Auf dem Bau sind meist nur zwei Dinge sicher: es dauert länger und es wird teurer als gedacht. Das liegt nicht immer an unvorhergesehenen Ereignissen, sondern manchmal auch an Planungsfehlern, ineffizienten Prozessen oder mangelnder Transparenz. Die Digitalisierung ist für die Baubranche eine Chance, Datenqualität und Arbeitsabläufe nachhaltig zu verbessern. KI in ERP-Systemen ist dabei Dreh- und Angelpunkt für Data Analytics.
(Bild: COSMO CONSULT-Gruppe)
Bauindustrie kämpft mit Produktivitätsstagnation trotz digitaler Möglichkeiten
Laut einer Langzeitanalyse des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. ist die Produktivität am Bau heute niedriger als in den 1990er-Jahren, kurz nach der Wiedervereinigung. Grund hierfür sind vor allem fehlende Investitionen in effizientere Prozesse. Stattdessen haben die Unternehmen in Rezessionsphasen übermäßig viel Personal abgebaut, um die Lücken beim nächsten Aufschwung schnell zu schließen – zur Not auch mit weniger produktiven Kräften. So hatte man alle Hände voll zu tun, das Tagesgeschäft zu organisieren, während es mit der Digitalisierung nur schleppend voranging.
Angesichts des Fachkräftemangels stößt diese Strategie jedoch an Grenzen. Sinnvoller ist es, mit Prozessoptimierung langfristig mehr Produktivität zu erzielen. Eine wichtige Rolle spielen dabei digitale Technologien.
So lobten in der Studie „Bauindustrie in Krisenzeiten“ der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers kürzlich 72 Prozent der befragten Unternehmen das Potenzial von Cloud-Technologien. Tatsächlich geht es beim digitalen Wandel im Bau jedoch oft um schnelle Problemlösungen. Lassen sich einzelne Prozesse mit einer App effizienter gestalten, ist die Hemmschwelle gering. Doch der Blick fürs große Ganze fehlt häufig. Das Ergebnis ist oft Stückwerk mit begrenztem Produktivitätszuwachs und verteilte Daten, die sich nur schwer oder gar nicht konsolidieren lassen. Transparenz lässt sich so kaum erreichen.
Künstliche Intelligenz unterstützt Anwender in vielen Bereichen der Microsoft Technologieplattform.
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ERP-Systeme im Bauwesen: Brücke zwischen Büro und Baustelle für effiziente Datenverwaltung
Um es vorwegzunehmen: Ein ERP-System ist keine Wundermedizin – und nicht für alle Unternehmen geeignet. So sind etwa kleine Betriebe mit einer Handwerkslösung, ergänzt um zusätzliche Apps, oft besser bedient. Anders sieht es hingegen im gehobenen Segment aus, bei Bauunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden, die größere Projekte mit vielen verschiedenen Gewerken ausführen. Hier helfen ERP-Systeme, Prozesse und Daten zusammenzuführen und den Abstand zwischen Büro und Baustelle zu schließen. Das gilt besonders in der Cloud, wo weder eine eigene Infrastruktur noch aufwendige Zugriffsverfahren erforderlich sind. Statt Lücken mit Microsoft Excel oder kleinen Apps zu füllen, werden mit einem ERP-System durchgängige Strukturen und eine einheitliche Datenhaltung aufgebaut.
Harmonisierte Daten in einer hohen Qualität sind eine wichtige Voraussetzung, um mit Tools wie Microsoft Power BI Baufortschritte zu analysieren oder Prozesse in der Materialbeschaffung in Echtzeit zu verfolgen. Dabei profitieren Unternehmen zum Beispiel von individuellen Dashboards, mit denen Teams die unterschiedlichen Arbeitsbereiche besser im Blick behalten. So bleibt die Bauleitung über den Fortschritt einzelner Gewerke informiert und kann mit wenigen Klicks Details zu einzelnen KPIs abrufen. Gleichzeitig sind hochwertige Daten Arbeitsgrundlage für künstliche Intelligenz. Im Data Analytics-Umfeld hilft sie beispielsweise, Muster und Trends zu erkennen, sodass Bauunternehmen schneller auf negative Entwicklungen reagieren können. Sind alle Daten an einem Ort, ist das auch ein Sicherheitsplus. Sie lassen sich dann viel einfacher verwalten und schützen. Das Risiko, Informationen zu verlieren, sinkt.
KI in ERP Systemen: Türöffner Prozessoptimierung
ERP-Systeme helfen, Fortschritt und Kosten komplexer Bauprojekte im Blick zu behalten.
(Bild: COSMO CONSULT-Gruppe)
Auch wenn die Bauwirtschaft bei der Digitalisierung hinterherhinkt, gibt es in vielen Bereichen durchaus Fortschritte. So ist ein ERP-System durchaus eine Chance, Arbeitsabläufe effizienter und sicherer zu gestalten. Bei den Microsoft 365- und Microsoft Dynamics 365-Produktfamilien hilft dabei sogar KI: So kann der integrierte Microsoft Copilot selbstständig Projektübersichten erstellen oder Aufgaben verteilen. Dass dabei etwas liegenbleibt, muss man nicht befürchten, denn der intelligente Assistent hakt selbstständig nach und überwacht laufend den Projektfortschritt. Während der Copilot besonders bei ad-hoc-Prozessen hilfreich ist, kann man mit Microsoft Power Automate einfach und nachhaltig Prozesse aufbauen, überwachen und optimieren – etwa, wenn es in Teilabschnitten zu Überlastungen kommt. Fachwissen ist hierfür nicht erforderlich. Ein großer Pluspunkt beider Tools liegt darin, dass man damit Menschen auch dann vernetzen kann, wenn sie mit unterschiedlichen Technologien arbeiten, wie etwa mit einem ERP-System und Microsoft Excel.
KI in ERP Systemen: Das richtige System finden
Um die passende ERP-Lösung zu finden, sollten sich Unternehmen zunächst über die Projektziele klar werden. Genügt eine klassische Branchensoftware oder ist ein ERP-System mit Branchenfunktionen der bessere Weg? Besonders wenn vorhandene Apps und Systeme vernetzt werden sollen, sind moderne Plattformen im Vorteil. Sie sind nicht nur leicht erweiterbar, sondern können auch unterschiedlichste Technologien in gemeinsamen Prozessen integrieren.
Stand: 16.12.2025
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Darauf, dass man auch künftig Personal schnell auf und abbauen kann, sollte sich die Baubranche angesichts des Fachkräftemangels besser nicht verlassen. Digitale Prozesse und homogene Daten sorgen aber für mehr Effizienz, zuverlässige Informationen und die nötige Beweglichkeit, um auf neue Marktanforderung flexibel zu reagieren. Baubezogene ERP-Systeme können daher für nachhaltiges Wachstum eine wichtige Rolle spielen – sofern sie auf einer modernen Plattformtechnologie basieren.
Alexander Lang ist Industry Manager Project Business Development bei der auf Digitalisierung spezialisierten COSMO CONSULT-Gruppe. Seit 2011 unterstützt er Unternehmen in der Baubranche bei der Einführung von Ki in ERP-Systemen und ist für die Weiterentwicklung der Branchenlösung COSMO Baugewerbe verantwortlich.