Re-Use-EPD Maßstäbe für zirkuläres Bauen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 2 min Lesedauer

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Die Lindner Group ist erster Re-Use-EPD-Komplettanbieter im Bereich zirkuläres Bauen für die aufbereiteten Doppelbodenplatten Loop Prime und -Aurum. Beim Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) hat das Unternehmen seine EPD (Umwelt-Produktdeklaration) auf Basis der neuen Re-Use-Regeln erfolgreich verifizieren lassen.

Aufbereitete Doppelbodenplatten Loop aus Calciumsulfat. (Bild:  Walter Luttenberger)
Aufbereitete Doppelbodenplatten Loop aus Calciumsulfat.
(Bild: Walter Luttenberger)

Mit der Wiederverwendung im Sinne von Re-Use ist die erneute Verwendung für den ursprünglich bestimmten Zweck gemeint. Die Methodik zur Erstellung einer Re-Use-EPD orientiert sich grundsätzlich an den Standards für konventionelle EPDs, beinhaltet jedoch spezifische Rechenregeln insbesondere zur Berechnung der Module A1 (Rohstoffversorgung), A2 (Transport) und A3 (Herstellung) in der EPD.

IBU bezeichnet Re-Use als Vorgang, bei dem Produkte oder Komponenten, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, ohne Weiterverarbeitung, aber einschließlich der Vorbereitung für eine weitere Verwendung wiederverwendet werden. Dabei versteht man unter Vorbereitung zur Wiederverwendung, soweit erforderlich, das Prüfen, Reinigen, Lösen von Verbindungen, Beschneiden, Entfernen von Beschichtungen und/oder andere Wiederherstellungsmaßnahmen oder Reparaturen, durch die Produkte oder Komponenten von Produkten, die ihr Lebensende erreicht haben, so vorbereitet werden, dass sie ohne weitere Verarbeitung wiederverwendet werden können.

„Die Wiederverwendung von Bauteilen ist ein zentrales Element der Transformation der Bauwirtschaft. Mit der EPD für aufbereitete Bodenplatten liefert Lindner glaubwürdige und transparente Nachweise für Produkte, die wiederverwendet werden“, so Florian Pronold, Geschäftsführer des IBU.

Rücknahme und Aufbereitung

Die Re-Use-EPD der Lindner Group beschreibt die Umweltauswirkungen der Calciumsulfat-Doppelbodenplatten, die aus Rückbauprojekten stammen, im Werk geprüft, aufbereitet und erneut in den Markt gebracht werden. Je nach Produkttyp umfasst der Prozess eine mechanische Demontage, Qualitätskontrolle sowie das Fräsen und das erneute Kantenband. Die CO2-Einsparung gegenüber einem gleichwertigen Neuprodukt beträgt mehr als 70 Prozent.

„Wir haben das Konzept aus allen Perspektiven geprüft – juristisch, ökobilanziell und wirtschaftlich. Unser Fazit: Es funktioniert. Die Rücknahme und Aufbereitung sind nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für unsere Kunden“, sagt Ralph Peckmann, Leiter Geschäftsbereich Boden in der Lindner Group.

Re-Use-EPD in Revision

Mit der Veröffentlichung der Re-Use-Rechenregeln hat das IBU bereits im Herbst 2023 einen neuen Standard für glaubwürdige Ökobilanzdaten von wiederverwendeten Bauprodukten geschaffen. Aktuell befinden sich die Regeln zur Re-Use-EPD in Revision, um eine noch höhere Qualität zu sichern. Ziel ist es, die tatsächlichen Einsparpotenziale im Lebenszyklus solcher Produkte sichtbar zu machen – von der selektiven Demontage über die Aufbereitung bis zum erneuten Einsatz im Gebäude. Das IBU bestätigt hier nur die Umweltinformationen, keine technischen Werte oder gar die Gewährleistung des Produkts.

Die Re-Use-EPDs sind als PDF auf der IBU-Website veröffentlicht sowie als maschinenlesbare Datensätze in der Datenbank IBU.data verfügbar. Die zugrundeliegenden Rechenregeln können bei der Geschäftsstelle des IBU angefordert werden.

Weitere Informationen: https://ibu-epd.com/veroeffentlichte-epds

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