Digitale Stadtentwicklung Smart City Deutschland: So reagiert der öffentliche Raum

Ein Gastbeitrag von Jan Abt 2 min Lesedauer

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Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das Fraunhofer IAO entwickelten in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Methoden zur Messung der Auswirkungen von Smart-City-Maßnahmen auf den Stadtraum in Deutschland. 

Cover der Publikation: Räumliche Wirkungen von Smart-City-Maßnahmen.(Bild:  pikisuperstar/freepik)
Cover der Publikation: Räumliche Wirkungen von Smart-City-Maßnahmen.
(Bild: pikisuperstar/freepik)

Forschungsstudie misst räumliche Effekte von Smart-City-Initiativen in deutschen Kommunen

Deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise nutzen zunehmend digitale Lösungen, um ihre Kommunen lebenswerter und nachhaltiger zu gestalten. Doch oft ist unklar, wie sich diese Maßnahmen auf den öffentlichen Raum auswirken. Diesen Fragen gingen das Deutsche ­Institut für Urbanistik und das Fraunhofer IAO in einer Studie nach und entwickelten ein Modell zur räumlichen Wirkungsmessung von Smart-City-Maßnahmen.

Cover der Publikation: Räumliche Wirkungen von Smart-City-Maßnahmen. (Bild: Difu/BBSR/Frauenhofer IAO)
Cover der Publikation: Räumliche Wirkungen von Smart-City-Maßnahmen.
(Bild: Difu/BBSR/Frauenhofer IAO)

Um zukunftsgerichtete Entscheidungen treffen zu können, ist es wichtig, die Auswirkungen auf ein Quartier, eine Stadt oder eine Region zu kennen. Nur dann lässt sich einschätzen, ob sich angedachte Maßnahmen mit Blick auf das gewünschte Ziel und das Aufwand-Nutzen-Verhältnis lohnen.

Das Forschungsteam von Difu und IAO hat deshalb in Kooperation mit dem BBSR eine Praxishilfe erarbeitet, die zeigt, wie Kommunen räumliche Auswirkungen von Smart-City-Maßnahmen erfassen können. Die Publikation ist als schrittweises Handlungsmodell mit Praxisbeispielen konzipiert.

Praxisleitfaden für Smart-City-Evaluationsstrategien in deutschen Kommunen

Kommunen können nach dieser Methode die Auswirkungen ihrer Maßnahmen auf den jeweiligen Raum als Wirkungsumgebung bewerten und geeignete Indikatoren zur Messung festlegen. Das Vorgehen ist praxisorientiert in sechs Schritten beschrieben: von der Gesamtstrategie und Formulierung der messbaren Ziele über die Umsetzung von Maßnahmen bis hin zu deren Evaluation.

Im Mittelpunkt stehen Ziele und Wirkungen, denn Maßnahmen – ob digital oder analog – sind kein Selbstzweck. Sie werden umgesetzt, um vorab definierte stadtentwicklungspolitische Ziele zu erreichen. „Für Kommunen ist es wichtig, vorab raumwirksame Ziele zu definieren sowie geeignete Schlüsselindikatoren festzulegen. Diese sind die Grundlage, um räumliche Wirkungen überhaupt messen zu können“, sagt Wissenschaftler Jan Abt vom Deutschen Institut für Urbanistik. In der Praxishilfe werden die einzelnen Stufen des Modells anhand von drei Beispielen veranschaulicht.

Vorgehensmodell zur Messung der Raumwirksamkeit von Smart-City-Maßnahmen.(Bild: Difu/BBSR/Frauenhofer IAO)
Vorgehensmodell zur Messung der Raumwirksamkeit von Smart-City-Maßnahmen.
(Bild: Difu/BBSR/Frauenhofer IAO)

Da die Erfassung, Messung und ­Bewertung der Wirkungen einer Smart City in Deutschland Daueraufgaben sind, sollten ­Kommunen kontinuierlich überprüfen, ob sie ihre selbst definierten Ziele für eine lebenswerte und nachhaltige Stadt erreichen. „Das Verfahren ist als Steuerungs- und Optimierungsinstrument zu verstehen und langfristig und unabhängig von Einzelmaßnahmen umzusetzen“, betont Janika Kutz, Teamleiterin am Fraunhofer IAO. In der Studie gibt das Forschungsteam Empfehlungen, wie Kommunen ihre Ziele erreichen können. Diese betreffen unter anderem finanzielle und personelle Ressourcen, nachhaltiges Wissensmanagement und den Umgang mit Daten.

Smart City Deutschland: Hintergrund

Die Fördermaßnahme ­„Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC) wird seit 2019 vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit insgesamt 73 Modellprojekten umgesetzt. Als zentrale Anlaufstelle für die Modellprojekte in Deutschland gestaltet und steuert die „Koordinierungs- und Transfer­stelle Smart City“ (KTS) die Weitergabe von Smart-City-Lösungen in die ­kommunale Praxis.

Informationen zur Fördermaßnahme, den ­Modellprojekten Smart Cities und der Arbeit der KTS finden Sie unter: https://www.smart-city-dialog.de

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