Sanierung im Bestand: Einfamilienhaus aus den 1970igern Ein Ort, der erdet und verbindet

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 3 min Lesedauer

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Inmitten des UNESCO-Biosphärenparks Wienerwald hat sich eine Bauherrenfamilie ein zweites Zuhause im Grünen geschaffen, das ihre Familienwerte widerspiegelt. Den passenden Ort fanden sie in einem alten Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren. Nach Sanierung der alten Mauern entstand ein zeitgemäßes Wohnambiente in Pressbaum.

Ein Abriss des Gebäudes war nie eine Option. Stattdessen wurde durch Sanierung bewusst der Weg eines respektvollen Umgangs mit dem Bestand und vorhandenen Ressourcen gewählt.(Bild:  Christoph Welkovits)
Ein Abriss des Gebäudes war nie eine Option. Stattdessen wurde durch Sanierung bewusst der Weg eines respektvollen Umgangs mit dem Bestand und vorhandenen Ressourcen gewählt.
(Bild: Christoph Welkovits)

Der Abriss des Hauses sei nie geplant gewesen, stattdessen habe man sich bewusst für die Sanierung und den respektvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen entschieden, sagt Architekt Birk Stauber vom Wiener Studio Stark: „Abriss ist für uns nicht mehr zeitgemäß. Wir wollten die graue Energie bewahren und zeigen, welche Qualitäten in unscheinbaren Gebäuden schlummern können.“

Sanierung wurde zur Herausforderung

Besonders herausfordernd war der Umstand, dass ein Teil der Bausubstanz durch frühere An- und Umbauten aus zweckorientierten und kurzlebigen Materialien bestand. Nachhaltiges Handeln zählt jedoch ebenso zu den Werten der amerikanischen Bauleute wie ihr Sinn für Schönheit, Verbundenheit und Spielfreude. „We hope for the property to embody our family values: sustainability, application of beauty, connection and play.“ Dieses Leitmotiv, ein zu Beginn offener Budgetrahmen sowie die Möglichkeit, sich von klassischen Alltagsfunktionen zu lösen – schließlich handelt es sich um einen Zweitwohnsitz – gaben dem beauftragten Architekturbüro großen kreativen Spielraum.

Die Sanierung zeigt eindrucksvoll, wie selbst problematischer Bausubstanz mit Kreativität und Sorgfalt neues Leben eingehaucht werden kann.(Bild:  Christoph Welkovits)
Die Sanierung zeigt eindrucksvoll, wie selbst problematischer Bausubstanz mit Kreativität und Sorgfalt neues Leben eingehaucht werden kann.
(Bild: Christoph Welkovits)

Dem zuvor kaum vorhandenen Außenraum begegneten die Architekten mit einer massiven Stützwand aus Sichtbeton, die den Hang abfängt und Platz für eine Terrasse, einen Pool und eine Außenküche schafft. Der Grundriss wurde vollständig neu strukturiert, der ursprüngliche Eingangsbereich verlegt und an seiner Stelle ein lichtdurchflutetes Homeoffice geschaffen. Im Dachgeschoss fanden die Kinder ihren Lieblingsort: einen eigenen Spielraum mit Netzen und Kletteraufbauten.

Ein Ort der Begegnung

Herzstück der Sanierung ist ein großzügiger, barrierefreier Begegnungsraum, der weit mehr ist als eine herkömmliche Wohnküche. Er dient als zentraler Kommunikations- und Aufenthaltsort der Familie. „Der Bauherr wünschte sich, dass hier alles zusammenkommt: kochen, spielen, arbeiten und feiern“, erläutert Stauber. Dafür wurde der bestehende, marode Anbau entfernt und durch einen neuen ersetzt. Zwischen Küche und Terrasse sorgen heute raumhohe Glas-Faltwände für fließende Übergänge. „Ist die Glas-Faltwand geöffnet, scheint sich das Haus aufzulösen. Innen und Außen verschmelzen zu einer Einheit. Genau das war unser Ziel: Freiheit und Offenheit erlebbar zu machen.“

Zusammengefaltet und als unauffälliges Glaspaket auf der Terrasse geparkt, öffnet nach derSanierung eine Glasfaltwand den Innenraum zur Landschaft. (Bild:  Christoph Welkovits)
Zusammengefaltet und als unauffälliges Glaspaket auf der Terrasse geparkt, öffnet nach derSanierung eine Glasfaltwand den Innenraum zur Landschaft.
(Bild: Christoph Welkovits)

Raum, Licht und Landschaft

Als flexible Glasfassade fiel die Wahl auf die wärmegedämmte Aluminium-Glas-Faltwand Ecoline von Solarlux, projektspezifisch konfiguriert mit zwei Anlagen. Sie bestehen aus fünf oder sechs Flügeln, die im geöffneten Zustand auf der Terrassenseite als schmale Glaspakete geparkt werden. Ein Element ist als Drehtür ausgebildet, wunschgemäß mit einem Öffnungswinkel von 180 Grad.  Ausschlaggebend für die Systemwahl war die Flexibilität, von der sich die Planenden vorab im Showroom Wien überzeugten: Die Bauelemente lassen sich wahlweise nach rechts oder links verschieben, ein wegfaltbarer Eckpfosten ermöglicht eine vollständig offene Gebäudeecke. Darüber hinaus können an beliebiger Position Drehflügel integriert werden, die die Funktion einer Terrassentür übernehmen. 

Für das neue Bad wurden die alten Dachbalken während der Sanierung freigelegt.(Bild:  Christoph Welkovits)
Für das neue Bad wurden die alten Dachbalken während der Sanierung freigelegt.
(Bild: Christoph Welkovits)

Beispielhafte Nachhaltigkeit 

Ein weiteres Argument war die filigrane Profilkonstruktion mit einer durchgängig schlanken Ansichtsbreite von nur 99 Millimetern im Flügelstoß. „Uns war wichtig, dass die Konstruktion so leicht wie möglich wirkt. Die Profile treten optisch zurück, übrig bleiben Raum, Licht und Landschaft.“ Die Materialwahl folgt dem Prinzip von Authentizität und Langlebigkeit: Sichtbeton, Holz und Glas verbinden zu einer klaren, zeitlosen Architektur. „Das Haus darf Patina entwickeln, so dass es lebt“, beschreibt Stauber. So treffen raue Sichtbetonoberflächen, auf kühle Glasflächen und warme Holzbauteile. Die nachhaltige Haltung zeigt sich bis ins Detail: in begrünten Flachdächern, einer energieeffizienten Haustechnik und kurzen Wegen durch die Beauftragung von lokalen Handwerksbetrieben. Was ursprünglich als Sanierungsfall begann, ist heute ein Beispiel dafür, wie aus dem Bestand Zukunft entstehen kann: ein Ort, der erdet und verbindet. Weitere Infos: www.solarlux.com

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