Ein Gründerteam arbeitet an einem Verfahren, mit dem eine Datenanalyse für Simulationen künftig automatisch ablaufen soll.
(Quelle: Sofia Delgado)
Im Ingenieurwesen fallen bei Simulationen viele Daten an. Mit ihnen lassen sich durch künstliche Intelligenz wiederum verschiedene Größen vorhersagen.
Ein Gründerteam der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) arbeitet an einem Verfahren für die automatisierte Datenanalyse.
Zum Einsatz kommen dabei Methoden der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. Interessant ist die Technik etwa für das Bauwesen und die Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Auf der Hannover Messe hat das Team seine Technik vorgestellt.
Ein Gründerteam der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) arbeitet an einem Verfahren, mit dem eine Datenanalyse für Simulationen künftig automatisch ablaufen soll. Die Technologie könnte zum Beispiel helfen, Änderungen bei Bauvorhaben besser abzuschätzen, sie könnte aber auch bei Projekten aus der Automobil- oder Luft- und Raumfahrtindustrie zum Einsatz kommen.
Ein Wurfgeschoss in einem Katapult fliegt abhängig von seinem eigenen Gewicht und einem Gegengewicht eine bestimmte Weite. Solch ein Vorgang lässt sich in Modellen simulieren, da die physikalischen Zusammenhänge bekannt sind. Ähnliche Simulationen kommen heutzutage bei vielen ingenieurwissenschaftlichen Tätigkeiten zum Einsatz. „Es fallen eine Menge Daten an. Oft ergeben sich auch neue Fragen“, sagt Max Kassera, Absolvent der TU Kaiserslautern.
In dem einfachen Fall des Katapults wären das zum Beispiel Folgende: Ist es möglich, anhand des Gegengewichts und der Zeit zu sagen, an welcher Stelle seiner Flugbahn sich das Geschoss befindet? Welches Gegengewicht brauche ich, damit das Geschoss eine bestimmte Höhe, Weite oder Geschwindigkeit erreicht? Bei der Modellierung solcher Zusammenhänge spricht man auch von Regressionsfunktion oder Vorhersagefunktion. „Mit Hilfe der vorhandenen Daten lassen sich neue Fragen beantworten, also andere Variablen“, erläutert Kassera, der an der TUK Maschinenbau mit BWL studiert hat.
Häufig auftretende Prozesse in Simulationen automatisieren
Im Rahmen eines Praktikums hat sich Kassera mit solchen Funktionen bei der Datenanalyse beschäftigt. Da eine solche Programmierarbeit sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, ist er auf die Idee gekommen, ein Programm zu entwickeln, mit dem sich solche häufig auftretenden Prozesse automatisieren lassen. Der Gründer wird zudem von Joëlle Krieg unterstützt. Die junge Frau hat ebenfalls an der TU Kaiserslautern studiert. In ihrem Informatik-Bachelorstudium hat sie sich im Schwerpunkt mit Künstlicher Intelligenz befasst.
Das Projekt haben sie „Engineering Data Processor“ (EDP) genannt und befindet sich mit der yasAI UG in Gründung. Sie entwickeln ihre Technik derzeit weiter, damit das System solche Fragen wie oben erwähnt automatisch beantworten kann. „Es denkt in gewisser Weise automatisch mit“, fährt er fort. Zum Einsatz kommen dabei Verfahren aus der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens. Die Software steht kurz vor der Markteinführung.
Änderungen in Bauvorhaben besser abschätzen
Die Technologie ist für unterschiedliche Bereiche von Interesse. Die Simulationen können zum Beispiel helfen, Änderungen bei Bauvorhaben besser abzuschätzen. Das Gleiche gilt aber auch bei Projekten aus der Automobil- oder Luft- und Raumfahrtindustrie.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Vorhaben derzeit mit einem EXIST-Gründerstipendium. Hier hat das Gründerteam zwölf Monate Zeit, seine Idee zur Marktreife zu bringen, einen Businessplan auszuarbeiten und die Unternehmensgründung vorzubereiten. Unterstützt wurde es dabei vom Gründungsbüro der TU Kaiserslautern und der Hochschule Kaiserslautern sowie von Professor Dr. Martin Böhle am Lehrstuhl für Strömungsmechanik und Strömungsmaschinen.
Bild oben: Max Kassera stellte seine Software auf der Hannover Messe vor. Foto: Sofia Delgado
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