Ein gemeinsamer Neubau zweier belgischer Hochschulen fällt durch seine Fassade aus strukturiertem Sichtbeton ins Auge. Die Gestaltung der Oberfläche erforderte eine besondere Schaltechnik.
(Quelle: NOE)
Zwei Hochschulen einer belgischen Gemeinde teilten sich bislang die Unterrichtsräume. Doch diese entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen einer Ausbildungsstätte und waren aufgrund der steigenden Studentenzahlen auch viel zu klein geworden. Anlass genug, den Altbestand zu sanieren und durch einen Neubau zu ergänzen. Dessen Fassade zeichnet sich durch strukturierten Sichtbeton aus. Von Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany
Heist-op-den-Berg ist eine belgische Gemeinde in der Region Flandern. Hier befinden sich die Hochschulen für Musik, Wort & Tanz sowie die für bildende und angewandte Kunst. Mehr als 2'500 Studenten besuchen die beiden Akademien – Tendenz steigend. Sie werden von über 85 Lehrkräften geschult. Allerdings fand der Unterricht bislang in Räumen aus den Jahren 1978 bis 1980 statt, die zwischenzeitlich nur ein einziges Mal renoviert worden waren. Deshalb entsprachen sie nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Hochschule. Darüber hinaus steigen die Studentenzahlen der Bildungseinrichtungen kontinuierlich, was zu Platzmangel führte und die Schulungen erschwerte. Untersuchungen ergaben, dass eine zusätzliche Bruttofläche von 2'200 m² nötig war. Aufgrund dieser Situation beschlossen die Verantwortlichen, den Altbestand teilweise zu sanieren und dabei beispielsweise die sanitären Einrichtungen und den Brandschutz zu verbessern. Darüber hinaus schrieben sie einen Architekturwettbewerb aus, den das Büro Cuypers & Q interprof. Architectenvennootschap gewann.
(Mit den großen Fenstern und den Fertigteilplatten erhält die Fassade eine geometrische Anmutung. Bildquelle: NOE)
Neues Gebäude ergänzt bestehendes Ensemble
Sein Entwurf sah einen echten Kunstcampus vor. Hierfür ergänzten sie das bestehende Gebäude-Ensemble, das aus zwei Bauvolumina bestand, durch ein neues Objekt. So schufen sie einen öffentlich zugänglichen Innenhof. Dieser grüne Platz steht für Freiluftveranstaltungen bereit und ist nicht nur eine Bereicherung für die Studenten, sondern für die ganze Gemeinde. Wegen der topografischen Gegebenheiten hat der neue Baukörper auf der straßenzugewandten Seite fünf Geschosse. Zwei davon sind unterirdisch. Auf der Hofseite sind es drei Geschosse; eines davon befindet sich unter der Erdoberkante. In dem Objekt sind mehrere Klassenzimmer, Studios und ein voll ausgestattetes Auditorium untergebracht. Im Mittelpunkt der Erweiterung steht eine Halle, die als Empfangs-, Warte- und Ausstellungsraum fungiert. Besucher des Neubaus nehmen zunächst die großen Fenster und die anthrazitgrauen Platten aus Sichtbeton an der Fassade wahr. Die Oberfläche der Betonplatten ist mithilfe von NOEplast-Strukturmatrizen gestaltet.
Platten aus Sichtbeton: Strukturmatrizen für Gestaltung der Oberflächen
Bei diesem besonderen Verfahren werden die Matrizen aus Polyurethan in der Schalung fixiert und gegebenenfalls mit Trennmittel behandelt. Daraufhin lässt sich der Beton einfüllen. Sobald dieser ausgehärtet ist, löst der Verarbeiter ihn aus der Form, womit das gewünschte Relief sichtbar wird. Diese Gestaltungstechnik lässt sich sowohl bei Ortbeton als auch im Fertigteilwerk einsetzen. Wichtig ist nur, dass die Schalungsmatrizen nicht verrutschen können. Dabei hat der Verarbeiter mehrere Möglichkeiten: So kann er sie direkt auf die Schalung kleben, aber so lässt sich diese nicht mehr für glatte Elemente nutzen. Oder er kann die Strukturmatrize mithilfe von Kleber auf einer Trägerplatte fixieren und diese anschließend von hinten mit der Schalung verschrauben. Der Vorteil: Die Trägerplatte lässt sich wieder von der Schalung trennen. NOE ist der einzige Hersteller, der anbietet, die Matrize einsatzfertig zu liefern.
(Zunächst versuchten die Planer den Beton mithilfe von echtem Schilf nachzubilden. Dies führte jedoch nicht zum gewünschten Erfolg, worauf hin sie auf NOE aufmerksam wurden. Bildquelle: NOE)
Wie das Fassadenrelief entstand
Bei dem Fassadenrelief des Akademieneubaus entschieden sich die Planer für die Oberflächenbeschaffenheit von Schilfmatten. Zunächst hatten sie mit den Naturmaterialien experimentiert und versucht, damit einen Abdruck im Beton herzustellen. Dies scheiterte jedoch, weil immer wieder Teile des Schilfs im Beton kleben blieben. Auf der Suche nach einer Alternative stießen sie auf die Matrize Camarque der Firma NOE. Diese ist ein naturidentischer Abdruck des Süßgrases, das mithilfe von Draht zu Matten gebunden wurde. Sie ist in einer Größe von 4,3 x 2,5 m (H x B) erhältlich und hat eine Strukturtiefe von 16 mm.
Wie alle Matrizen von NOE ist auch sie auf ihrer Rückseite mit einem Glasfasernetz ausgestattet, was sie vor Verformungen schützt und besonders robust macht. So kommt es, dass sich die NOEplast bis zu 100-mal und mehr wiederverwenden lässt. Damit lassen sich Kosten sparen und die Umwelt schonen. Für den Hochschulneubau wurden 1'400 m² Fassadenplatten mit der Strukturmatrize Camargue erstellt.
Freie Wahl der Strukturen NOE-Schaltechnik bietet eine Vielzahl an Relief-Designs an. Viele von ihnen wurden dadurch hergestellt, dass natürliche Materialien mithilfe von Polyurethan abgeformt wurden (so auch bei der Matrize Camargue). Daneben gibt es Strukturen, die am „Zeichentisch“ der NOE-Mitarbeiter oder verschiedener Auftraggeber entstanden. So kommt es, dass NOE ein Repertoire von ungefähr 100 völlig unterschiedlichen Standardmotiven besitzt. Doch häufig möchten Planer ihrem Gebäude ein noch individuelleres Aussehen verleihen und eigene Reliefs kreieren. Diesem Wunsch kommen die NOE-Mitarbeiter gerne nach. Gemeinsam mit dem Auftraggeber entscheiden sie, welches die effizienteste Methode ist, die neue Matrize zu erstellen, in welcher Größe diese angefertigt werden sollte und wie sie eingesetzt wird, um ein kostengünstiges Ergebnis zu erzielen. Damit bietet NOE ein Maximum an Gestaltungsfreiheit.
Stand: 16.12.2025
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Bild oben: Der strukturierte Sichtbeton zeigt ein interessantes Wechselspiel von Licht und Schatten in der Fläche. Bildquelle: NOE