Beispielhaftes-Bauen-Preis 2025 für das Technische Rathaus in Tübingen  Preisgekrönt und alltagstauglich

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

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Als das Technische Rathaus Tübingen 2019 neu eröffnet wurde, galt es als mutiges Projekt: ein sanierter Altbau von 1954, erweitert um einen klaren, kompakten Neubau. Das hat sich nicht nur bewährt, sondern ist zum Vorzeigeprojekt für nachhaltige Verwaltungsbauten geworden. Dafür gab es 2025 den Preis „Beispielhaftes Bauen".

Das Technische Rathaus Tübingen: Verschmelzung von alt und neu. (Bild:  Marcus Ebener)
Das Technische Rathaus Tübingen: Verschmelzung von alt und neu.
(Bild: Marcus Ebener)

Die Jury der Architektenkammer Baden-Württemberg, die den Preis „Beispielhaftes Bauen" verlieh, lobte vor allem die Verbindung von alt und neu. Das Technische Rathaus in Tübingen integriere den Bestand respektvoll und Qualität und Handwerklichkeit bekundeten hohe Standards der Verwaltung für das lokale Bauwesen.

220 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden durch den Umbau. Offene und kombinierte Büroformen wurden anfangs skeptisch betrachtet, haben sich aber bewährt – besonders im Hochbau- und Stadtplanungsamt. Dort erleichtert die Architektur Austausch und Zusammenarbeit. Blickbeziehungen, Treffpunkte und die Caféteria mit Dachterrasse fördern eine lebendige Arbeitsatmosphäre.

Das lichtdurchflutete Atrium macht die ursprüngliche Fassade des Rathauses von 1954 sichtbar und verbindet sie mit der klaren Architektur des Erweiterungsbaus. (Bild:  Marcus Ebener)
Das lichtdurchflutete Atrium macht die ursprüngliche Fassade des Rathauses von 1954 sichtbar und verbindet sie mit der klaren Architektur des Erweiterungsbaus.
(Bild: Marcus Ebener)

Alltagstauglich und bürgernah

Baubürgermeister Cord Soehlke zieht ein klares Fazit: „Für meine KollegInnen und mich ist das „neue“ Technische Rathaus immer noch ein Geschenk, das wir alltäglich schätzen und nutzen. Es hat unsere Arbeit spürbar besser, angenehmer und kommunikativer gemacht.“ Auch dem Publikumsverkehr gegenüber vermittelt das Haus Offenheit und Transparenz. Klare Wegeführungen und gut auffindbare Servicestellen erleichtern die Orientierung und machen die Verwaltung sichtbar und zugänglich.

Die Energiebilanz überzeugt: Pfahlgründungen dienen als Geothermiequelle, kombiniert mit einer hochgedämmten Fassade. So bleibt es im Sommer angenehm kühl, ganz ohne Klimaanlage. Ein Temperaturunterschied von wenigen Grad unter der Erde reicht aus, um ein gutes Raumklima zu sichern – ein echter Wohlfühlfaktor im sommerlichen Verwaltungsbetrieb. Im Winter deckt das benachbarte städtische Heizkraftwerk den geringen Heizbedarf.  Die Nutzer schätzen den Komfort und die wartungsarme Haustechnik.

Nachhaltigkeit mit Weitblick für das Technische Rathaus Tübingen

Auch beim Materialeinsatz zeigt sich Weitsicht. Der Bestand blieb weitgehend erhalten, Recyclingbeton und langlebige Ziegel wurden eingesetzt – noch bevor Themen wie graue Energie oder zirkuläres Bauen in der Öffentlichkeit die Präsenz hatten, die ihnen heute zugestanden wird. Damit war das Projekt seiner Zeit deutlich voraus.
Heute dient das Rathaus über Tübingen hinaus als Inspiration im Verwaltungsbau, wie Bestand und Neubau sinnvoll verbunden werden können – technisch, organisatorisch, kulturell.Durch den kompakten Neubau entstand entlang der Ammer neuer Freiraum: Grünfläche, Bouleplatz und Sommernachtskino machen den Ort zu einem beliebten Treffpunkt. Ein urbaner Raum, der über die ursprünglichen städtischen Planungen hinaus das Quartier belebt und bereichert. 

Drei Fragen an Bürgermeister Soehlke

Was macht das Technische Rathaus aus Ihrer Sicht beispielhaft?

Es verbindet Wertschätzung für den Bestand mit einem klaren Blick in die Zukunft. Das Gebäude ist funktional, nachhaltig und menschlich zugleich.

Wie reagieren die Bürger auf das Haus?

Wir erhalten viele positive Rückmeldungen. Transparenz, Orientierung und die offene Atmosphäre werden geschätzt. Das Rathaus wirkt nicht wie eine abweisende Behörde, sondern wie ein Ort der Begegnung.

Ihr persönliches Fazit?

Ich bin überzeugt: Es ist eines der schönsten Verwaltungsgebäude, die wir in Tübingen haben – nicht wegen äußerer Repräsentation, sondern weil es unsere Arbeit und den Austausch spürbar verbessert.

Weitere Informationen: www.aplusr.de

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