Wohneinrichtung Lagmansgården Wo Architektur, Natur und Fürsorge ein neues Zuhause schaffen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 3 min Lesedauer

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Eingebettet in die stillen Kiefernwälder an Finnlands Westküste bietet die Wohneinrichtung Lagmansgården jungen Menschen, die intensive Pflege und sonderpädagogische Unterstützung benötigen, ein sicheres und wohnliches Umfeld.

(Foto:  Kalle Kouhia)
(Foto: Kalle Kouhia)

Lagmansgården ist ein wegweisendes Projekt, das auf umfangreichen Forschungen des Finnish Institute for Health and Welfare (THL) basiert. Ziel war es, ein neues Modell für Wohneinrichtungen zu entwickeln, das Natur und Architektur bewusst miteinander verbindet, um eine unterstützende, regenerative Lern- und Heilungsumgebung zu schaffen. Gleichzeitig sollen die Erfahrungen aus Lagmansgården in die Weiterentwicklung künftiger Einrichtungen einfließen.

Lagmansgården verbindet Natur und Architektur

Entworfen wurde die Anlage vom preisgekrönten Architekturbüro Anttinen Oiva Architects. Der Gebäudekomplex vereint Wohn-, Schul- und Therapiebereiche in einem zusammenhängenden, naturnahen Ensemble. Er umfasst Schul- und Wohngebäude mit insgesamt 20 Zimmern in vier Wohneinheiten sowie Klassenräume, Freizeitbereiche, Verwaltungsräume und eine Gemeinschaftsküche mit Speisesaal.

Der Gebäudekomplex vereint Wohn-, Schul- und Therapiebereiche in einem zusammenhängenden, naturnahen Ensemble.(Foto:  Kalle Kouhia)
Der Gebäudekomplex vereint Wohn-, Schul- und Therapiebereiche in einem zusammenhängenden, naturnahen Ensemble.
(Foto: Kalle Kouhia)

Die Anlage ist um einen zentralen Innenhof organisiert, der sich zum See hin öffnet. Dabei respektiert die Planung den jahrhundertealten Kiefernwald des Grundstücks und fördert zugleich Bewegung im Freien sowie soziale Begegnung.

„Die Architektur von Lagmansgården steht für ein neues Denken in der Gestaltung anspruchsvoller Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie von Lernumgebungen mit besonderem Förderbedarf in Finnland. Ziel war es, ein ganzheitliches Umfeld zu schaffen, das das Wachstum und die Genesung junger Menschen unterstützt“, sagt die Architektin und Partnerin Selina Anttinen.

Regionale Bautraditionen schaffen eine wohnliche Atmosphäre

Die Gebäude wurden überwiegend aus Holz errichtet, darunter sichtbares Brettsperrholz (CLT) und Sperrholz. Sie greifen die Schlichtheit und Materialität der ostbottnischen Bautradition auf. Eine ruhige, einheitliche Dachform verbindet die unterschiedlichen Funktionen zu einem architektonischen Ganzen.

Die eingeschossige Bauweise, weit auskragende Dachüberstände, eine durchdachte Raumorganisation und eine natürliche Materialpalette schaffen eine Atmosphäre, die Genesung, Stabilität und Gemeinschaft fördern dürfte. Das hellfarbene Stehfalz-Metalldach verbirgt technische Installationen und fügt sich harmonisch in die umgebende Landschaft ein.

Funktionalität und Anpassungsfähigkeit bestimmten die Innenraumgestaltung. (Foto:  Kalle Kouhia)
Funktionalität und Anpassungsfähigkeit bestimmten die Innenraumgestaltung.
(Foto: Kalle Kouhia)

Funktionalität und Anpassungsfähigkeit bestimmten die Innenraumgestaltung. Warme Holzoberflächen sowie flexible und robuste Möbel erzeugen eine komfortable, informelle Umgebung. Die Farbgestaltung orientiert sich an den Tönen des umliegenden Waldes und verstärkt so die Verbindung zur Natur.

„Ein Gefühl von Gemeinschaft und Sicherheit sowie die Möglichkeit, die eigene Umgebung mitzugestalten, spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung eines positiven Lebensraums für junge Menschen“, erklärt Anttinen. „Das Personal war aktiv in den Planungsprozess eingebunden, und auch die Jugendlichen beteiligten sich ganz konkret – etwa indem sie Couchtische für die Wohnräume der Einheiten selbst bauten.“

Klimafreundlichstes Bauprojekt von Senate Properties

Lagmansgården ist bislang das CO₂-ärmste Bauprojekt von Senate Properties. Von Beginn an standen geringe Emissionen, hohe Energieeffizienz sowie einfache, wartungsfreundliche und langlebige Lösungen im Mittelpunkt der Planung.

Das Gebäude nutzt Erdwärme, und eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände erzeugt erneuerbare Energie.

„Die Mitarbeitenden und die jungen Menschen haben sich in den neuen Räumlichkeiten außerordentlich gut eingelebt. Architektur und Raumgestaltung betonen eine wohnliche Atmosphäre und ein enges gemeinschaftliches Leben; in allen Wohneinheiten ist ein klarer therapeutischer Ansatz erkennbar. Die Umgebung hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden sowohl der Jugendlichen als auch des Personals“, sagt Carl-Johan Strömberg, Leiter von Lagmansgården.

projektinformationen Lagmansgården

  1. Standort: Pietarsaari, Finnland

  2. Zeitplan: Architekturwettbewerb 2020, Fertigstellung 2025

  3. Fläche: 2'700 m² (3'050 m²)

  4. Bauherr & Hauptnutzer: Senate Properties; Staatliche Reformschulen; Finnish Institute for Health and Welfare

  5. Architekt: Anttinen Oiva Architects

  6. Innenarchitektur: Anttinen Oiva Architects

  7. Projektbeteiligte

    • Tragwerksplanung, HLK, Elektro, Sicherheit & Geoplanung: Sitowise

    • Lebenszyklusplanung: A-Insinöörit Rakennuttaminen

    • Brandschutzplanung: LK-Paloinsinöörit

    • Akustikplanung: AFRY

    • Generalunternehmer: Jake Rakennus Bygg

    • Holzbauspezialist: Alterplan

    • Landschaftsarchitektur: Nomaji Landscape Architects

    • Kunst: Camilla Vuorenmaa

  8. Auszeichnungen: Puupalkinto Awards – Anerkennung (2025)

Weitere Informationen: https://aoa.fi/

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