BIM Allianz erläutert integralen Bestandteil der HOAI 202x Auf dem Weg zu praxistauglichem BIM

Von Regine Appenzeller 3 min Lesedauer

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Die BIM Allianz, der Verband führender Architekturbüros mit dem Schwerpunkt auf der Digitalisierung des Planungsprozesses und dem Einsatz von BIM, setzte auf der Digitalbau 2026 ein klares Zeichen gegen die wachsende Komplexität in der Baupraxis. Im Vorfeld der anstehenden HOAI-Novellierung für 2026 zeigt die BIM Allianz mit dem Regelprozess BIM fundierte, praxisorientierte Lösungen, die den Planungsprozess vereinfachen, statt ihn immer weiter zu verkomplizieren. 

BIM Allianz auf der Digitalbau: Der Regelprozess BIM steht im Fokus der modellbasierten Planung.(Bild:  Zuzanna Kaluzna)
BIM Allianz auf der Digitalbau: Der Regelprozess BIM steht im Fokus der modellbasierten Planung.
(Bild: Zuzanna Kaluzna)

Seit Jahren gilt Building Information Modeling (BIM) als Schlüssel für effizientes Bauen. Doch in der Praxis haben sich für viele Akteure die Qualitäts- und Effizienzversprechen von BIM bisher nicht erfüllt. Nicht selten empfinden Architektur- und Planungsbüros den Prozess als überbordend und verbunden mit Anforderungen, die ein Projekt unnötig verkomplizieren. Auf der Seite der Auftraggebenden zeigt sich die Kehrseite der Medaille: erhöhte Honorare durch unnötige Vorgaben und Informationsanforderungen, die nicht im wirtschaftlichen Verhältnis zum Mehrwert stehen.

Der Regelprozess BIM: Das Fundament der digitalen Planung

An diesem Punkt setzt die BIM Allianz an und rückt den Regelprozess BIM in den Fokus der modellbasierten Planung: Als Methodik, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Hintergrund ihrer Initiative ist die für 2026 geplante Novellierung der HOAI. Erstmals wird darin der Regelprozess BIM rechtlich verankert sein. Dieser soll die Grundlage für eine faire sowie leistungsgerechte Vergütung von BIM-Planungsleistungen in der Zukunft schaffen. Der Regelprozess BIM definiert darüber hinaus die Grenzen zwischen Grundleistungen nach HOAI und ergänzend individuell vereinbarten Besonderen Leistungen.

Maximale Transparenz für alle Beteiligten im Projekt 

Ein zentrales Ziel der BIM Allianz ist es, umfassende Transparenz über die geschuldeten Informationen im Gesamt- und in den Teilmodellen zu ermöglichen. Damit soll es gelingen, weg von Datengräbern mit überbordenden, irrelevanten Informationen hin zu einer zielführenden sowie effizienten Informationsbereitstellung zu gelangen. So entsteht ein BIM-Prozess, der für Architekten, Fachplaner und kommunale Bauabteilungen gleichermaßen handhabbar und verständlich bleibt. 

Regelprozess BIM in der Praxis 

Wie dieser neue Regelprozess und der Weg von der Muster-AIA zur individuellen Projekt-AIA in die Praxis übersetzt werden, stellte die BIM Allianz auf der digitalBAU 2026 vor. In zwei Fachvorträgen auf der NEO Stage zeigten die Experten, wie Planende und Auftraggebende dank klarer Leistungsdefinitionen und Leistungsabgrenzungen die Weichen für einen wirtschaftlichen und vor allem partnerschaftlichen Regelprozess BIM stellen. 

Regelprozess BIM: männliche Person, Portraifoto schwarz-weiß
Matthias Pfeifer, Vorstandsmitglied BIM Allianz: „Der Regelprozess BIM ist das Fundament jeder digitalen Planung, das wir jetzt mit Leben füllen. Mit unserer Kommentierung der Muster-AIA für Bundesbauten ist bereits ein zweiter wichtiger Schritt getan.“
(Bild: Büro Luigs, Düsseldorf)

Matthias Pfeifer (Vorstandsmitglied BIM Allianz), Jana Schall (BIM Allianz AK Recht und Vertrag / Witte Projektmanagement) und Jan-Philipp Frenking (BIM Allianz AK Recht und Vertrag/Max Dudler) verdeutlichten in ihrem Vortrag Vom Regelprozess zur AIA: Umsetzung in der Praxis, wie die Muster-AIA für Bundesbauten auf Basis der HOAI-Novellierung in die Praxis überführt werden können. Sie zeigten dabei auf, welche Leistungen künftig als Regelleistung gelten und wie sich diese Abgrenzung direkt auf den Projektaufwand sowie die Honorierung auswirkt.

Transparenz darüber, welche Informationsmengen im Leistungsbild Gebäude und Innenräume tatsächlich geschuldet sind, schafften Michael Johl (Vorstandsmitglied BIM Allianz) und Lukas Oelmüller (Staab Architekten) mit ihrem Beitrag auf der NEO Stage in Köln. Durch praxisnahe Abgrenzungen lieferten sie wichtige Orientierung für die faire Beauftragung von BIM-Leistungen – die zugleich die Basis für einen neuen Leitfaden der BIM Allianz sind.

Lukas Oelmüller, Staab Architekten und Gesamtvorstandsmitglied BIM Allianz: „Wir brauchen eine Kultur der Datensparsamkeit: Nur Informationen, die für den jeweiligen Prozessschritt einen echten Mehrwert bieten, gehören in das Planungsmodell.“ (Bild:  Staab Architekten/Patrick Desbrosses, Berlin)
Lukas Oelmüller, Staab Architekten und Gesamtvorstandsmitglied BIM Allianz: „Wir brauchen eine Kultur der Datensparsamkeit: Nur Informationen, die für den jeweiligen Prozessschritt einen echten Mehrwert bieten, gehören in das Planungsmodell.“
(Bild: Staab Architekten/Patrick Desbrosses, Berlin)

Der Regelprozess BIM beinhaltet: 

  • Das Mitwirken bei der Erarbeitung und Fortschreibung eines BIM Abwicklungsplans (BAP) auf der Grundlage von Auftraggeber Informationsanforderungen (AIA)
  • Das Nutzen einer bereitgestellten gemeinsamen Datenumgebung zum Austausch der Informationen und Ergebnisse
  • Die durchgängige Planung des Objektes anhand von Fachmodellen als grundlegende Informationsträger in einer der Leistungsphase entsprechenden, geometrischen und alphanumerischen Planungstiefe 
  • Das Mitwirken bei der technischen Zusammenführung und technischen Abstimmung der Fachmodelle der an der Planung fachlich Beteiligten zu Koordinationsmodellen 
  • Das Ableiten von zur Planung erforderlichen Informationen und Ergebnissen, wie zum Beispiel alphanumerischen Daten, Mengen, Flächen-, Raum- oder Bauteillisten, sowie von 2D-Plänen im Wesentlichen aus den Fachmodellen 

Weitere Informationen: www.bim-allianz.de

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