Der Düsseldorfer Projektentwickler Alfons & alfreda präsentiert gemeinsam mit seinem Joint-Venture-Partner aam2core das neue TESTA in Berlin-Schönefeld. Im Spannungsfeld zwischen Flughafen BER und dem lebendigen Südosten entsteht ein außergewöhnliches Quartier, das der Zukunftsvision eines nachhaltigen und modernen Arbeitsumfelds entsprechen soll.
(Quelle: Alfons & alfreda AG)
In unmittelbarer Nähe zum neuen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg entsteht in der Waßmannsdorfer Allee 3 der Bürocampus TESTA, der moderne Arbeitswelten mit einem Hotel, Supermarkt, Gastronomiekonzepten und Fitnessstudio kombiniert. Das urbane Quartier, dessen Fertigstellung für 2025 geplant ist, bietet auf knapp 60.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche mit drei Bürogebäuden sowie weiteren Nutzflächen viel Raum für individuelles Arbeiten, Kooperation und Kommunikation. Außerdem soll ein zentraler begrünter Platz zum Verweilen einladen. Bauen aktuell wollte mehr über das Thema nachhaltige Gebäude wissen und bat Volker Busse, Gründer und Vorstand der Alfons & alfreda AG zum Gespräch.
Herausforderungen des TESTA-Projekts
Was waren die zentralen Herausforderungen in der Planungsphase des TESTA-Projekts?
Volker Busse: Einen ganzheitlich nachhaltigen Gebäudekomplex zu schaffen, der die höchsten Zertifizierungsstandards im Platinbereich erfüllt und klimaneutal ist. Durch die folgenden Maßnahmen kann das TESTA in Zukunft etwa 60 Prozent seines Energiebedarfs selbst erzeugen:
Abwasserwärmerückgewinnung (AWRG) zur Unterstützung der Wärmeversorgung im Heizfall sowie Reduzierung des Strombedarfs durch Einleitung der Abwärme im Kühlfall
Solarstrom durch Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern und Parkhausfassaden
Versorgungskonzept basierend auf Luft-Wasser-Wärmepumpen, die die Energie aus der Außenluft ziehen und primär ihren Strombedarf durch den Stromgewinn aus den PV-Anlagen decken
Weitere Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit und des Nutzerkomforts:
Ziegelfassade aus 100 Prozent recyceltem Abbruchklinker aus dem Berliner Raum
Begrünung von Fassaden und Dächern zur Gebäudekühlung und CO2-Reduktion
reduzierte Flächenversiegelung durch maximalen Ausbau von Grünflächen
Regenwasserspeicherung durch Zisternen mit etwa 630.000 Liter Fassungsvermögen
Heizung und Kühlung durch Hybriddeckensegel für optimales Klima und Komfort in den Büroetagen
flächendeckende Be- und Entlüftung durch smarten, automatisierten Luftstrom
alle Flächen sind barrierefrei konzipiert; fahrradfreundliches Konzept mit öffentlich zugänglichen Duschen
E-Mobilität mit 100 Prozent flächendeckendem Ausbau von E-Ladesäulen für Kfz und Bikes
Smart Building zur Automatisierung und Vernetzung der Gebäude
(TESTA, Berlin: Visualisierung der Büros im Innenbereich. Bild: Alfons & alfreda AG)
Nachhaltige Gebäude: Darauf kommt es an
Welche Nachhaltigkeitskriterien sind bei der Auswahl von Materialien und Gebäudetechnik besonders wichtig?
Busse: Um unser Ziel zu erreichen, möglichst klimaneutral zu bauen, fokussieren wir uns darauf, alle CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude hinweg kontinuierlich zu reduzieren – also recycelte Baumaterialien einzuplanen und zu verwenden sowie bei Abbruch diese Materialien auch wieder zu trennen. Zudem die Installation effizienter Gebäudetechnik, die auf fossile Energieträger verzichtet und sicherstellt, dass der Primärenergiebedarf soweit es geht reduziert wird. Vom recycelten Fassadenklinker über erneuerbare Energie- und Abwasserwärmerückgewinnung bis hin zu intelligenter Sensortechnologie ist das Konzept des TESTA auf das Wohlbefinden unserer Nutzer und Nachhaltigkeit ausgerichtet und optimiert. Dies wird durch das Erreichen des KFW40-Standards noch unterstrichen, der die Effizienz des Ensembles in besonderer Form hervorhebt.
Wie lässt sich der ökologische Fußabdruck der Gebäude in frühen Planungsphasen denn berechnen?
Busse: Das geschieht bereits in der frühen Planungsphase durch unsere Zertifizierungspartner, etwa DGNB, mit Betrachtung unterschiedlicher Konzepte. Unter Abwägung verschiedener Gesichtspunkte fließen die Endergebnisse bereits in die Leistungsphase zwei mit ein. Zudem zeichnet unser Planungsteam eine langfristige Erfahrung in der Planung und Konzeption nachhaltiger Projekte aus. Daher sind wir in der Lage, auf einen großen Erfahrungsschatz zurückzugreifen und uns mit jedem neuen Projekt stetig zu verbessern.
Was bedeutet der hohe Nachhaltigkeitsanspruch für die Zusammenarbeit der verschiedenen Gewerke?
Busse: Hier ist die Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke bereits in der frühen Planungsphase sehr wichtig. Die Architekturplanung hat Auswirkungen auf die Technische Gebäudeausrüstung sowie umgekehrt unterstreicht die Außenanlagenplanung die Architekturplanung und sorgt für Aufenthaltsqualität beim Mieter. Nur durch das Durchspielen unterschiedlicher Konzepte lässt sich das Beste für ein Projekt ausarbeiten.
(„Um unser Ziel zu erreichen, möglichst klimaneutral zu bauen, fokussieren wir uns darauf, alle CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude hinweg kontinuierlich zu reduzieren.“ Volker Busse, Gründer, Vorstand und CDO der Alfons & alfreda AG Bild: Alfons & alfreda AG)
BIM-Konzepte im Einsatz
Welche Rolle spielen dabei Konzepte und Anwendungen für das Building Information Modeling?
Busse: Die BIM-Konzepte und -Anwendungen sind ganz zentral und werden von Beginn der Planung an mitberücksichtigt. Durch die frühzeitige Anwendung kann man zum Beispiel auf mögliche Kollisionspunkte zwischen den Konzepten für Statik und TGA reagieren. Zudem können wir als Entwickler einen ersten 3D-Eindruck vom Projekt gewinnen und auf mögliche Unstimmigkeiten eingehen.
Stand: 16.12.2025
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Welche Kriterien stehen bei der Gestaltung der Grünanlagen im Vordergrund und welche landschaftsplanerischen Akzente setzen Sie?
Busse: Hier stand insbesondere der Gedanke der Biodiversität im Vordergrund. Daher wurden für die Region Brandenburg typische Elemente von Wald- und Heidelandschaften aufgegriffen und insektenfreundliche, lokale Pflanzenarten eingeplant. Für die späteren Mieter soll eine Grünfläche entstehen, die zum Nutzen und Verweilen einlädt.
Dabei entfaltet sich der konsequent nachhaltige Gedanke in der Materialwahl, modernster Gebäudetechnik sowie in gestalterischen Komponenten und biodiversen Grünanlagen. Das Ensemble, mit einer Fläche von 45.700 m², bestehend aus drei Bürogebäuden und einem Hotelkomplex, entsteht rund um einen grünen Platz mit eigener Gastronomie, Nahversorgung und Fitnessstudio. Großzügige, smarte Büroflächen und nachhaltige Gebäude in einer anregenden wie entspannten Umgebung von Wald und Heide kreieren ein einzigartiges Arbeitsumfeld.
In den letzten zwei Jahren haben die Entwickler und Architekten an diesem nachhaltigen Produkt gearbeitet: TESTA (lateinisch Ziegelstein) ist dabei Namensgeber und Sinnbild ihrer Vision für nachhaltiges und humanes Bauen. Die Fassade entsteht aus über einer Million recycelter Ziegelsteine.
Von der kleinsten Einheit, dem einzelnen Stein, über Klimatisierung, Wassermanagement bis hin zur Einbindung elektrischer Mobilität setzt TESTA Maßstäbe und zeigt, was zeitgemäße Architektur und nachhaltige Gebäude leisten können. Fortgeführt wird das nachhaltige Konzept durch den Einsatz moderner Wärmepumpen, Photovoltaikflächen, einer Abwasser-Wärmerückgewinnung sowie zahlreicher Solarfassadenteilen, um auf fossile Energieträger vollständig zu verzichten. Durch diese und zahlreiche weitere energetische Maßnahmen erreicht das TESTA den heute höchsten KFW-40-Standard, soll DGNB sowie LEED Platin zertifiziert werden und erfüllt vollständig die Vorgaben der EU-Taxonomie (gem. Artikel 9). Gerade in Zeiten stark steigender Energiepreise sparen Mieter so im TESTA signifikant Nebenkosten ein, da rund 60 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung durch selbst erzeugte Energie gedeckt werden kann.