Primarschule in Lufingen: Doppelwandige Fassade mit transluzenten Paneelen Wo Bestand und neue Materialien verschmelzen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 5 min Lesedauer

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Die Anlage der Primarschule Gsteig in Lufingen im Kanton Zürich wurde architektonisch überzeugend um mehrere Klassenzimmer und eine moderne Turnhalle ergänzt. 

Die Primarschulanlage Gsteig in Lufingen wurde um einen weiteren Lerntrakt, eine Turnhalle sowie einen – hier im Vordergrund zu sehenden – Pavillon für die schulergänzende Betreuung erweitert.(Bild:  Jason Klimatsas)
Die Primarschulanlage Gsteig in Lufingen wurde um einen weiteren Lerntrakt, eine Turnhalle sowie einen – hier im Vordergrund zu sehenden – Pavillon für die schulergänzende Betreuung erweitert.
(Bild: Jason Klimatsas)

Der Bau zeichnet sich durch die Verschmelzung von traditionellem Bestand und modernen Materialien aus. Einen optischen und funktionalen Mehrwert zugleich verspricht dabei die doppelwandige Turnhallen-Fassade von Rodeca. Die Kombination aus Hohlkammerscheiben außen und Lichtbauelementen innen verspricht Wärmeschutz und Leichtigkeit mit einer angenehmen Verschattung zu vereinen.

Ausbau schafft Möglichkeiten

Der neue Lehrtrakt bietet Platz für vier Klassenzimmer sowie zwei Gruppenräume. Die Turnhalle verfügt über eine kleine Zuschauergalerie und lädt somit auch Besucherinnen und Besucher zu sportlichen Veranstaltungen ein. Ein zusätzlicher Pavillon für die schulergänzende Betreuung rundet die räumliche Erweiterung ab. Der Ausbau war aufgrund steigender Schülerzahlen unumgänglich. Rund 240 Schülerinnen und Schüler profitieren nun von den neuen Räumlichkeiten. Die Lehrkräfte hatten nach Bauende die Möglichkeit, die Klassenzimmer nach ihren Vorstellungen zu gestalten, was jetzt zu einer optimalen Lernumgebung beiträgt.

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Die Außenseite der Turnhallen-Fassade wurde mit Hohlkammerscheiben in einer Pfosten-Riegel-Konstruktion installiert, um die Optik des bestehenden Gebäudes mit Holzelementen zu bewahren.
(Bild: Jason Klimatsas)

Schulausbauprojekt in Lufingen

Die Basis der Primarschule Gsteig in Lufingen bildet ein Gebäude aus den 1960er Jahren. Mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt, wollte man dieses im Jahr 2013 durch einen Betonbau um einen weiteren Lehrtrakt vergrößern. Damals nur zur Hälfte realisiert und dann verworfen, wurde der Bau 2020 in einem Architektur- und Honorarwettbewerb der Gemeinde erneut aufgegriffen. Das Zürcher Architekturbüro Schmid Schärer Architekten gewann den ersten Preis des Submissionsverfahrens. Der Spatenstich für den Ausbau erfolgte im März 2022. Nach einer schnellen Bauzeit von 16 Monaten wurden die erweiterten Räumlichkeiten pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres im Sommer 2023 in Betrieb genommen.

In das bestehende Ensemble integriert

Das Schulausbauprojekt in Lufingen deckt nicht nur den dortigen Bildungsbedarf, sondern steht auch für nachhaltige Architektur. Besonders ins Auge fällt die optische Verbindung von Alt und Neu. Das primäre Schulgebäude aus den 1960er Jahren sowie der 2013er Betonbau wurden erfolgreich in die Erweiterung eingebunden. Der nachhaltige Ansatz, das Bestehende zu erhalten und zu erweitern, reduzierte nicht nur den Planungsaufwand. Er unterstreicht auch das Bewusstsein dafür, Umwelt und Ressourcen zu schonen.

Die neuen Klassenzimmer sollen durch eine schlichte Gestaltung eine optimale, reizfreie Lernumgebung schaffen helfen.
(Bild: Jason Klimatsas)

Turnhalle: Zusammenspiel wärmedämmender Effekte

Für die Fassade der neuen Turnhalle setzen die Architekten auf Polycarbonat-Produkte von Rodeca. Zum Einsatz kommt eine doppelwandige Kombination aus Hohlkammerscheiben und Lichtbauelementen. Sie stellt eine durchdachte Verbindung zweier Systeme dar. Die Außenseite der Fassade besteht aus opalen Polycarbonat-Hohlkammerscheiben mit dazwischen aufliegenden Holzlisenen um den Ausdruck der in Holz verschalten Turnhallenkurzseiten über die Länge weiter zu führen. Die innere Schicht ist die eigentliche Dämm- und Dichtungsebene der Fassade aus nahtlos aneinander befestigten 60 Millimeter Polycarbonat-Lichtbauelementen.
 
Zwischen der äußeren und der inneren Fassade befindet sich die Pfosten-Riegel-Holzkonstruktion, an der die beiden Polycarbonatschichten befestigt sind. Ebenfalls sind die Stoffstoren in dieser Ebene wind- und wettergeschützt untergebracht, wobei man über deren Notwendigkeit streiten kann. Die Architekten sind im Hinblick darauf gespannt, ob sie im Betrieb überhaupt gebraucht werden. Die Lösungen schaffen eine homogene und gleichmäßige Lichtausbeute, dass sich eine zusätzliche Schattierung erübrigt.

Primarschule in Lufingen
Die Materialien integrieren sich in den Bestand und den Betonbau der Schule.
(Bild: Jason Klimatsas)

Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung

Neben der Wärmeisolierung sprechen weitere Leistungsmerkmale für eine Fassade aus Polycarbonat. So sind die Stegplatten von Rodeca deutlich leichter als andere Fassadenmaterialien, wie beispielsweise jene aus Glas. Ihr geringes Eigengewicht reduziert statische Belastungen und ermöglicht Einsparungen bei Trägerkonstruktionen. Darüber hinaus ist Polycarbonat 200-mal schlagzäher als Glas und bleibt dennoch lichtdurchlässig.
 
Da die Turnhalle in Lufingen nach Ost-West orientiert ist, hat auch der transluzente Lichteinfall eine große Bedeutung. Das einfallende Sonnenlicht blendet die Sportlerinnen und Sportler nicht mehr. Somit braucht es keine Verschattung, und die Innenraumbeleuchtung kann tagsüber aus bleiben. Zudem erzeugen sie eine angenehme Licht-Atmosphäre im Innenraum.

Die Rodeca-Fassade in der Turnhalle erzeugt eine angenehme Lichtatmosphäre.
(Bild: Jason Klimatsas)

Polycarbonat mit vorteilhaften Eigenschaften

Im Kontext der notwendigen Verschattung fiel die Wahl für die Innenseite der Turnhalle auf die Lichtbauelemente 2560-12 von Rodeca. Auf einer Fläche von etwa 284 Quadratmetern wurde die Farbe Kristall verbaut. Das 60 Millimeter starke Paneel mit zwölf Schalen und 500 Millimetern Baubreite punktet durch seinen mehrschaligen Aufbau mit guten Isolationswerten. Die Nut- und Federverbindung ermöglicht eine einfache Montage.
 
Polycarbonat hat eine Temperaturbeständigkeit von minus 40 bis plus 115 Grad Celsius – kurzfristig bis plus 130 Grad Celsius – und empfiehlt sich daher als eine robuste Lösung für unterschiedliche Umgebungen. Um die innere Schicht und Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz zu schützen, wurden in Lufingen auf etwa 430 Quadratmetern Fläche die Hohlkammerscheiben HKS 40-10 von Rodeca installiert. Mit 40 Millimetern Stärke und variabler Baubreite bieten sie ebenfalls effektive Isolationswerte. Zudem zeichnen sich die Stegplatten durch ihre Lichtdurchlässigkeit und Wärmedämmung aus. Auch sie können mit einer Temperaturbeständigkeit von minus 40 bis plus 115 Grad Celsius aufwarten.
 
Mit einer nahezu konstanten Schlagzähigkeit über den gesamten Temperaturbereich gewährt Rodeca eine zehnjährige Garantie auf Alterung und Vergilbung. Bei der Turnhalle kam die Ausführung Opal zum Einsatz, die sich in das ästhetische Gesamtbild der Schulanlage einfügt.

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Die Lichtbauelemente in der Innenfassade sorgen für eine ideale Verschattung, während sie gleichzeitig eine natürliche Lichtdurchlässigkeit gewährleisten.
(Bild: Jason Klimatsas)

Feedback zur doppelwandigen Fassade

Roger Schärer, Partner des federführenden Architekturbüros Schmid Schärer Architekten aus Zürich, betont die Besonderheiten des Projekts der Primarschulanlage Gsteig in Lufingen. Für ihn war es das erste Mal, dass er mit den Polycarbonat-Produkten von Rodeca arbeitete.
 
„Die Fassade der Turnhalle konnte nur aufgrund der besonderen Eigenschaften dieser Elemente errichtet werden. Ihre Leichtigkeit und gleichzeitige Lichtdurchlässigkeit bei Verschattung ermöglichten die optimale Gestaltung für die dortigen Gegebenheiten“, so Schärer. Auch die erhebliche CO2-Einsparung durch die Verwendung der Lichtbauelemente und Hohlkammerscheiben war für ihn ein maßgebliches Merkmal des Projekts. Vor diesem Hintergrund erhielt das Architekturbüro bereits nach dem ersten Herbst der Nutzung eine überaus positive Rückmeldung von der Schule Gsteig zu den isolierenden Eigenschaften der Turnhalle.
 
Weiter verweist Roger Németh von der Neomat AG – der Schweizer Händler und Vermittler der Rodeca-Produkte bei diesem Projekt – auf die spannende Planung mit dem Architekturbüro und das beeindruckende Endergebnis.

Weitere Informationen: https://www.schmidschaerer.ch/

Lichtbauelemente von Rodeca: https://rodeca.de/de/