Ein neues Berechnungstool soll helfen, den CO2-Fußabdruck von Fachwerk durch die Kombination der geeigneten Materialien zu reduzieren.
(Quelle: MIT News, iStockphoto)
Gebäude können zur globalen Erwärmung beitragen, und zwar nicht nur durch ihren laufenden Betrieb, sondern auch durch die für ihren Bau verwendeten Materialien.
Fachwerk, das überall im modernen Bauwesen zum Einsatz kommt, besteht in der Regel aus Stahl oder Holz oder einer Kombination aus beidem.
Es gibt jedoch nur wenige quantitative Untersuchungen darüber, wie man die richtigen Materialien auswählt, um den möglichen Beitrag dieser Strukturen zur globalen Erwärmung zu minimieren.
Der in einem Baumaterial enthaltene "verkörperte Kohlenstoff" umfasst den Brennstoff, der bei der Herstellung des Materials (zum Beispiel bei der Gewinnung und Verhüttung von Stahl oder beim Fällen und Verarbeiten von Bäumen) und beim Transport des Materials zur Baustelle verwendet wird. Dazu gehören auch die für den Bau selbst verwendeten Geräte. Forschende des MIT haben nun eine detaillierte Analyse durchgeführt und eine Reihe von Berechnungswerkzeugen entwickelt, die es Architekten und Ingenieuren ermöglichen, Fachwerk so zu entwerfen, dass der darin enthaltene Kohlenstoff auf ein Minimum reduziert wird und gleichzeitig alle für eine bestimmte Bauanwendung erforderlichen Eigenschaften erhalten bleiben. Während Holz im Allgemeinen einen viel geringeren CO2-Fußabdruck hinterlässt, kann die Verwendung von Stahl an Stellen, an denen seine Eigenschaften maximalen Nutzen bringen, ein optimales Ergebnis liefern, so die Forscher.
Zwei Möglichkeiten, die mit Fachwerk verbundenen Emissionen zu reduzieren
Die Analyse wird in einer in der Fachzeitschrift Engineering Structures veröffentlichten Arbeit des Doktoranden Ernest Ching und der MIT-Assistenzprofessorin für Bau- und Umwelttechnik Josephine Carstensen beschrieben.
"Das Baugewerbe ist ein riesiger Verursacher von Treibhausgasemissionen, der in den letzten Jahrzehnten sozusagen unter dem Radar geflogen ist", sagt Carstensen. Aber in den letzten Jahren haben die Konstrukteure von Gebäuden begonnen, sich mehr darauf zu konzentrieren, wie sie nicht nur die mit der Gebäudenutzung verbundene Betriebsenergie reduzieren können, sondern auch den wichtigen Kohlenstoff, der mit der Baustruktur selbst verbunden ist. Und genau hier setzt diese neue Analyse an.
Die wichtigsten Optionen zur Verringerung der mit Fachwerk verbundenen Kohlenstoffemissionen seien der Austausch von Materialien oder die Veränderung der Struktur. Bisher habe man jedoch erstaunlich wenig an Werkzeugen gearbeitet, die Strategien zur Emissionsreduzierung für eine bestimmte Situation unterstützen, sagt Carstensen.
Das neue System nutzt die Topologie-Optimierung. Sie ermöglicht die Eingabe grundlegender Parameter, wie zum Beispiel der zu tragenden Last und der Abmessungen der Struktur. Mit ihr lassen sich Entwürfe erstellen, die für verschiedene Merkmale optimiert sind, wie zum Beispiel Gewicht, Kosten oder, in diesem Fall, Auswirkungen auf die globale Erwärmung.
Optimierungswerkzeuge von der frühen Planungsphase bis zur Endphase des Entwurf
Holz eignet sich sehr gut für Druckbelastungen, hat aber Nachteile gegenüber Stahl, wenn es um Zugbelastungen geht. Carstensen sagt, dass Holz im Allgemeinen in Bezug auf den verkörperten Kohlenstoff weitaus besser sei als Stahl. Somit sollte man "insbesondere bei Strukturen, die keine Spannungen aufweisen, definitiv nur Holz verwenden", um die Emissionen zu minimieren. Ein Nachteil sei, dass "das Gewicht der Struktur höher ist als bei Stahl", sagt sie. Die von den Forschenden entwickelten Werkzeuge, die Grundlage für Chings Masterarbeit, lassen sich in verschiedenen Planungsphasen einsetzen.
Erhebliche Einsparungen bei den im Fachwerk verkörperten Treibhausgasemissionen
Als Übung entwickelte das Team einen Vorschlag für die Überarbeitung mehrerer Fachwerke mit Hilfe dieser Optimierungswerkzeuge. Somit konnten die Forschenden zeigen, dass sich eine erhebliche Einsparung an verkörperten Treibhausgasemissionen ohne Leistungseinbußen erzielen lässt. Es habe sich zwar herausgestellt, dass Verbesserungen von mindestens 10 Prozent erreichbar seien. Aber diese Ergebnisse seien nicht eins zu eins in die Realität übertragbar, so Carstensen. Denn die Einsparungen könnten zwei- bis dreimal so hoch ausfallen.
"Es geht darum, die Materialien intelligenter auszuwählen", sagt sie, je nach den Besonderheiten einer bestimmten Anwendung. In bestehenden Gebäuden "wird oft Holz verwendet, wo es unter Druck steht und wo dies sinnvoll ist. Dann werden wirklich dünne Stahlteile verwendet, die unter Spannung stehen, wo es sinnvoll ist. Das ist auch das, was wir in unseren vorgeschlagenen Konstruktionslösungen sehen, aber vielleicht können wir es noch deutlicher sehen."
Noch nicht für den kommerziellen Einsatz bereit
Die Werkzeuge seien jedoch noch nicht für den kommerziellen Einsatz bereit, da eine entsprechende Benutzerschnittstelle derzeit fehlt. Carstensen sieht einen Trend zur zunehmenden Verwendung von Holz im Großbau. Das berge ein wichtiges Potenzial für die Reduzierung der weltweiten Kohlenstoffemissionen. "In der Bauindustrie gibt es ein großes Interesse an Massivholzkonstruktionen, und dies spricht genau diesen Bereich an. Die Hoffnung ist also, dass dies im Baugewerbe Einzug hält und tatsächlich einen Rückgang in diesen sehr großen Beitrag zu den Treibhausgasemissionen ausmacht."
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Bild oben: Eine neue Analyse von MIT-Forschern könnte Architekten und Bauherren dabei helfen, den Kohlenstoff-Fußabdruck von Fachwerk zu reduzieren. Bild: MIT News, iStockphoto