Energieeffizienz Optimiertes Lüftungssystem und nachhaltige Mauerziegel für energieeffiziente Gebäude

Ein Gastbeitrag von Peter Gahr 5 min Lesedauer

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Um dem Personalmangel vor Ort entgegenzuwirken, ließ die Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee KG insgesamt 48 möblierte Appartements und 13 Kleinwohnungen auf eigenem Grundstück errichten. Zum Einsatz kamen dabei umweltgerechte Außenwände aus holzfasergefüllten Mauerziegeln von Leipfinger-Bader. In Kombination mit dem darauf abgestimmten Lüftungssystem entstand eine ökologische und wohngesunde Lösung.

(Bild:  Krämmel Unternehmensgruppe)
(Bild: Krämmel Unternehmensgruppe)

Viele Prominente sind am Tegernsee zuhause. Mehr ist zur aktuellen Wohnungssituation am Fuße des Wallbergs nicht zu sagen. Grundstücke sind dort schwer zu bekommen und falls ja, ist die Bieterskala nach oben offen. Das Errichten einer Immobilie mit anschließender Vermietung rechnet sich kaum, zumindest ein Grundstück sollte man bereits sein Eigen nennen. Dementsprechend gibt es kaum Mietwohnungen am und rund um den schönen See im bayerischen Alpenvorland, weil für Einheimische oder dort arbeitende Menschen kaum bezahlbar. Für die Gastronomie und das Hotelgewerbe ist es deshalb auch eine Herausforderung, Personal zu finden, selbst bei überdurchschnittlich hohen Löhnen.

Personalwohnungen erster Klasse

Um für sich und andere ortsansässige Unternehmen langfristig eine Lösung zu schaffen, entschloss sich die Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee KG deshalb auf einem ihrer Grundstücke ein Mehrfamilien- sowie ein Bettenhaus mit Tiefgarage zu errichten. Die Planung einschließlich der kompletten schlüsselfertigen Ausführung übernahm die Krämmel Unternehmensgruppe aus Wolfratshausen, die auf eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Brauhaus zurückblicken kann.

Der zeitliche Rahmen war eng gesetzt: Baubeginn war im März 2022, bezugsfertig waren die Gebäude bereits anderthalb Jahre später. Insgesamt 48 möblierte Einzimmerappartements und 13 Kleinwohnungen vereinfachen die Personalunterbringung seither deutlich.

Regional und topmodern

Beide Bauten sind im typischen Landhausstil der Region gehalten, die Ausstattung und die Bauweise der Gebäude jedoch absolut zeitgemäß. So wurden beide Häuser gemäß KfW-­Effizienzhaus-40 EE-Standard errichtet. Energetische Features sind unter anderem eine knapp 500 Quadratmeter große Photovoltaikfläche auf den Dächern sowie eine Hybrid-Heizungsanlage, bestehend aus einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer modernen Gas-Brennwertheizung. Dabei deckt die Wärmepumpe die Grundlast des Gebäudes ab, die Gas-Brennwertheizung wird bei Bedarf zugeschaltet. Als weitere Energieeinsparmaßnahme wurden ausschließlich effiziente LED-Leuchten verbaut.

Die Außenwände sind mit dem WS08-Silvacor-Mauerziegel von Leipfinger-Bader wärmegedämmt.(Bild:   Christian Tharovsky)
Die Außenwände sind mit dem WS08-Silvacor-Mauerziegel von Leipfinger-Bader wärmegedämmt.
(Bild: Christian Tharovsky)

Wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung der energetischen Vorgaben war auch die Wahl des Wandbaustoffs, bei dem die Planer auf den mit natürlichen Holzfasern verfüllten „WS08 Silvacor“-Mauerziegel von der Firmengruppe Leipfinger-Bader (LB) aus Vatersdorf (Niederbayern) setzten. Eine intelligente Ergänzung zu diesem Wärmedämmziegel bietet der Hersteller mit seinem neuen dezentralen LB-Lüftungssystem mit integrierten Wärmetauschern, das bautechnisch und -physikalisch exakt auf das Ziegelsystem abgestimmt ist. Die holzfasergefüllten Silvacorziegel bilden in Kombination mit den Lüftungsbausteinen die bautechnische Basis für die geforderte energetisch hochwirksame Außenfassade in monolithischer Bauweise.

Standard, der keiner ist

Hochdämmendes Außenmauerwerk wird nach wie vor häufig mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ausgeführt, doch bei privat genutzten, beziehungsweise später nicht veräußerten Gebäuden, sind aufgeklebte EPS-Platten zunehmend seltener zu finden. Hier werden die Investitionskosten den über die Jahre auflaufenden Betriebskosten gegenübergesetzt und die scheinbar günstigere WDVS-Variante erweist sich schnell als eine Kostenfalle. Spätestens bei näherer Betrachtung der wohnbiologischen sowie ökologischen Aspekte hat sich Polystyrol gegenüber den monolithischen Außenwänden endgültig aus der Diskussion verabschiedet. Logische Konsequenz dieser Überlegungen: Die Ziegelbauweise war vom Bauherrn bereits vor der Planung vorgegeben.

Für die Wahl des Wärmedämmziegels WS08 Silvacor ausschlaggebend waren neben herausragenden energetischen Werten besonders auch dessen ökologischer Aufbau ausschlaggebend, vor allem die Verfüllung mit nachwachsenden Nadelholzfasern. Umgangssprachlich wird der Silvacorziegel daher auch als „massiver Holzziegel“ bezeichnet.

Mit natürlichen Holzfasern gefülltes Silvacor-Mauerwerk von Leipfinger-Bader.(Bild:  Leipfinger-Bader)
Mit natürlichen Holzfasern gefülltes Silvacor-Mauerwerk von Leipfinger-Bader.
(Bild: Leipfinger-Bader)

Mit der Zielsetzung einer möglichst großen Nettowohnfläche wurde die Außenwand in einer Ziegelstärke von 425 mm ausgeführt. In Kombination mit einem 30 mm starken Wärmedämmputz sowie einem 15 mm Innenputz erreicht das Außenmauerwerk quasi als Standardausführung einen U-Wert von 0,17 W/(m2K) – ein Wert, der bei dieser Wandstärke durchaus übliche Standards übertrifft. Eine solide ­Basis für das Erreichen des KfW-Effizienzhaus-40 EE-Standards war also bereits mit dieser Wandausführung gelegt.

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Ganz nebenbei werden mit diesem Konstruktionsaufbau auch hervorragende Schallschutzwerte erreicht. Zudem zeichnet sich der Silvacor-Mauerziegel durch eine hohe Druckfestigkeit fk von 2,2 (MN/m2) aus, welche einer Einstufung in die Druckfestigkeitsklasse 6 entspricht.

Beim Lüftungssystem nichts dem Zufall überlassen

Seit Jahrzehnten in der Diskussion: die kontrollierte Be- und Entlüftung, sei es aus bauphysikalischen oder wohnhygienischen Gründen. Ungenügende Stoßlüftungen, Fenster in Dauerkippstellung, Wäscheständer in der Wohnung sind nach wie vor an der Tagesordnung und auch in Zukunft werden die Bewohner nicht zu Bauphysikern oder Bauphysikerinnen mutieren. Dies und die Tatsache, dass bei einer Fensterlüftung Wärmeenergie ungenutzt nach außen geführt wird, zeigen, dass nur eine kontrollierte Be- und Entlüftung bauphysikalisch und energetisch perfekt funktioniert. Im besonderen Maße gilt dies für Einzimmerappartements, die besonders tagsüber häufig „unbewohnt“ sind. Für die beiden Neubauten in Tegernsee drängte sich solch eine Ausführung also förmlich auf. Hierbei die Be- und Entlüftung in die Wand zu integrieren und nicht in das Austausch-Bauelement Fenster, ist ein logischer Ansatz und: Dieses Konzept ließ sich mit dem neuen „LB-Lüftungssystem“ perfekt umsetzen.

Das LB-Lüftungssystem ist unsichtbar in die Wand integriert.(Bild:  Leipfinger-Bader)
Das LB-Lüftungssystem ist unsichtbar in die Wand integriert.
(Bild: Leipfinger-Bader)

Als „System im System“ ist mit den Lüftungselementen von Leipfinger-Bader eine hohe planerische und ausführungstechnische Sicherheit gegeben. Angeboten werden diese Komponenten als Einbaublock sowie Rollladen- oder Raffstorekasten für den Neubau. Für Sanierungen wurde ein auf Kernlochbohrungen abgestimmtes System entwickelt.

Neben der Förderfähigkeit nach KfW-Kriterien überzeugte die Bauherren und Architekten besonders die smarte Luftführung über die Rollladenschlitze.

Lüftungssystem mit Rundum-Sorglos-Paket

„Licht aus, Tür zu und Kopf aus“ – so könnte man die Wohnsituation flapsig umschreiben, die sich den Bewohnern der beiden Neubauten bietet. Alle Einzelzimmerappartements und Wohneinheiten wurden mit einer Rollladenlüftung von Leipfinger-Bader ausgestattet und garantieren sowohl dem Eigentümer als auch dem Bewohner ein Rundum-Sorglos-Paket. Unsichtbar in diesen speziell entwickelten Rollladenkästen integriert sind: ein leistungsstarkes Gebläse, Lüftungskanal sowie Keramikelemente für die Wärmespeicherung. Be- und entlüftet wird durch Änderung der Laufrichtung des Ventilators. Diese so genannte Pendellüftung erfolgt im 90-Sekundentakt. 

Im Abluftbetrieb speichern die im Lüftungskanal integrierten Keramikelemente die in der Abluft enthaltene Wärme zwischen. Im Belüftungsmodus geben sie diese wieder an die Zuluft ab. Gut 90 Prozent der Wärme werden so wiedergewonnen bei minimalem mittleren Stromverbrauch. Mit einem geprüften Schallpegel von nur 31 dB, gemessen im Abstand von 3 Metern, ist das LB-Lüftungssystem das derzeit leiseste zertifizierte Wohnraum-Lüftungsgerät. Alle wichtigen Einstellungen, wie das An- und Ausschalten, die Wahl der Leistungsstufe zwischen Lüftungs- und Wärmerückgewinnungsbetrieb oder dem Feuchtigkeitsgrad, lassen sich über die LB-Steuerung einfach vornehmen.