Leuchtturmprojekt Recycling Fassade: Neue Nachhaltigkeisstandards

Ein Gastbeitrag von Torben Brauer 2 min Lesedauer

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Die Recycling Fassade zweier Hochhäuser in Hannover-Laatzen ist das Fundament eines großangelegten Versuchs, um ressourcenschonend und nachhaltig mit alten Dämmmaterialien umzugehen. Wissenschaftlich begleitet vom Institut für Infrastruktur, Wasser, Ressourcen und ­Umwelt der Fachhochschule Münster (IWARU)

(Bild: Henning Scheffen Photography)
(Bild: Henning Scheffen Photography)

Recycling alter Fassaden: Neues Leben für Baustoffe in Laatzen

Die alten Fassaden der Gebäude an der Karlsruher- und Eichelkampstraße in Laatzen werden in einem Projekt thermisch, aber auch stofflich genutzt, um daraus etwa neue Ziegelsteine herzustellen. Dazu arbeiten die temps GmbH Malereibetriebe aus Neustadt am Rübenberge mit Sto als Hersteller für Baustoffe zusammen.

„Nachhaltigkeit im Bauwesen ist eine Herausforderung, der wir uns nur gemeinsam mit unseren Projektpartnern stellen können“, sagt Kay Faulhaber, Meisterbereichsleiter und Prokurist bei temps. Die Idee: Alte und abgebrochene Verbundsysteme werden in entsprechenden Anlagen aufgetrennt. Das enthaltene EPS dient als Brennstoff und lässt sich somit thermisch verwenden. Die Mineralik in Armierungen und Putzen wird jedoch nicht wie bisher in Müllverbrennungsanlagen entsorgt, sondern zerkleinert und für die Herstellung neuer Baustoffe wie Ziegelsteine oder Zement genutzt.

Anputzen des neuen Armierungsgewebes auf der Dämmplatte.(Bild: Henning Scheffen Photography)
Anputzen des neuen Armierungsgewebes auf der Dämmplatte.
(Bild: Henning Scheffen Photography)

Um zu prüfen, ob diese Recyclingmethode auch im Regelbetrieb bundesweit von Zementwerken anwendbar ist, bedarf es einer Menge eben jener Stoffe. Bei einer aktuellen Fassadenerneuerung zweier Hochhäuser im Stadtteil Laatzen durch die Firma temps werden genau diese Stoffe abgetragen. Dadurch wird die gesetzlich vorgeschriebene Sanierung der Hochhäuser Teil eines nachhaltigen Recyclingprozesses, von dem auch die Eigentümergemeinschaft profitiert. Denn die alte Fassade ließ sich nicht nur umweltgerecht, sondern auch kostengünstiger entsorgen.

Recycling Fassade: Kooperation für Nachhaltigkeit

Gemeinsam mit Sto, Experte für Wärmedämmverbundsysteme, und dem IWARU der FH Münster gelingt es, eine funktionierende und nachhaltige ­Methode zu entwickeln, die sowohl CO2- als auch Rohstoffeinsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Müllverbrennungen ermöglicht und zugleich flächendeckend anwendbar ist. „Bei diesem Projekt gehen wir über eine thermische Nutzung hinaus und erreichen eine stoffliche Verwertung. So schließen wir den Materialkreislauf und nutzen das Material nach dem Rückbau der Fassade vollumfänglich“, sagt Dirk Meier-Plate, Regionalleiter Projektmanagement bei Sto.

Die Fassaden der beiden Gebäude in der Karlsruher- und Eichelkampstraße gehören zu den ersten, die auf diese Weise recycelt worden sind. Da die Häuser aus den Anfängen der Wärmedämmverbundsysteme stammen, benötigen sie einen vollständigen Rückbau inklusive Entsorgung der alten Dämmung. Die damit verbundenen Kosten konnten durch das Pilot-Projekt deutlich reduziert werden.

Die temps-Experten Kay Faulhaber, Prokurist und Meisterbereichsleiter, und Uwe Oertelt, Arbeitsgruppenleiter, freuen sich über die gute Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten.(Bild: Henning Scheffen Photography)
Die temps-Experten Kay Faulhaber, Prokurist und Meisterbereichsleiter, und Uwe Oertelt, Arbeitsgruppenleiter, freuen sich über die gute Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten.
(Bild: Henning Scheffen Photography)

Die Fassadensanierung bringt weitere Vorteile mit sich: Neben der Erfüllung aktueller Anforderungen an die Wärmedämmung, trägt das neue ­Erscheinungsbild zur Aufwertung des gesamten Grundstücks bei. „In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit im Bauwesen immer wichtiger wird, zeigen wir mit diesem Projekt, dass es möglich ist, alte Fassaden nicht nur zurückzubauen, sondern sie zu recyceln und so neue Energie und Produkte zu gewinnen“, sagt Kay Faulhaber.

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