Strengere Umweltauflagen, steigende Energiekosten und wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Gebäuden prägen die Zukunft der Baubranche. In diesem Umfeld müssen Komponentenlieferanten wie Edgetech Europe, Hersteller des flexiblen Abstandhaltersystems Super Spacer, über die reine Entwicklung und Vermarktung „grüner“ Produkte hinausdenken. Eine ganzheitliche Strategie zur Nachhaltigkeit wird zum Schlüssel für langfristigen Erfolg.
Der Bürokomplex „Kalifornia“ in der südlich von Paris gelegenen Gemeinde Malakoff.
(Bild: Nicolas Thouvenin Photo)
Eine Strategie für mehr Nachhaltigkeit umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – von ressourcenschonender Produktion über energieeffiziente Lösungen bis hin zu Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Geschäftsführer Johann Artamonov und Benjamin Karabulut, European Technical Manager bei Edgetech Europe, erläutern die Meilensteine für eine nachhaltige Entwicklung.
ESG-Kriterien als Treiber für Nachhaltigkeit in der Baubranche
Angesichts der Tatsache, dass Immobilien weltweit für fast 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, gewinnt die ESG-konforme Ausrichtung von Immobilieninvestments zunehmend an Bedeutung. Die EU-Offenlegungsverordnung und die novellierte EU-Taxonomie haben konkrete Maßstäbe für Nachhaltigkeit im Finanz- und Immobilienbereich gesetzt. Diese Regelwerke verpflichten Investoren dazu, ihre Anlagen nach ESG-Kriterien zu bewerten und zu klassifizieren. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach nachhaltigen Gebäuden und somit auch auf die Anforderungen an Bauprojekte und die verwendeten Materialien und Technologien.
Green Buildings gewinnen mehr und mehr an Bedeutung
Seit mehr als drei Jahrzehnten zielen Zertifizierungs- und Bewertungssysteme für umweltfreundliches Bauen darauf ab, die Auswirkungen von Gebäuden auf die Umwelt und insbesondere die Treibhausgasemissionen durch nachhaltigeres Design zu verringern. Die Zertifizierungen nehmen auf globaler Ebene von Jahr zu Jahr zu. Im Jahr 2023 hat allein das World Green Building Council Netzwerk, zu dem unter anderem die DGNB und das US Green Building Council mit dem LEED-Zertifizierungssystem gehören, mehr als 5,4 Milliarden Quadratmeter grüner Gebäudefläche weltweit zertifiziert. Auch das Investmentvolumen in nachhaltig zertifizierte Gebäude ist beachtlich. In Deutschland wurden laut BNP Paribas im Jahr 2022 bei Einzeltransaktionen 11,2 Milliarden Euro erzielt, was einem relativen Anteil am Investmentmarkt von 30,6 Prozent entsprach.
Ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz
Edgetech Europe hat die Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen entsprechend darauf ausgerichtet.
„Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als isolierte Maßnahme, sondern haben das Thema in ein umfassendes, strategisches Konzept gepackt, das alle Unternehmensbereiche durchdringt. Von der Produktentwicklung über die Fertigung bis hin zur Lieferkette werden ökologische Aspekte konsequent berücksichtigt. Dieser ganzheitliche Ansatz spiegelt sich in verschiedenen Initiativen und Zertifizierungen wider“, so Benjamin Karabulut.
EPDs und EcoVadis-Zertifizierung
Durch die Bereitstellung von EPDs und die angestrebte EcoVadis-Zertifizierung gibt das Unternehmen seinen Kunden wichtige Informationen an die Hand, die sie dabei unterstützen, ESG-Anforderungen zu erfüllen und ihre Nachhaltigkeitsleistung transparent zu dokumentieren. EPDs (Environmental Product Declarations) sind standardisierte Dokumente, die detaillierte Informationen über die Umweltauswirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg liefern. Berücksichtigt werden unter anderem Faktoren wie Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfallproduktion. Die EcoVadis-Zertifizierung geht noch einen Schritt weiter und bewertet nicht nur die Umweltleistung, sondern auch soziale und ethische Aspekte des Unternehmens. EcoVadis ist eine international anerkannte Plattform für Nachhaltigkeitsbewertungen, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre Leistung in Bereichen wie Umweltschutz, Arbeitsbedingungen, faire Geschäftspraktiken und nachhaltige Beschaffung zu verbessern.
„Durch die Teilnahme an EcoVadis unterstreichen wir unser Engagement für kontinuierliche Verbesserung und Transparenz rund um das Thema Nachhaltigkeit“, so Edgetech-Geschäftsführer Johann Artamonov.
Erfassen und Reduzieren der Treibhausgasemissionen
Ein weiterer Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Erfassung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen. So hat Edgetech Europe bereits die direkten (Scope 1) und indirekten Emissionen (Scope 2) sowie alle sonstigen Emissionen, die in der Wertschöpfungskette verursacht werden (Scope 3), gemäß Greenhouse Gas Protocol bilanziert. Darüber hinaus ist das Unternehmen nach ISO 14001 für sein Umweltmanagementsystem und nach ISO 50001 für sein Energiemanagementsystem zertifiziert. Die ISO 9001-Zertifizierung für das Qualitätsmanagementsystem stellt sicher, dass Edgetech höchste Standards in Bezug auf Produktqualität und Kundenzufriedenheit einhält.
„Unsere Nachhaltigkeitsinitiativen bieten zahlreiche Vorteile für unsere Kunden und Partner im Baubereich. Wir können sie dabei unterstützen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen, Risiken zu minimieren und die Umweltauswirkungen ihrer Projekte zu optimieren. Instrumente wie EcoVadis und EPD fördern Transparenz, Vergleichbarkeit und kontinuierliche Verbesserung in der Baubranche, was angesichts der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und strengerer Umweltvorschriften zunehmend wichtiger wird“, ergänzt Benjamin Karabulut.
Neuartige Produkte für nachhaltige Gebäude
Wenn es um die Minimierung des Energieverbrauchs in Gebäuden geht, ist das Super Spacer-Abstandhaltersystem von zentraler Bedeutung für die Kunden aus Fenster- und Fassadenbau sowie Architektur. Der flexible Spacer aus Strukturschaum sorgt für eine optimale thermische Trennung zwischen den Glasscheiben und reduziert so den Wärmeverlust erheblich. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und trägt somit direkt zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.
Stand: 16.12.2025
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Die Entwicklung und Produktion des Super Spacer folgt strengen Nachhaltigkeitskriterien. Edgetech Europe legt großen Wert auf die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und die Minimierung des Ressourcenverbrauch während des Herstellungsprozesses. Durch die Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit des Produkts wird zudem ein Beitrag zur Reduzierung von Abfall und zur Verlängerung der Lebensdauer von Gebäuden geleistet.
„Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Produkte, um den sich ständig ändernden Anforderungen des Marktes und den steigenden Umweltstandards gerecht zu werden. Dabei setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus der Baubranche,“ fährt Benjamin Karabulut fort.
Beispielhaftes Nachhaltigkeitsprojekt: Kalifornia Malakoff Office in Paris
Ein aktuelles Beispiel für so eine langjährige Partnerschaft ist der Bürokomplex „Kalifornia“ in der südlich von Paris gelegenen Gemeinde Malakoff. Der Name steht sinnbildlich für den kalifornischen Spirit, der mit dem Entwurf erzeugt werden soll. Zwei Gebäude sind durch eine 4‘500 Quadratmeter große, grüne Lunge verbunden. Großzügige Arbeitsplattformen und Terrassen laden zum Arbeiten im Innen- und Außenbereich ein.
Erstmals kamen in einem kommerziellen Neubauprojekt in Frankreich die CO2-armen Saint-Gobain-Gläser Cool-Lite Oraé zum Einsatz. Im Vergleich zu herkömmlichen Floatgläsern sind die Treibhausgasemissionen um beeindruckende 40 Prozent niedriger.
Doering Glass Berlin lieferte die gebogenen Isolierglaselemente mit Super Spacer als Abstandhalter.
(Bild: Martin Lenz by Doering Glass)
Sowohl die planen als auch die gebogenen Fassadenelemente kombinieren Oraé als Basisglas mit einer Cool-Lite Xtreme 70/33 II-Beschichtung, wodurch eine optimale Balance zwischen Energieeffizienz und ästhetischem Anspruch erreicht wird. Die flachen Gläser wurden von Sivaq in Frankreich produziert, während Doering Glass Berlin die gebogenen Isolierglaselemente mit Super Spacer als Abstandhalter lieferte.
Durch Optimierungen im Float-Prozess, einschließlich der Nutzung grüner Energie und eines erhöhten Scherbenanteils, konnte der Energiebedarf bei der Produktion erheblich reduziert werden“, erklärt Doering Glass-Vertriebsleiter Martin Lenz und fährt fort: „Vor der Auslieferung haben wir natürlich gründliche die Biegeversuche mit diesem neuen Glastyp gemacht.“
Malakoff war für die Berliner eine weitere Premiere: der Bürokomplex war das erste Projekt, für das die Treibhausgasemissionen des gebogenen Doering Green-Glases bilanziert wurden. „Die Angaben für die Herstellung des Glases bekommen wir von Saint Gobain. Da wir energiezertifiziert sind, können wir ermitteln, wie hoch der durch unseren Produktionsprozess und unsere Lieferkette zusätzlich aufgewendet Energieverbrauch war. Scope 1 und 2 konnten wir zu 100 Prozent nachweisen, Scope 3 zu ungefähr 90 Prozent“, erläutert Martin Lenz weiter.
Im Durchschnitt weisen die gebogenen Gläser für Malakoff Treibhausgasemissionen von 23,50 kg CO2e/m² für das Basisglas sowie von 78,50 kg CO2e/m² für das Endprodukt auf (inklusive Scope 1 und Scope 2). Der Spezialist für gebogene Gläser kompensierte den verbleibenden, unvermeidbaren CO2-Fußabdruck von 11 Tonnen CO2-Äquivalenten mit einem Klimawaldprojekt. Damit trägt die gebogene Verglasung ganz erheblich zur „Zero Carbon“ Bilanz des Projekts bei.
Fazit und Ausblick
„Die Zukunft des Bauens wird von den Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geprägt sein. Mit unserer vorausschauenden Strategie und dem kontinuierlichen Engagement für Forschung und Entwicklung sind wir bestens aufgestellt, um diese Herausforderungen zu meistern und in neue Märkte vorzudringen. Projekte wie Kalifornia zeigen, dass nachhaltiges Bauen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ästhetisch ansprechend und wirtschaftlich attraktiv sein kann“, so Johann Artamonov abschließend.