Mobiler Batteriespeicher sorgt für klimaschonenden Gütertransport

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 2 min Lesedauer

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Die Logistik der Zukunft auf dem ITS World Congress 2021: klimaschonender Gütertransport mit Magnetschwebebahntechnologie. Durch das elektromagnetische System der Firmengruppe Max Bögl lässt sich nicht nur der Verschleiß an Fahrzeugen reduzieren, sondern auch die Infrastruktur im Hafen erheblich entlasten. Faktoren, die auch auf den leistungsstarken Batteriespeicher von Bredenoord zutreffen, der die 120 Meter lange Demostrecke sicher mit Energie versorgt.

(Quelle:  Bredenoord)
(Quelle: Bredenoord)

Mobiler Batteriespeicher im Einsatz: Das ursprünglich von Max Bögl für den Personennahverkehr entwickelte Schwebesystem wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert und in nur sechs Monaten umgesetzt. Anschließend wurde es auf den Containertransport adaptiert und dient jetzt als temporäre Demonstrationsstrecke auf dem Gelände des Cruise Centers Steinwerder in Hamburg.

Mobiler Batteriespeicher im Containertransport

Hiermit gelingt der vollautomatisierte Umschlag vom straßengebundenen Verkehr auf das Transportsystem Bögl (TSB) inklusive Weichenstellung und Spurenwechsel. Zudem entstand so mithilfe einer Machbarkeitsstudie die Basis für weitere logistische Reality-Anwendungen dieser Technologie.

(Die 120 m lange Demostrecke wird von Bredenoord mit Energie versorgt. Bild: Bredenoord)
(Die 120 m lange Demostrecke wird von Bredenoord mit Energie versorgt. Bild: Bredenoord)

In Zukunft ließen sich so also Container mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h und Taktfolgezeiten von 20 Sekunden transportieren. Durch den fehlenden physischen Kontakt zwischen Fahrbahn und Fahrzeug ist das Transportsystem sehr leise zu betreiben und somit auch in direkter Nähe zu bebauten Gebieten anzusiedeln. Die Verlagerung des Lkw-Verkehrs aus dem Hafengebiet ins Hinterland führt zudem zur Entlastung der Infrastrukturen im Hafen und einem effizienteren Transport der Container aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht. Auch die Kombination von Personenzug und Cargo-Fahrzeug im Wechselbetrieb wäre möglich.

Dynamische Lasten abdecken

Im Herzen des Hamburger Hafens waren weder eine ausreichende Elektro-Infrastruktur noch der speziell für das TSB-System notwendige Elektroanschluss vorhanden. Eine mobile Energielösung war also unabdingbar. Die Herausforderung lag jedoch darin, die hohen dynamischen Lasten bis 500 kW abzufangen, die kurzzeitig dann entstehen, wenn das Fahrzeug sein hohes Beschleunigungsvermögen voll ausschöpft. Bredenoord, Experte für mobile Stromlösungen, sorgt hier mit der „Battery Box“ (mobiler Batteriespeicher) für Abhilfe. Sie liefert von Beginn an 100 Prozent Leistung, während mobile Stromaggregate mit so genannten One-Step-Load aus dem Stand heraus maximal 40 Prozent erbringen. Zum Vergleich: Ohne Batteriespeicher wären zum Abfangen der hohen Lasten insgesamt vier Stromaggregate à 300 kVA notwendig. In Kombination mit der Battery Box ist lediglich ein einzelnes kVA-300 erforderlich.

(Der mobile Batteriespeicher von Bredenoord deckt hohe dynamische Lasten. Bild: Bredenoord)
(Der mobile Batteriespeicher von Bredenoord deckt hohe dynamische Lasten. Bild: Bredenoord)

Energieversorgungssystem: Mobiler Batteriespeicher

Zum Betrieb der 120 Meter langen Strecke ist eine Spannung von 750 Volt DC (Gleichstrom) nötig. Die von der Batterie ausgehenden 400 Volt sind also auf die bahntypische Spannung hochzutransformieren. Das geschieht mithilfe einer mobilen Trafostation, die von Omexom bereitgestellt an den Batteriespeicher angeschlossen wurde. Außerdem stellte man ein 300-kVA-Stromaggregat zur Verfügung, das sich mittels Powermanagementsystem bei niedrigem Akkustand der Batterie (30 Prozent) automatisch hinzu- und bei vollem Akkustand (95 Prozent) wieder abschaltet. Demnach läuft das Aggregat nur wenige Stunden auf voller Leistung, was CO2-Emissionen einspart.

(Nahaufnahme der Magnetschwebebahn Max Bögl. Bild: Bredenoord)
(Nahaufnahme der Magnetschwebebahn Max Bögl. Bild: Bredenoord)

Max Bögl legt mit dem TSB-Cargo-System aus Fahrweg, Fahrzeugen sowie fahrerloser Betriebstechnik den Grundstein für die Infrastruktur der Zukunft. Betriebskosten lassen sich erheblich senken und Lärm und Feinstaubemissionen reduzieren.
Bredenoord schlägt den gleichen Weg ein und befindet sich mitten in der Erweiterung seiner Batterieflotte – für eine nachhaltige, leise und effiziente Energieversorgung.

Auch die Rekuperation ist ein wichtiges Thema, dessen sich Max Bögl gemeinsam mit Bredenoord in Zukunft annehmen will.

Von Vera Stumpp.

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