Bereichsübergreifendes Denken und Arbeiten mit BIM: Mit digitaler Messtechnik und BIM reduziert das Planungsbüro aus Münster beispielsweise den Aufwand und Personaleinsatz auf der Baustelle.
(Quelle: Martin Steffen)
Mit BIM lassen sich Abläufe und Prozesse optimieren und der integrale Planungsansatz unterstützen. Ein zentraler Vorteil der modellbasierten Planungsmethode ist dabei, dass sich einmal erstellte Daten mehrfach für unterschiedliche Zwecke nutzen lassen. Somitkann man sie so anlegen, dass sie auch auf der Baustelle wichtige Informationen liefern. Dies geht weit über das Verknüpfen von Montageanleitungen hinaus – wie Plansite zeigt. Mit Hilfe digitaler Messtechnik reduziert das Planungsbüro aus Münster beispielsweise den Aufwand und den Personaleinsatz auf der Baustelle deutlich. Frühzeitig im Planungsprozess werden dazu mögliche Optimierungspotenziale berücksichtigt und Informationen entsprechend auf diesen Einsatzzweck im Modell ausgerichtet.
Bereits seit über zehn Jahren arbeitet Plansite mit der digitalen Planungsmethode BIM. Heute nutzt das Unternehmen die Daten aus zehn eigenen Autoren-Systemen sowie den Quellen externer Planungspartner in einem Open BIM-System. Die jeweiligen Projekte werden über alle Lebenszyklusphasen im System gepflegt. Dabei erweist sich das modellbasierte Arbeiten bereits in frühen Projektphasen als vorteilhaft. Denn aus den BIM-Daten lassen sich Massen der einzelnen Gewerke ermitteln oder sie mit dem entsprechende Leistungsverzeichnis verknüpfen und diese für die Angebotserstellung nutzen. Kostenaussagen können die Anwender dadurch präziser treffen, Materiallisten exportieren und so die Basis für den Bestellvorgang liefern. Es werden zudem Daten für CNC-Maschinen in der Produktion generiert.
(Die verschiedenen Fachmodelle lassen sich schon während der laufenden Planung zusammenführen, prüfen und entsprechend anpassen. Foto: Plansite)
BIM unterstützt integralen Planungsansatz
Zudem hat BIM einen positiven Einfluss auf das integrale Planen. Als Teil der Brüninghoff-Gruppe verfolgt Plansite zwar seit jeher einen integralen Planungsansatz. Die unterschiedlichen Fachplaner der Planungsgesellschaft rücken durch BIM jedoch noch einmal näher zusammen. Sie tauschen sich bei jedem Projekt bereits in der frühen Planungsphase detailliert aus. Die verschiedenen Fachmodelle werden schon während der laufenden Planung zusammengeführt, geprüft und entsprechend angepasst. So ergibt sich eine Abstimmung der Gewerke – und das gesamte Bauprojekt erfährt eine Optimierung. Neben den einzelnen Fachplanern haben in dieser frühen Projektphase auch bereits Verantwortliche aus der Produktion, Montage, Disposition oder auch der Bauleiter Zugriff auf das BIM-Modell. Das erzeugt Synergieeffekte und einen weiteren Mehrwert für die integrale Planung.
(Das BIM-Modell liefert auch Daten, die später für den Gebäudebetrieb nutzbar sind. Bild: Plansite)
Anwenderorientiertes Modellieren
Des Weiteren erleichtert BIM die Kommunikation mit Bauherren – zum Beispiel über 3D-Ansichten, Schnitte oder Raumansichten. Ein verbessertes Raumverständnis ist auch über die Anwendung einer VR-Brille möglich. Die benötigten Daten hierzu lassen sich aus dem BIM-Modell erzeugen – bis hin zu Daten, die später für den Gebäudebetrieb nutzbar sind. Die spätere Gebäudebewirtschaftung, eine angestrebte Zertifizierung der DGNB oder eine Beteiligung an der Materialplattform Madaster: All diese Faktoren haben dabei unter Umständen Einfluss auf die Modellerstellung und werden daher frühzeitig einbezogen und bei der Modellierung berücksichtigt. Daraus resultiert eine bedarfsgerechte und zugleich anwendungsorientierte Planung.
Das BIM-erfahrene Team der Plansite kann darüber hinaus Softwarelösungen für die Modellnutzung abstimmen und so konfigurieren, dass eine anwenderfreundliche Nutzung in der Planungs-, Bau- und Gebäudebetriebsphase auch für den Auftraggeber möglich ist. Das Planungsbüro aus Münster gestaltet überdies den Informationsfluss zur Baustelle sinnvoll – und ergänzt diesen mit Hilfe digitaler Tools. Dabei gelangen nicht nur modellbasierte Daten zur Baustelle (BIM to Field), sondern auch andersherum (Field to BIM). Auf diese Weise wird das BIM-basierte Arbeiten weiterentwickelt und optimiert.
(Vom Plan auf die Baustelle: Das Vermessen lässt sich durch die digitale Methode optimieren. Foto: Plansite)
Projektion zum gewünschten Zielpunkt
Montagezeiten auf der Baustelle lassen sich nicht nur durch einen hohen Vorfertigungsgrad reduzieren – auch speziell aufgearbeitete Daten für eine digitale Messstation senken den Aufwand vor Ort. So bringt die Totalstation den Nutzer durch Laserpunkte oder Prisma millimetergenau an einen im BIM-Modell angeklickten Zielpunkt auf der Baustelle – und das komplett digital, somit papierlos. Die Ausrichtung des Geräts erfolgt dabei anhand von Referenzpunkten. Diese werden mit einem Laserpunkt projiziert.
Reduzierter Personaleinsatz
Werden Abmessungen auf der Baustelle konventionell durchgeführt, braucht es dazu in der Regel mindestens zwei Personen. Hier besteht zudem ein Fehlerpotenzial durch den Faktor Mensch. Ein weiterer Punkt: Das Arbeiten ist wenig präzise und zugleich zeitaufwändig. Mit dem Einsatz der digitalen Messstation reduziert sich der Personaleinsatz auf eine Person -- in Zeiten des Fachkräftemangels nicht zu vernachlässigen. Zudem kann die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter mit der digitalen Messstation wesentlich schneller und genauer arbeiten.
Stand: 16.12.2025
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Optimierung in der Baupraxis
Vom Plan in die Natur: Bereits die ersten Schritte auf der Baustelle – das Ausmessen der Fundamente – lassen sich mit der digitalen Messmethode optimieren. Das Übertragen der Koordinaten in das Grundstück erfolgt hierbei mit geringen Maßtoleranzen. Vorgegebene Abgrenzungen und Achsen des geplanten Baus können schneller gefunden und markiert werden. Insbesondere bei großen Bauvorhaben wie Hallen mit vielen Stützen erweist sich das digitale Vermessen als zeitsparend. Auch Punkte für Leitungen und Kanäle lassen sich komfortabel und präzise markieren oder direkt bohren.
(Werden baubegleitend Änderungen in das Modell zurückgespielt, wird dieses zum Abbild des tatsächlich gebauten Zustands. So lässt sich das Modell bei späteren Instandhaltungsmaßnahmen oder nachträglichen Installationen noch besser nutzen. Bild: Plansite)
Rückspiegelung in das Modell
Werden Abweichungen und Kollisionen erkannt, lassen sich diese digital verortet erfassen und fotodokumentieren. Die entsprechende Information wird dann in das System zurückgespielt. Dies schafft eine stets einheitliche und aktuelle Informationsbasis und hilft redundante Daten sowie Abweichungen vermeiden. Das Erfassen von Daten zur baulichen Situation gestaltet sich somit leichter. Zugleich trägt dies dazu bei, die Transparenz zu verbessern und Reaktionszeiten bei möglichen Abweichungen zu verkürzen. Werden baubegleitend Änderungen in das Modell zurückgespielt, wird dieses zum Abbild des tatsächlich gebauten Zustands. So lässt sich das Modell bei späteren Instandhaltungsmaßnahmen, nachträglichen Installationen und ähnlichem noch besser nutzen.
Digitale Messtechnik als Basis für optimierte Abläufe
Um diese Vorteile nutzen zu können, richtet Plansite die Daten frühzeitig auf die spätere Nutzung mit der Trimble Totalstation aus. Anforderungen an das BIM-Modell klärt man dazu im Vorfeld – sowohl die notwendige Detaillierung und Qualität als auch die Frage, wie Daten ansteuerbar sein sollen. Dazu kann man beispielsweise Filtermöglichkeiten anlegen, um in der Ausführung die relevanten Daten übersichtlich zu halten. Dies setzt Know-how und Erfahrung im Umgang mit den BIM-Daten auf planender Seite voraus. Da Plansite ausführungsorientiert plant, ist auch das Wissen über Montagevorgänge und Prozesse auf der Baustelle vorhanden, um dies in die Konstruktion des BIM-Modells einfließen zu lassen. Auf diese Weise legt Plansite die Basis für einen optimierten Ablauf auf der Baustelle mittels digitaler Messmethoden.
Bild oben: Digitale Datenbasis: Ein zentraler Vorteil von BIM ist, dass sich einmal erstellte Daten mehrfach für unterschiedliche Zwecke nutzen lassen. Foto: Martin Steffen