Erst vor kurzem wurde das Gebäude der Schüco Corporate Services vollständig modernisiert. Sämtliche Aluminiumbauteile wurden zur Wiederverwertung in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt. An ihrer Stelle gibt nun die Cradle-to-Cradle-zertifizierte Elementfassade dem Gebäude ein neues Gesicht.
(Quelle: Schüco International KG, Frank Peterschröder)
Rohstoffkreislauf: Seit 2016 wird die Schüco-Unternehmenszentrale stetig erweitert und umstrukturiert. Zu den Neu- und Umbauten zählen auch der von 3XN Architects geplante Schüco-One-Neubau, das Schüco-Parkhaus mit der markanten Textilfassade FACID sowie das aus einer ehemaligen Produktionshalle nach New-Work-Prinzipien umgestaltete Bürogebäude Digital Hub One. Nach dreijähriger Sanierungs- und Umbauzeit wurde Ende 2021 das Corporate-Services-Gebäude seinen neuen Nutzern, den Finanz- und IT-Bereichen, übergeben.
Rohstoffkreislauf: Wie die Modernisierung gelingt
Der Komplex besteht aus drei Baukörpern in Stahlbetonbauweise: einem siebengeschossigen Kopfbau vis-à-vis zur künftigen Unternehmenszentrale Schüco One, einem sechsgeschossigen Gebäude entlang der Karolinenstraße sowie einem langgestreckten, zweigeschossigen Flachbau parallel zur Herforder Straße.
Die drei Gebäudeteile entstanden sukzessive in den Jahren 1960 bis 1980. 2001 erhielt die Fassade, die als Schüco-Fensterbandsystem ausgeführt war, eine vorgehängte zweite Glas-Aluminiumhaut. Im Inneren wurden bis dato jedoch keine großen Änderungen vorgenommen. So entsprach der Bestand noch mehr oder minder dem ursprünglichen Zustand.
Ausschlaggebend für den jüngsten Umbau war die Tatsache, dass die vorhandene Substanz nicht mehr den aktuellen Brandschutzanforderungen entsprach. Im Verlauf ergänzender Untersuchungen offenbarten sich weitere technische und funktionale Mängel, etwa an haustechnischen und sanitären Anlagen und in Sachen Barrierefreiheit. Auch Optisch ließ der Bestand zu wünschen übrig: So waren zum Beispiel die aus den 1980er-Jahren stammende Farbgebung im Inneren und die abgehängten Decken in Fluren und Büros nicht mehr zeitgemäß. Zudem mangelte es an offenen Arbeitsbereichen und repräsentativen, einladenden Räumen für die informelle Kommunikation. Für Schüco und das mit der Planung beauftragte Büro tr.architekten aus Köln war daher klar, dass neben der technischen Mängelbehebung auch eine grundlegende Umstrukturierung der Innenräume nötig war.
(Zurück in den Rohstoffkreislauf: Am Bestandsgebäude wurden alle Aluminiumbauteile rückgebaut und dem A|U|F-Rohstoffkreislauf zugeführt. Bild: Schüco International KG, Frank Peterschröder)
Arbeitsplatzkonzept New Work
Das Planungsteam ging hierfür in mehreren Schritten vor. Die Büroebenen wurden nach dem New-Work-Prinzip komplett neugestaltet. Ausgelegt sind die Flächen für 160 Mitarbeiter. Zusätzlich wurden Räume für externe Wirtschafts- und Steuerprüfer eingerichtet. Offene Bereiche mit Desksharing, Einzelbüros für ruhiges Arbeiten, Besprechungsräume und Zonen für die informelle Kommunikation wechseln in den Grundrissen einander ab. Außerdem waren die späteren Nutzer kontinuierlich in den Planungsprozess einbezogen, um die Akzeptanz der neuen Arbeitsformen in der Belegschaft zu fördern.
Ein neues Gesicht erhielten auch die Empfangs- und Erschließungsflächen. Zu diesem Zweck entfernte man den bestehenden Aufzugsschacht in der Mitte des Gebäudes. Ein neuer Aufzug befindet sich nun am Schnittpunkt aller drei Baukörper an der rückwärtigen Hoffassade. Die hinzugewonnene Nutzfläche funktionierte das Planungsteam in offene Kommunikationszonen um.
(Offene Arbeitsbereiche und repräsentative Räume unterstützen die informelle Kommunikation. Bild: Schüco International KG, Frank Peterschröder)
Zeitlose Gebäudehülle
Ein weiterer Schwerpunkt der Planung war der vollständige Rückbau der Aluminium-Bestandsbauteile und die Erneuerung der Fassade. „Wir haben beim Corporate-Services-Gebäude einen ganzheitlichen Planungsansatz verfolgt“, erläutert der bei Schüco verantwortliche Architekt André Schreiber. „Deswegen sollte auch die Fassade nachhaltig und zeitlos sein. Passend zur Idee, auf dem Campus möglichst viele unserer Produkte in der Anwendung zu zeigen, setzen wir hier das erste Mal die Cradle-to-Cradle (C2C)-Silber-zertifizierte Elementfassade AF UDC 80 ein.“
Auch mit der neuen Gebäudehülle bleiben die drei Bauteile des Bestandsgebäudes als heterogene, additive Struktur ablesbar. Gleichzeitig verleiht ihnen die Elementfassade ein homogenes, ruhiges Äußeres. Auf diese Weise bildet das Gebäude einen Gegenpol zur expressiven Gestalt des gegenüberliegenden Schüco-One-Neubaus.
Durch ihren elementierten Aufbau lässt sich die UDC 80 der jeweiligen baulichen Situation und der Verteilung der Funktionen im Gebäude gut anpassen. Zusammengesetzt ist die Fassade des Gebäudes aus rund 332 vorgefertigten Elementen. Flügel- und Panoramafenster, geschlossene Paneelfelder und Lüftungsflügel wechseln sich darin einander ab. Erstmals wurde auch der Sonnenschutz Schüco AB ZDS (Aluminium Blind ZIP Design Screen), ein textiles außenliegendes Sonnenschutz-Rollosystem, in die Elementfassade integriert. Ein weiteres projektspezifisches Detail sind die Deckleisten an den Fenstern. Diese treten in drei unterschiedlichen Tiefen aus der Fassadenflucht heraus und kreieren auf der Gebäudehülle ein subtiles Schattenspiel.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
(Einladender Empfangsbereich des modernisierten Schüco-Corporate-Services-Gebäudes. Bild: Schüco International KG, Frank Peterschröder)
Zurück in den Rohstoffkreislauf
Als man sich entschieden hatte, die Fassade zu erneuern, stand sofort fest, auch das Thema Recycling aufzugreifen. Denn die Bestandsfassade aus den 1980er- und 2000er-Jahren hatte einen hohen Aluminiumanteil. Zudem ist das Bielefelder Unternehmen Gründungsmitglied der A|U|F, einem Verein, der einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Aluminium in der Fenster-, Türen- und Fassadenbranche organisiert. Folglich wurden alle Aluminiumbauteile der Fassade und des Vordachs rückgebaut und dem A|U|F-Rohstoffkreislauf zugeführt. Um eine sortenreine Trennung zu gewährleisten, sammelte das mit dem Abriss beauftragte Unternehmen die einzelnen Materialfraktionen so weit wie möglich in getrennten Containern. Das Aluminium wurde daraufhin über mehrere Containerladungen durch Unternehmen des A|U|F recycliert. Die so zurückgewonnenen Mengen – in Summe waren es 28 Tonnen – ließ European Aluminium (EA) durch einen externen Auditor bewerten. Dabei ermittelte er eine Recyclingquote von 98,3 Prozent.
(Gestaltung der Büroebenen nach dem New-Work- Prinzip. Bild: Schüco International KG, Frank Peterschröder)
Neben der UDC 80 kamen in dem Sanierungsobjekt weitere C2C-Silber-zertifizierte Produkte an der Eingangsfassade und den Türen zum Einsatz. Nach der Sanierung erreicht das Gebäude nun den ambitionierten KfW-70-Standard und verbraucht damit jährlich 265.000 kWh weniger Primärenergie als vorher.
Versorgt wird der sanierte Bürobau mit Heizenergie und Warmwasser aus Fernwärme sowie mit zertifiziertem Ökostrom. Zudem legte Schüco Wert auf Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Dächer wurden beispielsweise mit Zellulosefasern gedämmt.
Die Anlegung eines Gründachs ist in der Planung. Eine 500 qm große, extensiv begrünte Fläche soll die Insektenvielfalt fördern, das Mikroklima im und am Gebäude verbessern sowie Lärm und Feinstaub mindern.