Mit openBIM realisierte die nesseler Gruppe mit Hauptsitz in Aachen ein Laborgebäude für die Uniklinik Köln. Daniel Simons, Leiter des neuen Fachbereichs BIM Services, erklärt, warum ein Common Data Environment (CDE) wie Catenda Hub bei Projekten wie diesem eine große Hilfe sein kann und dass closedBIM seiner Ansicht nach nicht der richtige Weg ist.
(Bild: nesseler Gruppe)
Nesseler Gruppe: Ein Jahrhundert vollständiger Immobilienlebenszyklus und Pionierarbeit in BIM
Seit mehr als 100 Jahren offeriert die nesseler Gruppe ein ganzheitliches Leistungsportfolio, das den kompletten Lebenszyklus einer Immobilie abdeckt: von der Entwicklung und Vermarktung bis hin zum Planen, Bauen und Betreiben. Die Unternehmensgruppe bündelt Fachkompetenz unter einem Dach und ist Ansprechpartner für Bauherren, Investoren, Immobilieninteressenten sowie bauausführende Unternehmen. Ob Vermarktung, Projektentwicklung und Bauträgerschaft, Bauplanung, Rohbauarbeiten, Produktion von Betonfertigteilen im eigenen Werk, schlüsselfertige Ausführung, Betrieb oder Bauen im Bestand: Die nesseler Gruppe bietet ein vollkommen durchgängiges Leistungsangebot aus einer Hand, ist bundesweit tätig und beschäftigt an den Standorten Aachen, Frankfurt, Essen, Köln und Halle (Saale) rund 500 Mitarbeitende.
Da die Unternehmensgruppe die gesamte Wertschöpfungskette eines Gebäudes bedient, bestand stets ein reges strategisches Interesse daran, dass auch die Projektinformationen durch sämtliche Prozesse laufen und das idealerweise vollkommen durchgängig. Ein Grund, weshalb sich nesseler bereits vor mehr als zwölf Jahren intensiv mit Digitalisierungsthemen und insbesondere auch Building Information Modeling (BIM) auseinandergesetzt hat.
Fachbereich Digitalisierung
Alles begann mit der Einführung einer Autorensoftware und einem Projekt- und Kostenmanagementsystem. Dass digitales Planen, Bauen und Betreiben bis heute im Unternehmen großgeschrieben werden, unterstreicht die eigene Abteilung für die Digitalisierung, BIM Services. Geleitet wird der Unternehmensbereich von Daniel Simons. Der Experte, der schon seit vielen Jahren die Digitalisierungsstrategie der Unternehmensgruppe im Bereich BIM aktiv vorantreibt und 2017 die Ausbildung zum BIM Professional erfolgreich abgeschlossen hat, ist überzeugt, dass zur Umsetzung unbedingt ein eigenes, starkes Team im Unternehmen erforderlich ist und die Entscheidungen, auf welche Weise ein Unternehmen digital plant und baut, immer strategisch und von der Unternehmensführung mitgetragen werden müssen.
So geschehen auch bei openBIM, denn die nesseler Gruppe hat sich für eine Arbeitsweise mit durchweg offenen Formaten entschieden.
„Wir sind auf Datensouveränität angewiesen. Deshalb war etwas anderes als openBIM für uns undenkbar“, betont Daniel Simons. Schließlich sei es entscheidend, auch nach mehr als zehn Jahren noch uneingeschränkt auf die Planungsinformationen zugreifen zu können. „Die Abhängigkeit von einer Software mit closedBIM und das immer wieder mühsame Konvertieren von Informationen aus CAD-Systemen über Zwischenschritte kam für uns nicht in Frage“, resümiert der Abteilungsleiter.
OpenBIM: Weichen für neue Möglichkeiten
Laborgebäude Uniklinik Köln: Die nesseler Gruppe verantwortete die Architektur-Ausführungsplanung sowie die komplexe TGA-Fachplanung, den schlüsselfertigen Rohbau und den Fertigteilbau inklusive Ausbau.
(Bild: nesseler Gruppe)
Eine Vielzahl so genannter Common Data Environments (CDE) wurde innerhalb der Abteilung BIM Services auf Herz und Nieren geprüft. Für Daniel Simons und sein Team war eine Plattform, die durchgängig die Grundlagen für eine saubere und umfassende Projektkommunikation liefert, der Schlüssel. Die Kommunikation in der Planungsphase sei, insbesondere bei Projekten mit 3D-Modellen, das Wichtigste überhaupt, denn sie potenziere sich bei BIM-Projekten im Vergleich zu Planungsprojekten ohne dreidimensionale Modelle. Von hoher Relevanz seien sowohl die reduzierte 2D-Darstellung einzelner Teile des Bauwerks als auch gleichzeitig die konsequente Einbindung aller Aufgabenbereiche in die Plattform. „Catenda bietet die Möglichkeit, alles anzusehen, zurechtzuschneiden und jeder im Team kann sofort nachvollziehen, was wir konkret gemacht, geändert oder angepasst haben. Insbesondere die themenbezogene Kommunikation schätzen wir sehr“, sagt Simons. Dabei lobt er außerdem die durchgängige Integration der Projektinformationen im System: vom Modell über Dokumente bis hin zu zusätzlichen Fachinformationen. Täglich entdeckten er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Möglichkeiten innerhalb von Catenda Hub. „Das Schöne ist: Catenda ist offen. Das Unternehmensmotto ‚The Open Way‘ trifft bei Catenda praktisch überall zu, denn das Unternehmen zeichnet sich durch eine Offenheit gegenüber den Kunden aus, die unsere Unternehmensführung und mich überzeugt hat“, konstatiert Simons. Die Offenheit des Systems eröffnet völlig neue Wege für unternehmensspezifische Workflows und Aufgabenstellungen, die bei nesseler im Team von BIM Services immer wieder umgesetzt werden.
Stand: 16.12.2025
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Open-BIM bei nesseler: Offene Schnittstellen und effiziente Plattformintegration
Ein 3D-Modell mit besonders hohem Detaillierungsgrad diente als Grundlage für Planung und Bau des Laborgebäudes der Uniklinik Köln.
(Bild: nesseler Gruppe)
Technisch schätzen die BIM-Experten bei nesseler vor allem die offene API, die Open-CDE-Schnittstelle, die es erlaubt, Programme wie die Modellprüfungssoftware von Solibri vollkommen durchgängig anzubinden sowie den zugleich leistungsfähigen und einfach zu bedienenden 3D-Modellviewer. Überzeugt hat aber auch das PDF-Tool, denn „BIM-Projekte funktionieren nicht ohne Dokumente. Es ist immer unerlässlich, diese in den BIM-Prozess einzubinden“, wie Daniel Simons verrät. Nur so und nicht anders funktioniere eine reibungslose Kommunikation inklusive der Generierung und Verteilung von Aufgaben. Last but not least sind offene Schnittstellen auch die Grundlage für eine Anbindung an das Management-Informationssystem im Unternehmen. Auf diese Weise sei es möglich, auf eine Vielzahl von Informationen zuzugreifen, die in den Planungen schlummern. „Ein guter BIM-Prozess zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass wir all diese Informationen für uns konkret nutzbar machen“, ist Simons überzeugt.
Damit die Einführung einer CDE-Plattform wie Catenda Hub reibungslos vonstattengehen kann, ist, wie der BIM-Profi verrät, zunächst ein unternehmensübergreifender Standard zu etablieren. Das trifft nicht nur auf CDE-Software zu, sondern auf jede IT-Anwendung für das digitale Planen und Bauen. Speziell für Catenda Hub wurde im Unternehmen ein Musterprojekt realisiert. Gleichzeitig musste vor dem Start der täglichen Arbeit mit der Plattform eine umfassende Berechtigungsstruktur entwickelt und eingerichtet werden. Mit konkreten Rollen für unterschiedliche Aufgabenbereiche, beispielsweise Planer, Projektleiter oder Bauherren. „Damit das gelingt, braucht man Leute, die sich genau damit beschäftigen“, weiß der Experte. „Hier sind wir mit unserem Team BIM Services und der Unterstützung der Geschäftsleitung bestmöglich aufgestellt und können die elementaren Grundlagen für openBIM legen. Steht diese Grundstruktur einmal, ist es besonders einfach, neue Mitarbeitende in das System einzuweisen. Je nach Tätigkeitsbereich sind neue Kollegen oft schon nach rund 30 Minuten Training fit und können sofort mit ihrer Arbeit beginnen. Die Catenda-Plattform rechnet sich auf jeden Fall“, so Daniel Simons.
3D-Modell für das Laborgebäude der Uniklinik Köln. Die Projektbearbeitung erfolgte durchgängig in Catenda Hub.
(Bild: nesseler Gruppe)
Technisch biete Catenda Hub eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, ist der BIM Professional überzeugt. Die Bibliotheken auf der Plattform findet er besonders interessant. „Hier gibt es verschiedene Optionen, die den Anwendern noch viel mehr Komfort im Arbeitsalltag bringen könnten.“ Als Beispiele erwähnt er das Filtern, Darstellen oder Einfärben von Objekten aus den innerhalb der Dokumentation gespeicherten IFC-Dateien. Klassifikationen nach der DIN 276 nennt er außerdem als Idee und vieles mehr.
Laborgebäude mit openBIM
Zu den jüngsten mit Catenda Hub abgewickelten Projekten des Unternehmens zählt der Neubau eines fünfgeschossigen Laborgebäudes für die Uniklinik Köln. In diesem Frühjahr wurde das Bauwerk erfolgreich fertiggestellt. Die nesseler Gruppe verantwortete dabei Architektur sowie die besonders komplexe TGA-Fachplanung und außerdem den schlüsselfertigen Rohbau, Fertigteilbau sowie auch den Ausbau. Ein 3D-Modell mit besonders hohem Detaillierungsgrad diente als Grundlage für Planung und Bau. Zusätzlich wurde ein As-Built-Modell erstellt, das jegliche Informationen für den Gebäudebetrieb und die Wartung beinhaltet.
Mit seiner offenen API bietet die Software eine ideale Option, sich mit dem hauseigenen Qualitätsprüfungssystem der Unternehmensgruppe durchgängig zu verzahnen. Auch die Catenda-Software für den Gebäudebetrieb, Catenda Duo, sei perspektivisch interessant. „Da wir die gesamte Wertschöpfungskette bedienen, streben wir an, auch den Gebäudebetrieb vollständig in unser Digitalisierungskonzept zu integrieren. Natürlich ebenfalls via Open BIM. Gut zu wissen, dass Catenda mit Catenda Duo auch dafür eine Lösung im Angebot hat“, fasst Daniel Simons zusammen.
Der Neubau eines fünfgeschossigen Laborgebäudes für die Uniklinik Köln zählt zu den jüngsten mit der Software Catenda Hub abgewickelten Projekten des Unternehmens.
Daniel Simons Leiter BIM Services bei der nesseler Gruppe.