Simulation Simulations-App treibt die Zukunft des Betonbaus voran

Ein Gastbeitrag von Elena Hurt 2 min Lesedauer

Die Baubranche steht vor komplexen Herausforderungen, beeinflusst von verschiedenen Variablen wie etwa Zeit, Temperatur, Materialauswahl, Witterungsbedingungen oder Gusstechnik. Besonders der Einsatz von Beton erfordert präzise Entscheidungen, um Langlebigkeit und Festigkeit zu gewährleisten. In diesem Kontext bietet Heidelberg Materials mit der Simulations-App HETT22 eine zukunftsfähige Lösung.

Um die Festigkeit und Haltbarkeit von Betonbauwerken zu gewährleisten, sind Wetterbedingungen zu berücksichtigen.(Bild:  Fons Heijnsbroek via Unsplash)
Um die Festigkeit und Haltbarkeit von Betonbauwerken zu gewährleisten, sind Wetterbedingungen zu berücksichtigen.
(Bild: Fons Heijnsbroek via Unsplash)

HETT22 bietet Bauunternehmern eine benutzerfreundliche Plattform, um verschiedene Szenarien zu simulieren und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Die Anwendung nutzt Multiphysik-Modelle, die Umgebungsbedingungen, Materialauswahl und andere relevante Faktoren berücksichtigen.

Durch die Zusammenarbeit mit Deflexional, der auf Software zum Erstellen von Multiphysik-Modellen und Simulations-Apps spezialisiert ist, und ­COMSOL entstand eine kostenfrei nutzbare Simulations-App, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Branche ­leisten soll.

Simulations-App ermöglicht präzise Vorhersagen

Wenn es um die Festigkeitsentwicklung von Beton geht, spielt die Temperatur eine zentrale Rolle. HETT22 ermöglicht die Vorhersage von Temperaturkurven und die Berechnung der zeitlichen Entwicklung von Festigkeit. Die präzise Vorhersage und Simulation sind eine wichtige Grundlage für die Planung und Ausführung von Bauprojekten.

Simulationsergebnisse, die den zeitlichen Verlauf von Temperatur und Festigkeit eines Betongussteils zeigen.(Bild:  Deflexional)
Simulationsergebnisse, die den zeitlichen Verlauf von Temperatur und Festigkeit eines Betongussteils zeigen.
(Bild: Deflexional)

Die Simulations-App berücksichtigt aber nicht nur Wettervorhersagen, sondern ermöglicht auch, vor Ort aufgezeichnete Temperaturen zu integrieren. Das erlaubt eine präzise Anpassung an unvorhergesehene Wetterbedingungen, um eine genaue Vorhersage der Festigkeitsentwicklung zu gewährleisten. Die Integration von realen Messdaten erhöht die Zuverlässigkeit der Simulation und unterstützt die Bauprojekte in jeder Phase der Entwicklung.

Umweltfreundlicher Beton

HETT22 unterstützt nicht nur bei der Festigkeitsentwicklung, sondern auch bei der Auswahl umweltfreundlicher Betonmischungen. Durch die Integration verschiedener Materialien, darunter Nebenprodukte aus der Energieerzeugung und der Verarbeitung von Eisen, ermöglicht die App eine umfassende Bewertung von CO2-Fußabdruck und Festigkeit. Die Berücksichtigung von Umweltaspekten in der Simulation trägt dazu bei, nachhaltige Entscheidungen zu fördern und den ökologischen Fußabdruck der Bauprojekte zu minimieren.

HETT22-App mit Aufbau eines Beispielmodells: Betonwand, die an ein anderes Material angrenzt.(Bild:  Deflexional)
HETT22-App mit Aufbau eines Beispielmodells: Betonwand, die an ein anderes Material angrenzt.
(Bild: Deflexional)

Zudem ist eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse möglich für ein besseres Management der Wirtschaftlichkeit und der CO2-Bilanz eines Projekts. So lässt sich beispielsweise feststellen, ob ein Guss mit kohlenstoffarmem Beton aufgrund kalter Außentemperaturen zu lange dauern würde. Dann wäre abzuwägen, ob ein schneller aushärtender Zement oder eine höhere Festigkeitsklasse des Betons in Frage kommen, auch wenn dies teurer ist und womöglich eine schlechtere CO2-­Bilanz hätte. Wählen kann man auch zwischen der Beibehaltung des ursprünglichen Plans und der Durchführung von Maßnahmen zum Isolieren oder Heizen der Schalung.

Die Einführung von HETT22 markiert eine wichtige Entwicklung in der Baubranche, indem Bauunternehmern komplexe Entscheidungen auf einer soliden Basis genauer Multiphysik-
Simulationen treffen können.

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