Grabenlose HDD-Technik: Düker für Mehrfach-Versorgung unter Main-Donau-Kanal
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Rainer Trummer
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Ein Düker unter dem Main-Donau-Kanal stellte die Hauck Tiefbau GmbH mit der Bohranlage Grundodrill 28Nplus vor eine schwierige Aufgabe.
(Quelle: TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG)
Der Main-Donau-Kanal (MDK) verbindet Main und Donau von Bamberg über Fürth, Nürnberg nach Kelheim. Die Stadt Fürth liegt auf einer Länge von knapp 13 km am Ufer des Kanals.
1970 baute man hier eine Hafenbrücke als Trägerobjekt der verschiedensten Versorgungsleitungen für die Stadt.
Weil die Hafenbrücke heute ein Sanierungsfall ist, beschloss der kommunale Träger, die neuen Rohrleitungen nachhaltig grabenlos unter dem Kanal verlegen zu lassen.
Der dafür notwendige, von Ufer zu Ufer 200 Meter lange Düker mit einem Mantelrohr DA 500 stellte die No-Dig-Spezialisten der Hauck Tiefbau GmbH und ihren den Grundodrill 28Nplus vor eine schwierige Aufgabe.
Das privatrechtliche Kommunalunternehmen der Stadt Fürth, die infra fürth gmbh, hat kürzlich, als Versorgungs- und Netzdienstleister für die rund 128'000 Fürther Einwohner, darüber entschieden, wie sich die ununterbrochene Versorgung gewährleisten lässt. Egal, ob Sanierung oder Abriss der Brücke – beides war ungewiss. Somit war es nur logisch, die neuen Versorgungsleitungen für Strom, Internet und Telekommunikation zusammen unter den Kanal via Düker zur Umbindung an die Bestandstrassen auf beiden Seiten des Kanals zu bauen. Dazu mussten im Vorfeld wasserrechtliche Auflagen erfüllt, der Schutz von Natur und Umwelt berücksichtigt, Grundstücksverhältnisse geklärt, die Beschaffenheit des Baugrundes untersucht und logistische Fragen und Probleme beantwortet oder gelöst werden. Zudem waren auch fachmännisches Know-how, jede Menge Erfahrung und das dafür notwendige technische Equipment gefragt.
Grabenloses Verfahren für den Düker
Für die eigentliche Leitungsverlegung fiel die Entscheidung der infra fürth gmbh auf die in Großheirath ansässige Hauck Tiefbau GmbH. Mit seiner Erfahrung, seinem Know-how und mit dem Einsatz aktueller Techniken versteht sich das Familienunternehmen mit seinen 50 Mitarbeitern als Spezialist für grabenloses Bauen. Für die umweltfreundlichen grabenlosen Verfahren im Kabel- und Leitungsbau zählt zudem das entsprechend Equipment des Maschinen- und Fuhrparks von Hauck.
Hier benötigte man ein besonders leistungsstarkes und zuverlässiges Horizontalspülbohrgerät. Denn der Düker sollte mit einem Mantelrohr DA 500 SDR 11 mit Schutzmantel, in das ein ganzes Bündel verschiedener Kabelschutzrohre (zur Kabelbestückung) eingezogen werden musste, ausgestattet sein. Für die rund 200 m lange Pilotbohrung in zu erwartender großer Tiefe wählte Hauck deshalb das Midi-Horizontalspülbohrgerät Grundodrill28Nplus von Tracto aus und traf dann alle notwendigen Arbeiten und Vorkehrungen zum Start der Bohrung.
Die Wechsellagerung von abrasiven Sandsteinen und zähen, sehr kompakten Tonschichten waren werkzeug- und spülungstechnisch nur schwer beherrschbar. Außerdem enthielt die notwendige Genehmigung des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes die Forderung, ein Wire-Line-Verfahren einzusetzen, damit die ständige Kontrolle zur Einhaltung der lage- und höhen(tiefen)mäßigen Trassenvorgabe gewährleistet ist. Dazu wurde das kompakte Kreisel-Ortungssystem Opti-Trac von Sharewell HDD eingesetzt. Durch dessen Einsatz gab es keinerlei Beeinträchtigung der Schifffahrt, da eine Befahrung des Kanals zu Ortungszwecken nicht notwendig war (wie es beim Walk-Over-Verfahren erforderlich gewesen wäre).
Bohrung unter dem Main-Donau-Kanal
Die gesamte Strecke für die Pilotbohrung von Ufer zu Ufer unter den Main-Donau-Kanal belief sich auf rund 200 m, der Bohrdurchmesser betrug 170 mm. Der Grundodrill28Nplus, umgerüstet für das kabelgeführte Bohren mit Mud-Motor (Bohrlochmotor) und mit PDC-Meißel, startete aus der Startgrube links der Hafenbrücke heraus. Dabei musste man wegen der engen Grundstücksverhältnisse einen ziemlich steilen Einstichwinkel (55 %) wählen, um rechtzeitig die notwendige, vorgegebene Mindesttiefe unter den Kanal zu erreichen. Mit einer erreichten maximalen Tiefe von 26 m bezogen auf die Startgrube arbeitete sich der Bohrkopf Meter um Meter mit einer durchschnittlichen Schubkraft von 20 kN und einem durchschnittlichen Spülungsbedarf von 300 l/min vorwärts.
Am gegenüberliegenden Kanalufer angekommen, tauschte man den Bohrkopf gegen einen Backreamer aus. Insgesamt erfolgten sechs Aufweitvorgänge auf einen finalen Bohrlochdurchmesser von 700 mm. Nach einem Cleaning-Run zur Säuberung des Bohrkanals musste man nur noch das Bohrgerät von der Start- zur Zielgrube hin umsetzen. Der PE-Mantelrohrstrang DA 500 SDR 11 mit Schutzmantel (zusammengeschweißte 12 m-Einzelrohre) wurde mit Wasser befüllt und problemlos eingezogen.
Jetzt fehlten noch in dem DA 500-Rohrstrang die PE-Schutzrohre, um die verschiedenen Kabel und Versorgungsleitungen einzuziehen. Dabei hieß es: Zurückschieben des Bohrgestänges durch die fertige Mantelrohrleitung, Anhängen des entsprechenden Rohrpakets (4 X DA 140 für Stromkabel, 1 X DA 90 für Steuerkabel, 5 X DA 50 für Glasfaserkabel, 1 X Mehrfach-Rohrsystem für Telekommunikation) und präzises Einziehen. Nun galt es nur noch, die vorhandenen Start- und Zielgruben zu vergrößern, um die neuen Versorgungsleitungen an die freigelegten Bestandstrassen auf beiden Seiten des Kanals umzubinden.
Stand: 16.12.2025
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Bauvorhaben in knapp zwei Monaten vollendet
Für das gesamte Bauvorhaben – Baustelleneinrichtung, Pilotbohrung, Aufweitgänge, Einzug PE-Mantelrohr, Einzug PE-Schutzrohre, Verdämmung, Tiefbau für die Umbindung – brauchte es knapp zwei Monate, und: ein gutes Gespür sowie jede Menge Erfahrung und spezielles Know-how.
„Als Auftraggeber können wir nur bestätigen, dass im Zusammenspiel einer fundierten Projektplanung, dem Einsatz von modernster Verlegetechnik und Ausführung durch qualifizierte Partner die Basis des Erfolges gebildet wurde. Wir haben die Herausforderung angenommen, um eine sichere Versorgung für Fürth langfristig zu gewährleisten. Für komplexe Projekte ist die innovative grabenlose Verlegung immer eine Alternative zur konventionellen Leitungsverlegung“, so Gerhard Pfob, Projektleitung infra fürth gmbh.
Durch die gute Planung und fachgerechte Ausführung mit dem Grundodrill28Nplus und ein ausgezeichnetes Bohrteam ließ sich die Versorgung mit Strom und schnellem Internet für die Einwohner von Fürth mit nur einem Bauvorhaben für die Zukunft sicherstellen.
Der Main-Donau-Kanal (MDK) bei Fürth. Direkt neben der abrissreifen Hafenbrücke, die als Trägerobjekt der verschiedensten Versorgungsleitungen diente, entstand der 200 m lange Düker mit den Versorgungsleitungen. Bildquelle: Tracto-Technik GmbH & Co. KG