Bauplanung Trends der Bauplanung: Branche im Umbruch

Ein Gastbeitrag von Roland Bauer 3 min Lesedauer

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Bauprojekte werden immer komplexer. Das führt einerseits zu mehr Spezialisierung innerhalb der Branche, aber auch zu Konsolidierung. Gleichzeitig befinden sich Planungsbüros in der digitalen Transformation und kämpfen gegen akuten Fachkräftemangel. Wie sich zukünftigen Herausforderungen begegnen lässt und wo weitere Potenziale schlummern, beschreibt eine Studie zu Trends der Bauplanung von Christoph Blepp, Florian Moll und Fabio P. Meggle von S&B Strategy, die hier in Auszügen vorgestellt wird.

(Bild:  AUUSanAKUL+ AdobeStock)
(Bild: AUUSanAKUL+ AdobeStock)

In der Studie „Bauplanung im Umbruch“ zeigt die auf die gesamte Baubranche spezialisierte Strategie- und M&A-Beratung Struktur und Besonderheiten der fragmentierten Planungsbranche in Deutschland. Es geht um aktuelle Herausforderungen und welche Möglichkeiten Planungsbüros haben, ihr Geschäftsmodell erfolgreich weiterzuentwickeln.

Trends der Bauplanung: Aktuelle Herausforderungen

In einer noch stark fragmentierten Branche liegen die zentralen Hebel in der Digitalisierung, Professionalisierung der Organisation und aktiven Konsolidierung, etwa durch Buy-and-Build. Mit mehr als 100.000 Planungsbüros in Deutschland ist diese Branche heute stark fragmentiert. Dabei gliedern sie sich in die drei Gruppen der Übernahmekandidaten, Differenzierer und Konsolidierer, wobei Übernahmekandidaten mittelfristig als Verlierer im Markt hervorgehen werden. Zunehmende Projektkomplexität, etwa aufgrund wachsender Projektgrößen oder strengerer Anforderungen, führt zu einer Konsolidierung und Entwicklung hin zu mehr mittelgroßen und großen Büros und gleichzeitig zu einer Verschiebung der Anbieterlandschaft, die heute noch von kleineren Ingenieurbüros dominiert ist, in Zukunft jedoch stärker von Ingenieurbüros spezieller Fachrichtungen geprägt sein wird.

Dynamiken der Planungsbranche.(Bild:  S&B Strategy)
Dynamiken der Planungsbranche.
(Bild: S&B Strategy)

Die Mehrheit der von S&B Strategy befragten Planungsbüros beschäftigt sich aktiv mit dem Thema Merger & Acquisitions (M&A) und schätzt den Trend der zunehmenden Spezialisierung auf ein Fachgebiet als relevant ein: „Die Planungsbranche ist stark fragmentiert mit vielen kleinen Planungs- und Ingenieurbüros. Aufgrund der steigenden Projektkomplexität und der marktseitigen Verschiebung von kleinen Projekten und Bauvorhaben, zum Beispiel Ein- bis Zweifamilienhausbau, in Richtung größerer Projekte im Mehrgeschossbau und der Sanierung mit höheren technischen Anforderungen, sehen wir eine zunehmende Spezialisierung der Unternehmen. Darüber hinaus ist die zunehmende Komplexität der Projekte und damit auch der Planung in Verbindung mit dem Fachkräftemangel ein akuter Treiber für die Konsolidierung. Kleinere Büros schließen sich dann etwa größeren Planungsgruppen an.“, kommentiert Florian Moll, Senior Manager bei S&B Strategy.

Digitale Transformation

Grundlegende Herausforderungen der Baubranche, wie beispielsweise die digitale Transformation, wirken sich auch auf Planungsbüros aus, wobei besonders kleine und mittelgroße Unternehmen betroffen sind. Insbesondere kleinere Planungsbüros haben hierbei Schwierigkeiten: Ein Blick in die Unternehmen zeigt, dass vor allem operative Tätigkeiten wie Rechnungsstellung, Ressourcenmanagement, Datenmanagement usw. Chancen für die Digitalisierung bieten.

Top-3-Trends der Planungsbranche. (Bild:   S&B Strategy)
Top-3-Trends der Planungsbranche.
(Bild: S&B Strategy)

Während kleine und mittelgroße Planungsbüros durch Fachkräftemangel und mangelnde Digitalisierung vor Herausforderungen gestellt werden, stehen große Unternehmen vor allem unter Auslastungsdruck. Aufgrund der zunehmenden Projektkomplexität und der damit verbundenen Professionalisierung spüren insbesondere kleine und mittelgroße Planungsbüros mittelfristig Druck, sich weiterzuentwickeln. „Grundsätzlich ist die Bauwirtschaft eine der am wenigsten digitalisierten Branchen in Deutschland. Zwar ist man in der Planung schon etwas weiter als in der Ausführung, aber auch hier ist der Nachholbedarf enorm.

Analoge Arbeitsweisen

In Zukunft müssen die Büros durch die anstehenden Umbrüche in der Bauwirtschaft ihre Positionierung überdenken, um nicht verdrängt zu werden. Insbesondere BIM wird in Zukunft einen zentralen Prozess- und Datenpool darstellen, weshalb hier entsprechende Kompetenzen aufzubauen sind“, sagt dazu Fabio P. Meggle, Senior Associate bei S&B Strategy.

So hat S&B für Unternehmen und Investoren in der Planungsbranche fünf zentrale Hebel identifiziert, um so genannte Value-Creation-Potenziale zu heben.

Trends der Bauplanung: Digitalisierung, Professionalisierung, Konsolidierung?

Die deutsche Planungsbranche bietet verschiedene Investitionsansätze und strategische Hebel, etwa durch Digitalisierung, Professionalisierung der Organisation oder aktive Konsolidierung. Durch die Einführung digitaler Tools, wie Softwarelösungen für Common Data Environment (CDE), Projekträume oder Büromanagement für den internen und/oder externen Einsatz sind deutliche Effizienzsteigerungen möglich, wie aktiveres Ausschreibungsmanagement oder Controlling, und damit auch Profitabilitätsgewinne zu erzielen.

Durch aktive Konsolidierung und Buy-and-Build, wie etwa den Zukauf von Planungsbüros mit gleicher Ausrichtung oder komplementären Gewerken und Leistungen, lassen sich interne Synergien erzeugen. Das geschieht zum Beispiel durch Wissenstransfer oder Zentralisierung von Overhead-Funktionen, bei gleichzeitiger Nutzung von Skaleneffekten, um die zunehmende Komplexität in der Baubranche besser beherrschen zu können. 

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