Wiederverwertung alter Fenster Windows of Opportunities

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

Obwohl sich durch Recycling von Gebäudeverglasungen viel Energie bei der Floatglasproduktion einsparen lässt, landen immer noch große Mengen auf der Deponie. Unter dem Namen Windows of Opportunities startete ein Pilotprojekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), um zu zeigen, wie sich die Wiederverwertung ausgesonderter Fenster technisch realisieren lässt.

Die Trennung von Glas und Rahmen. (Bild:  Institut Konstruktives Entwerfen, ZHAW)
Die Trennung von Glas und Rahmen.
(Bild: Institut Konstruktives Entwerfen, ZHAW)

Unter dem Projektnamen „Windows of Opportunities“ startete Mitte 2025 der Rückbau von insgesamt 375 Fensterflügeln aus einem Wohnhaus in Winterthur. Die demontierten Elemente wurden im Anschluss zu einem nahegelegenen Glas-Trösch-Betrieb gebracht. Dort wurde die Isolierverglasung sorgfältig von den PVC-Rahmen getrennt, die ebenfalls wiederverwertet wurden. Im nächsten Schritt übernahm ein spezialisiertes Recyclingunternehmen das Zerkleinern und Säubern der Glasscherben. Da deren Reinheitsgrad für die Floatglasqualität von großer Bedeutung ist, wurden die Scherben abschliessend analysiert und für gut befunden. Am Ende kamen wenige Wochen nach der Demontage mehr als 2,6 Tonnen Recyclingglas in einem nahe gelegenen Floatglaswerk in den Schmelzofen. In der Summe wurden 1,33 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.

Windows of Opportunities: geschreddete Scherben aus Glas auf einem Haufen
Hochwertiger Sekundärrohstoff: Die geschredderten Flachglasscherben werden dem Schmelzprozess wieder zugeführt.
(Bild: Glas Trösch)

Mehrere Tonnen Rohstoff 

Das Pilotprojekt dokumentiert erstmals in der Schweiz die gesamte Recyclingkette von Post-Consumer-Isoliergläsern bis zu ihrer Wiederzuführung in die Floatglasproduktion. Der praktische Versuch an einem realen Rückbauobjekt zeigt, dass alle Prozessschritte, von der Demontage, Lagerung, Trennung, Glassortierung, über das Rahmenrecycling bis zur Reinigung und dem Einschmelzen unter den heutigen Bedingungen technisch umsetzbar sind, sofern die Qualitäts-Anforderungen an die Reinheit der Glasscherben strikt eingehalten werden. Da viele Schritte manuell vollzogen wurden, war das zeitliche Investment relativ hoch. Entsprechend groß ist das Potenzial, die Verwertungskette weiter zu optimieren.

Windows of Opportunities punktet

„Beim Flachglasrecycling stehen wir erst am Anfang,“ weiß Michelle Schneider, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konstruktives Entwerfen an der ZHAW. „Von daher war es wichtig, mit dem Pilotprojekt „Windows of Opportunities" aufzuzeigen, dass die Wiederverwertung mit etwas Mehraufwand machbar ist.“ Lars Zimmerli, Mitglied der Gruppenleitung bei Glas Trösch, ergänzt: „Die gesammelten Erfahrungen erleichtern es allen Projektbeteiligten, besser einschätzen zu können, wie der Recyclingprozess nicht nur technisch und logistisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll zu organisieren ist.“ Weitere Informationen gibt es unter www.glastroesch.com und www.zhaw.ch

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