Quader mit Fugen für ein Schulhaus im Viertel Zwei Stadtentwicklungsprojekt Olly-Schwarz-Schule in Wien

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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In prominenter Nachbarschaft zum Grünen Prater, dem Ernst-Happel-Stadion und der historischen Trabrennbahn Krieau wächst das Stadtentwicklungsprojekt Viertel Zwei in der Wiener Leopoldstadt stetig weiter. Bis zu 15.000 Menschen sollen im neuen Quartier wohnen und arbeiten.

Am südlichen Ende des Wiener Viertels Zwei in unmittelbarer Nähe zur U-Bahnstation „Stadion“ bildet der Neubau der Olly-Schwarz-Schule einen Eingang zum Quartier. (Bild:  Rupert Steiner Fotografie)
Am südlichen Ende des Wiener Viertels Zwei in unmittelbarer Nähe zur U-Bahnstation „Stadion“ bildet der Neubau der Olly-Schwarz-Schule einen Eingang zum Quartier.
(Bild: Rupert Steiner Fotografie)

Architekt Martin Kohlbauer konnte bereits 2021 mit einem Wohn- und Bürokomplex namens „Korso“ dem Viertel Zwei ein markantes Gesicht verleihen. Nun führt ein Schulhaus dessen Architektursprache fort und ergänzt ihn zu einem fein komponierten Ensemble. Riegel, Fugen und in Holz gerahmte Fensterbänder kennzeichnen das lebendige Außenbild der Volksschule. 

Dabei schaffen schlanke Profile und Brandschutzelemente von Forster Profilsysteme einen betonten Kontrast an den Fassaden und im Innenraum. Die „Olly-Schwarz-Schule“ – benannt nach einer Pädagogin und Frauenrechtlerin aus dem 20. Jahrhundert – besetzt ein rund 1.000 Quadratmeter großes Grundstück am Josefine-Lauterbach-Platz 1. 

Die für ein Schulhaus ungewohnt kleine Fläche bedingt eine höhere Bebauung, die sich im Maßstab dem benachbarten Wohnkomplex nähert. Bis zu sechs Geschosse umfasst die Ganztagesvolksschule, die damit Raum für 17 clusterbasierte Klassen und rund 400 Schülerinnen und Schüler bietet. Hinzu kommt eine 2.300 Quadratmeter große Freifläche westlich des „Korso“, die gemeinsam mit der dort angrenzenden „Volksschule in der Krieau“ genutzt werden kann. Eingebettet in ein autofreies Stadtentwicklungsprojekt mit zahlreichen Grünflächen und einem See steht den Kindern so eine weitläufige und vielseitig gestaltete Umgebung zur Verfügung.

Außergewöhnlicher Stadtbaustein

Stadtentwicklungsprojekt
Fassadenprofile entlang der sogenannten Fugengeschosse sowie die rückspringende Eingangssituation kennzeichnen Profile von Forster, die als dunkle Linien einen bewussten Kontrast zur hellen Holzlattung der Riegelelemente bilden.
(Bild: Rupert Steiner Fotografie)

Den Architekturwettbewerb für das Ensemble aus „Korso“ und Schulgebäude gewann Architekt Martin Kohlbauer aus Wien bereits 2016. Zahlreiche Entwurfsprämissen haben die Bauwerke gemeinsam, darunter die städtebauliche Rolle, ihre fein gegliederten Fassaden sowie die passende Einbettung von denkmalgeschütztem Bestand. Dabei rahmt etwa die Olly-Schwarz-Schule im Südwesten das kleine „Zuckerlhaus“, ein historisches Kopfgebäude der alten Stallungen, das im unmittelbaren Umfeld erhalten blieb. Auf der gleichen Seite des Schulhauses befindet sich auch der weit rückspringende, verglaste Haupteingang, den hohe, filigrane Stützen und ein weit auskragender Überbau umspielen.

Stadtentwicklungsprojekt: Spiel mit den Fugen

Analog zum Fassadenentwurf des Nachbargebäudes spielen am Schulhaus Kontraste und geometrische Formen eine wesentliche Rolle. So wechseln sich in Holz gefasste, leicht auskragende Riegel mit dunklen Fugengeschossen ab, was die Wahrnehmung der Geschoßanzahl scheinbar halbiert. Am Korso noch aus Brandschutzgründen in farblich ähnliche Keramikelemente gerahmt, sind die riegelartigen Geschosse am Schulgebäude mit vorpatiniertem Lärchenholz bekleidet.

Die 22 Meter hohe Olly-Schwarz-Schule umfasst fünf Geschosse plus Dachgeschoß und zwei Untergeschosse. Einen Höhenunterschied im Gelände gleichen Treppen sowie unterhalb der auskragenden Gebäudeteile filigrane Stützen in unterschiedlichen Längen aus – auch dies eine gestalterische und funktionale Parallele zu den Schwestergebäuden. Am Schulhaus sind jedoch nicht nur die horizontalen Fugen deutlich betont. So verstärken tiefe vertikale Einschnitte und unterschiedlich weit hervortretende Gebäudeteile den allgegenwärtigen Eindruck von gestapelten Quadern.

Schlanke Profile mit bauphysikalischem Mehrwert

Zur im Norden verlaufenden Bahnlinie der U2 sind die eingerückten Fugengeschosse als Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgeführt. Fassadenprofile Forster Thermfix Vario El90 in Anthrazit bilden gemeinsam mit den Fenstern eine homogene Fläche und dadurch die gewünschte Abstufung zum Holz. Mit dieser Konstruktion konnten sowohl Sektionen mit als auch ohne brandschutztechnische Anforderungen in einer Fläche überbrückt werden. Schlanke Ansichten kennzeichnen die Elemente aus pulverbeschichtetem Stahl, in die transparente ebenso wie opake Füllungen eingesetzt wurden. Die an unterschiedlichen Schnittstellen zum Aussenraum – etwa zu Terrassen oder im Eingangsbereich – eingesetzten Portale Forster Unico ergänzen die wärmedämmenden und gestalterischen Vorgaben auf passende Weise.

Stadtentwicklungsprojekt: Schlank konturierte Glaselemente innen

Stadtentwicklungsprojekt
Brandschutztüren und -verglasungen Forster Fuego light erfüllen die bauphysikalischen Anforderungen und fügen sich ins filigrane Erscheinungsbild.
(Bild: Rupert Steiner Fotografie)

Innen führen dunkle, subtil konturierte Türen und Verglasungen das kontrastreiche Spiel fort. Rund 40 Brandschutzportale Forster Fuego light in den Ausführungen El30 und El90 sind über das Gebäude verteilt. Zum Treppenhaus reihen sich hohe Verglasungen zu einer inneren Fassade und sorgen für Lichteinfall in die hell gestalteten Räume. Zum Einsatz kamen flächenbündige Elemente Forster Presto, die sich für Raumabschlüsse ohne besondere Anforderungen an den Wärmeschutz eignen. Laut Architekt Martin Kohlbauer bestimmten Proportion, Feinheit und Zartheit die Wahl der Profile innen wie aussen.

Zu einer weiteren Besonderheit des Viertel Zwei gehört die innovative Quartierslösung für die Energienutzung. So bilden erneuerbare Quellen aus Geothermie, Grundwasser, Abwasser, Abwärme und Photovoltaik ein so genanntes Anergienetz, das auf emissionsfreie Weise rund 85 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs im Quartier deckt. Die in flexibler Skelettbauweise errichtete Volksschule steht möglichen Nutzungsänderungen offen. Somit bietet sich mit der Olly-Schwarz-Volksschule ein hochmodernes Gebäude, das technisch, gestalterisch und im wahrsten Sinne des Wortes herausragt.

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