Einfamilienhaus mit integraler Gebäudetechnik Smart Home hinter dem Ringofenklinker

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ledwig / Spinnen Architekten haben in Mönchengladbach ein Einfamilienhaus realisiert, das präzise Volumetrie, systemintegrierte Gebäudetechnik und eine Fassade mit Ringofenklinker in einem monolithischen Baukörper vereint.

Herzstück der äußeren Gestaltung des Einfamilienhauses ist der Ringofenklinker STP GR 301 von Gillrath im Dünnformat.(Bild:  Ledwig/Spinnen)
Herzstück der äußeren Gestaltung des Einfamilienhauses ist der Ringofenklinker STP GR 301 von Gillrath im Dünnformat.
(Bild: Ledwig/Spinnen)

Das Einfamilienhaus orientiert sich an den Bedingungen des Grundstücks und öffnet sich bewusst zur Süd- und Südwestseite. Mit den eingesetzten Materialien, insbesondere einer charaktervollen Ringofenklinker-Fassade, und einer reduzierten, tektonisch klaren Volumensprache fügt sich das Gebäude in das gewachsene Wohnumfeld ein, ohne sich anzupassen. Entstanden ist ein Haus, das technische Intelligenz, räumliche Klarheit und die Anforderungen unterschiedlicher Lebensphasen in sich vereint.

Fassadenarchitektur: Ringofenklinker und konstruktive Schärfe

Einfamilienhaus mit Ringofenklinker: Die Gebäudekontur mit auskragendem Obergeschoss und weit ausladender Erdgeschossdecke, die zugleich die Terrasse überdacht, erforderte anspruchsvolle statische Lösungen.
Die besondere Gebäudekontur mit auskragendem Obergeschoss und weit ausladender Erdgeschossdecke, die zugleich die Terrasse überdacht, erforderte anspruchsvolle statische Lösungen.
(Bild: Ledwig/Spinnen)

Die Fassadenarchitektur des in Massivbauweise errichteten Einfamilienhauses basiert auf: materialgerechter Ausführung, handwerklicher Qualität und funktionaler Integration. Herzstück der äußeren Gestaltung ist der Ringofenklinker STP GR 301 von Gillrath im Dünnformat (290 × 90 × 52 mm), der im traditionellen, über 100 Jahre alten Ringofen bei rund 1‘200 °C gebrannt wird, einem der letzten aktiven Öfen dieser Art in Deutschland.

Ringofenklinker: Die Eichenholz-Eingangstür bildet einen gezielten Kontrast zur mineralischen Fassadenstruktur.
Die Eichenholz-Eingangstür bildet einen gezielten Kontrast zur mineralischen Fassadenstruktur.
(Bild: Ledwig/Spinnen)
Einfamilienhaus mit Ringofenklinker: Klinkerfassade und Aluminiumverbundplatten
Die hinterlüftete Klinkerfassade wird durch Planbond Invisio-Aluminiumverbundplatten (6 mm) an Attika und Fensterlaibungen ergänzt.
(Bild: Ledwig/Spinnen)

Die spezielle Brennführung erzeugt eine charakteristische Farbnuancierung und verleiht dem Stein eine strukturierte Oberfläche mit hoher taktiler Präsenz. In wilder Verbandverlegung mit anthrazitfarbener Fuge verarbeitet, bildet der rotbraune Klinker eine robuste und zugleich visuell differenzierte Gebäudehülle. Seine hohe Dichte, Frostbeständigkeit und Witterungsresistenz machen ihn dauerhaft wartungsfrei. Als besonderer gestalterischer Akzent wurde der Eingangsbereich mit einer elegant gerundeten Klinkerführung ausgebildet. Eine massive Eichenholz-Eingangstür greift den Anspruch an Materialauthentizität im Detail auf und bildet einen gezielten Kontrast zur mineralischen Fassadenstruktur.

Ergänzt wird die hinterlüftete Klinkerfassade auf Aluminium-Unterkonstruktion durch Planbond Invisio-Aluminiumverbundplatten (6 mm) an Attika und Fensterlaibungen. Die Platten sind verdeckt befestigt und setzen sich bewusst von gängigen Lösungen ab, um eine visuell ruhige, fugenlose Oberfläche zu gewährleisten.

Konstruktion mit Auskragung: Funktion und Form in statischer Eleganz

Die besondere Gebäudekontur mit auskragendem Obergeschoss und weit ausladender Erdgeschossdecke, die zugleich die Terrasse überdacht, erforderte anspruchsvolle statische Lösungen. Die Konstruktion basiert auf einer sorgfältig abgestimmten Tragstruktur mit gezielt dimensionierten Unterzügen und Konsolen, die die visuelle Leichtigkeit der Form erst ermöglichen. Gleichzeitig erlaubt die horizontale Gliederung eine gestalterisch präzise Zonierung von Innen- und Außenraum.

Gebäudetechnik: Geothermie, PV und passive Kühlung

Energetisch ist das Haus als Effizienzhaus 55 konzipiert, um weitgehend autarke Versorgung zu ermöglichen. Zum Einsatz kommt eine Geothermie Anlage mit Tiefenbohrung und integrierter Wärmepumpe, ergänzt durch eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Eine leistungsstarke PV-Anlage auf dem Dach mit Batteriespeicher deckt den Großteil des Strombedarfs. Das integrierte System erlaubt im Sommer eine effiziente passive Kühlung über die Fußbodenheizung, basierend auf reversibler Hydraulik und automatisierter Regelung, was den Wohnkomfort erheblich steigert und den Energiebedarf minimiert.

Lichtführung und Steuerung

Das Beleuchtungskonzept orientiert sich exakt an den Sichtachsen und Raumbeziehungen, um Atmosphäre zu schaffen und funktionale Anforderungen zu erfüllen. Eingesetzt wurden unter anderem hochwertige Leuchten von Kreon: Prologe 80 in Dolma (single black), Down in-line (single black), Dolma 80 up & down sowie Esprit (double black). 

Einfamilienhaus mit Ringofenklinker: Küche
Das Beleuchtungskonzept orientiert sich exakt an den Sichtachsen und Raumbeziehungen.
(Bild: Ledwig/Spinnen)
Einfamilienhaus mit Ringofenklinker: Innenausbau
Der Innenausbau aus der Werkstatt der Schreinerei Peter Heyer (Mönchengladbach) setzt auf langlebige, natürliche Materialien.
(Bild: Ledwig/Spinnen)

Die gesamte Lichtsteuerung ist vollständig in die KNX-Gebäudeautomation integriert. Dies ermöglicht eine individuelle Programmierung jeder Leuchte und Steckdose inklusive Szenensteuerung und zeitabhängiger Lichtprofile.

Ästhetik, die sich den Lebensphasen anpasst

Der Innenausbau aus der Werkstatt der Schreinerei Peter Heyer (Mönchengladbach) setzt auf langlebige, natürliche Materialien und eine reduktionistische Gestaltungshaltung. Prägend sind Südtiroler Eiche-Dielenparkett, kontrastierende betongraue Pandomo-Böden und seidenmatte Einbaumöbel in Grau-, Weiß- und Anthrazittönen, die sich unaufdringlich in die Architektur integrieren. Das Haus bietet zudem eine hohe Nutzungsflexibilität. So befindet sich im tagesbelichteten Untergeschoss ein Fitness- und Wellnessbereich, der alternativ als potenzielle Nanny-Einheit genutzt werden kann. Auch im Erdgeschoss wurde vorausschauend geplant: Durch die barrierefreie Erschließung über eine Rampenanlage lässt sich ein Gästezimmer bei Bedarf in eine eigenständige Pflegeeinheit umgestalten.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Außenraumgestaltung: Berücksichtigung der Lage und Tageslichtqualität

Das Grundstück liegt an einer nördlich verlaufenden Bahntrasse, die in etwa acht Metern Tiefe eingebettet ist, eine Lage, die besondere akustische Anforderungen an den Entwurf stellte. Durch die konsequente Ausrichtung aller Aufenthaltsräume zur Süd- und Südwestseite fungiert das Gebäude selbst als baulicher Schallschutz. Die geschlossene Nordfassade schützt wirkungsvoll vor Lärmemissionen, ohne auf Offenheit und räumliche Qualität zu verzichten.

Der außenliegende Pool ist bündig in die Terrassenfläche eingelassen und nimmt die inneren Raumachsen auf.(Bild:  Ledwig/Spinnen)
Der außenliegende Pool ist bündig in die Terrassenfläche eingelassen und nimmt die inneren Raumachsen auf.
(Bild: Ledwig/Spinnen)

Parallel dazu folgt das Haus einem konsequenten Tageslichtkonzept. Großzügige Verglasungen, gezielt gesetzte Sichtachsen und die klare Gliederung der Räume sorgen für eine optimale natürliche Belichtung und schaffen helle, freundliche Wohnbereiche mit differenzierter Lichtführung über den Tagesverlauf hinweg.

Außenanlagen und Garten

Auch die Außenanlagen wurden vom Architekturbüro selbst geplant. Der Gartenbereich wurde als verlängerter Wohnraum konzipiert. Ein außenliegender Pool ist bündig in die Terrassenfläche eingelassen und nimmt die inneren Raumachsen auf, wodurch ein harmonischer Übergang zwischen Innen und Außen entsteht. Begrenzende Gartenmauern und eine durchdachte Bepflanzung schaffen zugleich Rückzugsorte mit hoher räumlicher Qualität und kontrollierter Privatheit.

Projektdaten

  • Projekt: Einfamilienhaus mit Klinkerfassade, Geothermie und Pool

  • Ort: Mönchengladbach

  • Grundstücksgröße: 1'137 m²

  • BGF: 548 m²

  • BRI: 1'337 m³

  • Wohnfläche: 270 m²

  • Nutzfläche: 185 m² (inkl. Garage, Untergeschoss & Wellnessbereich)

  • Unterkellerung: vollständig

  • Leistungsphasen: 1–9 

  • Besonderheiten: Klinkerfassade von Gillrath, Garten, Kamin, Wellnessbereich, Pool; Geothermie; Leuchten von Kreon, Nanny-Einheiten, barrierefrei

Einfamilienhaus mit Ringofenklinker: Grundriss
Grundrisse.
(Bild: Ledwig/Spinnen)

Info: Ledwig / Spinnen Architekten

Ledwig / Spinnen Architekten mit Sitz in Mönchengladbach, entwickeln seit über 20 Jahren Architektur-, Interior- und städtebauliche Konzepte für anspruchsvolle Bauaufgaben. Als Architekten, Generalplaner und verlässliche Kooperationspartner begleiten sie Projekte über alle Leistungsphasen hinweg – von der Entwurfs- und Genehmigungsplanung (LPH 1–4) bis zur Realisierung und Objektüberwachung (LPH 5–9). Im Fokus steht eine integrale Planungskultur, die Gestaltung und Bauprozess gleichermaßen ernst nimmt: von Ausschreibung und Vergabe über Termin- und Kostensteuerung bis zur qualitätssicheren Umsetzung auf der Baustelle.

Weitere Informationen: https://www.ledwig-spinnen.de/