Ziegelsteinbau aus den 1950er-Jahren wird zu KfW-Effizienzhaus 100  Altes DDR-Ambulatorium neu belebt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

Ein langgezogener Ziegelsteinbau in Vellahn, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, steht heute unter Denkmalschutz als KfW-Effizienzhaus 100. Zu DDR-Zeiten als Ambulatorium genutzt, sind nach Umbau und Sanierung neun gut gedämmte, moderne Wohnungen entstanden.

KfW-Effizienzhaus 100: Komplett renoviert, beherbergt das ehemalige Landambulatorium heute neun moderne Wohnungen. (Bild:  Udi Dämmsysteme)
KfW-Effizienzhaus 100: Komplett renoviert, beherbergt das ehemalige Landambulatorium heute neun moderne Wohnungen.
(Bild: Udi Dämmsysteme)

Das markante Bauwerk mit der für die Region typischen Ziegelsteinfassade steht heute unter Denkmalschutz. Es beherbergt neun moderne Wohnungen, Standard  KfW-Effizienzhaus 100. Die Sanierung ist geprägt von viel Liebe zum Detail – vielleicht auch deswegen, weil der Bauherr im Ambulatorium zur Welt kam. „Von außen ist es dem Gebäude nicht anzumerken, was sich innen alles getan hat, denn die Fassade ist originalgetreu erhalten", sagt Anka Unger, Geschäftsführerin eines Chemnitzer Herstellers von Holzfaser-Dämmsystemen, der die Materialien für die Innendämmung lieferte.

Dabei war es anfangs gar nicht klar, ob beim Dämmen Holzfaser oder Calciumsilikat zum Zug kommen würde. Ein Energiebüro wurde eigens mit einer Untersuchung beauftragt. Das entscheidende Argument, warum die Wahl am Ende auf ein Udi-Dämmsystem fiel: die Fähigkeit von Holzfasern, Feuchtigkeit abzuleiten. Am Nordgiebel des Gebäudes, der immer wieder starkem Schlagregen ausgesetzt ist, war das besonders wichtig.

Kältebrücken verhindern

500 Quadratmeter Dämmplatten in einer Stärke von zehn Zentimetern wurden im Vellahner Ambulatorium entlang der 36,5 Zentimeter dicken Außenwände verbaut. Dazu genügte es, Tapeten und Putz im Vorfeld zu entfernen und Schäden im Mauerwerk grob zu verspachteln. Denn die Holzweichfaser-Platte Udi IN Reco ist zur Wandseite hin elastisch und kann Unebenheiten von bis zu zwei Zentimetern ausgleichen. Beim Andübeln verankern sich Widerhaken im Dämmstoff und pressen so die Holzfasern unter Aufnahme hoher Zugkräfte gegen die Wand. Das verhindert Kältebrücken. Auf der harten, glatten Rückseite der Platten wurde ein Kalkfeinputz aufgebracht.

Der U-Wert der Mauer samt Dämmung beträgt nach der Sanierung 0,318 W/(m²·K). „Für den Altbau ist das ein sehr guter Wert, der fast dem eines modernen Gebäudes entspricht", so das Fazit Anka Ungers. Das sorge für Behaglichkeit und spare Energie. Zum Energiekonzept gehört auch eine Holzpelletanlage für Heizung und Warmwasser. Die Wohnungen sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die raumweise steuerbar ist.

Zum Energiekonzept gehören neben dreifach verglasten Fenstern auch eine Holzpellet-Anlage sowie eine steuerbare Fußbodenheizung. (Bild:  Udi Dämmsysteme)
Zum Energiekonzept gehören neben dreifach verglasten Fenstern auch eine Holzpellet-Anlage sowie eine steuerbare Fußbodenheizung.
(Bild: Udi Dämmsysteme)

Die Einscheiben-Fenster wurden durch Dreifachverglasungen ersetzt, ohne die Gestaltung zu ändern. Trotz der aufwändigen Sprossenfenster im Erdgeschoss, sind die vierflügeligen Fenster in 16 Scheiben unterteilt. Der einzige Unterschied, der von außen darauf hindeutet, dass das historische Gebäude inzwischen als Wohnraum genutzt wird, sind Schwebebalkone an der Gebäuderückseite sowie Fenster, die zu Balkontüren erweitert wurden. Im Erdgeschoss führen sie mitten ins Grün kleiner Vorgärten. Weitere Informationen gibt es hier

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