchtebelastung erfüllt.

Putzgebundener Wandaufbau

In Bereichen mit klassischem Putzaufbau kam das Foamglas-System 3.2.3 zum Einsatz. Es ermöglicht eine direkte Verbindung von Dämmung und mineralischer Oberfläche. Die Dämmplatten wurden vollflächig auf den Untergrund aus Beton beziehungsweise Mauerwerk geklebt. Anschließend wurden sie mit der Beschichtungsmasse PC 164 und einem Armierungsgewebe versehen. Diese Schicht sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung und bildet den Putzträger für den nachfolgenden Gipsputz. So entstand eine homogene und langlebige Oberfläche, die sowohl gestalterischen als auch bauphysikalischen Anforderungen gerecht wird.

Systemaufbau im Bestand

In Bereichen, in denen ein stärker systematisierter und vollständig abgestimmter Oberflächenaufbau erforderlich war, wurde das System 3.2.5 eingesetzt. Auch hier bildet die Kombination aus Foamglas-Dämmung und armierter Grundschicht mit PC 164 die Basis.

Anstelle eines bauseitigen Putzes wurden Fliesen auf die Netzeinbettung aufgebracht. Diese Lösung ermöglicht eine gleichmäßige und risssichere Oberfläche und reduziert die Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Materialien. Gerade im Bestand, wo Toleranzen und Übergänge besondere Herausforderungen darstellen, bietet ein solcher Systemaufbau zusätzliche Ausführungssicherheit.

Innenausbau mit Trockenbauvariante

Ergänzend wurde mit dem System 3.2.7 eine Trockenbauvariante realisiert, die insbesondere in funktionalen Bereichen ihre Vorteile ausspielt. Nach der Verklebung der Schaumglas-Dämmplatten erfolgte die Bekleidung mit Gipskarton- beziehungsweise Gipsfaserplatten. Diese Bauweise ermöglicht eine schnelle und saubere Umsetzung sowie eine hohe Flexibilität im Innenausbau. Gleichzeitig bleibt der bauphysikalische Vorteil der dampfdichten Ebene erhalten. Sie wird direkt durch die Foamglas-Schicht gebildet und funktioniert damit unabhängig von der gewählten Innenbekleidung.

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Die Trockenbauvariante ermöglicht eine schnelle, saubere Ausführung und bietet gleichzeitig hohe bauphysikalische Sicherheit durch den monolithischen Systemaufbau mit Foamglas.(Foto:  Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)
Die Trockenbauvariante ermöglicht eine schnelle, saubere Ausführung und bietet gleichzeitig hohe bauphysikalische Sicherheit durch den monolithischen Systemaufbau mit Foamglas.
(Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)

Materialeinsatz und Ausführungsumfang

Insgesamt wurden im Projekt rund 792 Quadratmeter Schaumglas-Dämmung in Dicken zwischen 60 und 360 Millimetern verbaut, teilweise in zweilagiger Ausführung. Dabei kamen etwa 85 Kubikmeter Foamglas T3+, rund 3.400 Kilogramm PC 56 Kleber und 2‘000 Kilogramm der Beschichtungsmasse PC 164 zum Einsatz. Die Ausführung erfolgte auf Untergründen aus Beton und Mauerwerk. Verantwortlich war der Fachbetrieb Bautec AS AG aus Konolfingen.

Bestand neu gedacht, Raum neu gelesen

Parallel zu den bauphysikalischen Maßnahmen wurde das Gebäude umfassend modernisiert und architektonisch neu interpretiert. Die zuvor heterogen und teilweise dunkel wirkende Schwimmhalle wurde in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung der 1930er-Jahre als heller, lichtdurchfluteter Raum neu konzipiert. Ergänzt wurde das Angebot durch ein zusätzliches Lehrschwimmbecken mit höhenverstellbarem Boden und einen erweiterten Saunabereich. Auch die Obergeschosse wurden vollständig erneuert und um zusätzliche Wohnungen ergänzt. Gastronomie- und Gewerbeflächen wurden neu organisiert. Die denkmalgeschützte Keramikfassade konnte aufwändig instand gesetzt und in ihrem Erscheinungsbild bewahrt werden.

Beim System 3.2.7 bildet die Foamglas-Dämmschicht die dauerhaft sichere, dampfdichte Ebene, während die Innenbekleidung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten flexibel gestaltet werden kann. (Foto:  Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)
Beim System 3.2.7 bildet die Foamglas-Dämmschicht die dauerhaft sichere, dampfdichte Ebene, während die Innenbekleidung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten flexibel gestaltet werden kann.
(Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA)

Die Sanierung des Hallenbads Rialto zeigt exemplarisch, wie sich komplexe Anforderungen im Bestand durch den gezielten Einsatz geeigneter Systemlösungen bewältigen lassen. Mit der Kombination aus dampfdichter Schaumglas-Innendämmung und differenzierten Oberflächenaufbauten wurde für jede Nutzungssituation eine passende Lösung realisiert – ohne Kompromisse bei der Bauphysik.

Bautafel

  1. Projekt: Sanierung Hallenbad Rialto, Basel
  2. Bauherr: Immobilien Basel-Stadt, Basel
  3. Bauherrenvertretung: Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Basel
  4. Generalplaner: Reuter Architekten GmbH, Basel
  5. Innendämmung: Pittsburgh Corning Schweiz AG
  6. Bauzeit: 2022 bis 2024

Weitere Informationen: www.owenscorning.com