Forschungsprojekt: Welche Dämmsysteme sich für historische Fachwerkgebäude eignen
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Rainer Trummer
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Das Forschungsprojekts Fachwerk_2.0 widmet sich der Frage, wie sich die Energieeffizienz von Fachwerkgebäuden verbessern lässt. Dabei soll das denkmalpflegerisch gewünschte Erscheinungsbild erhalten bleiben.
Die Hochschule RheinMain (HSRM), die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und das Freilichtmuseum Hessenpark untersuchen im Rahmen des Forschungsprojekts Fachwerk_2.0 gemeinsam, wie sich eine Steigerung der Energieeffizienz von Fachwerkbauten durch neuartige sowie nachhaltige Dämmsysteme erreichen lässt.
Dabei wollen die Partner die Authentizität der Fachwerkgebäude erhalten.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Forschungsprojekt mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Millionen Euro.
Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung beschreibt den Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland bis zum Jahr 2050. Historische Fachwerkgebäude bilden mit einer Anzahl von rund zwei Millionen einen beträchtlichen Anteil des vorhandenen Gebäudebestands. Gleichzeitig stellen sie – aufgrund ihrer Materialität und des denkmalpflegerisch gewünschten Erscheinungsbilds – hohe Anforderungen an Maßnahmen zu einer effizienten energetischen Ertüchtigung.
„Im Rahmen des Forschungsprojekts Fachwerk_2.0 wollen wir untersuchen, wie eine Steigerung der Energieeffizienz von Fachwerkgebäuden unter dem Aspekt der Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit und unter Wahrung ihrer Authentizität erzielt werden kann“, so Prof. Dr.-Ing. Christoph Duppel, Leiter des Studienganges Baukulturerbe (B.Sc.) und stellvertretender Leiter des Labors für Bauforschung im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der HSRM.
Drei Fachwerkgebäude im Freilichtmuseum Hessenpark als Versuchsobjekte
Zu Beginn der 1990er-Jahre fanden im Rahmen eines Forschungsprojekts Untersuchungen zum bauphysikalischen Verhalten der Fachwerkgebäude statt. Gegenstand dieser Untersuchungen bildeten dabei unter anderem drei Versuchsgebäude im Freilichtmuseum Hessenpark. „Diese nahezu unverändert erhaltenen Fachwerkhäuser bieten im Rahmen des Projekts Fachwerk_2.0 die einmalige Chance, Wandsysteme und Aufbauten nach langjähriger Nutzungszeit zu analysieren und zu bewerten“, so Dr.-Ing. Oliver Bletz-Mühldorfer, Leiter der Arbeitsgruppe Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen im Bauwesen im Labor für Holzbau der Hochschule RheinMain.
Das zentrale Freilichtmuseum des Landes Hessen mit einer Gebäudesammlung von 113 wiedererrichteten oder (teil)-rekonstruierten historischen Fachwerkhäusern hat vor rund zwei Jahren das Kompetenzzentrums Fachwerk eingerichtet. „Das neue Forschungsprojekt bildet einen wichtigen Meilenstein und wird für grundlegende Erkenntnisse im Umgang mit Fachwerkgebäuden sorgen“, unterstreicht Heike Notz, die im Hessenpark die Projektleitung für das Forschungsprojekt Fachwerk_2.0 übernommen hat. Das gewonnene Wissen lässt sich im Freilichtmuseum einer breiten Öffentlichkeit vermitteln und zur Verfügung stellen. „Unser Museum bietet eine ideale Plattform, um Interessierten die Themen Sanierung, Wartung und Pflege der Bausubstanz näherzubringen“, erklärt Notz. Die untersuchten Gebäude sind vor Ort zu besichtigen. Mit einem Fachwerk-Musterhaus will der Hessenpark ergänzend zeigen, dass zeitgenössisches, energieeffizientes Wohnen in einem historischen Fachwerkhaus möglich ist.
Bestandsbewertung für zukunftsfähige Sanierungslösungen
Neben dieser Bestandsbewertung liegt der Fokus des Forschungsprojekts Fachwerk_2.0 zudem auf der Entwicklung und Bewertung von neuen Ausfachungen und Dämmsystemen. Bei Fachwerkbauten versteht man die Bereiche zwischen der hölzernen Konstruktion als Gefache. Diese Gefache will man mit innovativen und nachhaltigen Wandsystemen neu bestücken (ausfachen). Dabei gilt besonderes Augenmerk der funktionsfähigen und dauerhaften Ausbildung der Fugen zwischen Holz und Ausfachung. „Ziel des Forschungsprojekts ist es, aus den gewonnenen Erkenntnissen zukunftsfähige Sanierungslösungen zu entwickeln, die einen Erhalt des kulturhistorisch wertvollen Gebäudebestands unter heutigen Nutzungsmaßstäben ermöglichen und den Zielvorgaben der Klimaeffizienz für Bestands-Fachwerkgebäude unter Gebäude- und Quartiersbezug genügen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Christoph Duppel.
Dabei werden neben der messtechnischen Bewertung von Versuchsflächen auch hygrothermische Bauteilsimulationen an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg vorgenommen. „Aus dem Erkenntnisgewinn der begleitenden Berechnungen sollen neue Wandaufbauten beziehungsweise Sanierungsmöglichkeiten entwickelt werden und den am Bau Beteiligten ein Planungswerkzeug zur schadensfreien Anwendung individueller Sanierungskonzepte an die Seite gestellt werden,“ erklärt Dr.-Ing. Andrea Staar, Projektleiterin an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.
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