Viele unterschiedliche Gewerke auf der Baustelle machen den Austausch von Informationen komplizierter und störanfälliger. Spätestens bei der Planung der Gebäudeautomation (GA) werden diese Mängel deutlich. Erschwerend kommt hinzu, dass für die GA-Planung dann häufig Zeit und qualifiziertes Personal fehlen. Eine spezialisierte Software gleicht dies aus und ermöglicht eine hochwertige Planung in kürzerer Zeit.
(Bild: Funtap/AdobeStock)
Die Gebäudeautomation (GA) ist längst ein wesentlicher Bestandteil im Bau von gewerblichen und öffentlichen Gebäuden, weil sie durch die zentrale und intelligente Steuerung von Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung und Verschattung einen großen Beitrag zur Energiewende leistet und vor allem auch den Komfort für die Nutzer deutlich erhöht.
Beim Bau neuer Gebäude spielt die GA-Planung bei aller Relevanz aber meist eher eine nachgeordnete Rolle: GA-Planer erhalten relevante Informationen von den vorgelagerten Gewerken oft erst spät und nicht in einer einheitlichen Fachsprache oder in den passenden Formaten; nicht selten fehlen sogar qualifiziertes Personal und ausreichend Zeit für die Planung. Die Konsequenz: Vorhandene Planungen von anderen Gebäuden werden einfach kopiert und lediglich etwas angepasst. Das kann allerdings fatal sein, weil sich die Gebäude und die Anlagen, die verbaut wurden, deutlich voneinander unterscheiden können. „In Deutschland werden 90 Prozent Prototypen gebaut und die Anlagen sind meistens unterschiedlich aufgebaut, somit regelungstechnisch immer wieder anders“, weiß Guido Brück, Geschäftsführer der TRIC GmbH. Das Software-Unternehmen aus Wiesbaden und Tochterfirma der MERViSOFT GmbH hat für die GA-Planung eine Software-Lösung für die herstellerneutrale Planung und genaue Abrechnung von Projekten entwickelt.
GA-Planung im Mittelpunkt
Damit die Gebäudeautomation auch reibungslos funktionieren und ihre Ziele wie Effizienz, Sicherheit und Komfort erfüllen kann, ist es wichtig, der GA-Planung noch mehr Bedeutung beizumessen, damit sie nicht mehr nur das „Schlusslicht“ am Bau ist. „Die GA hängt mit den Infos immer hinten dran – dabei ist sie eigentlich das wichtigste Gewerk, weil sie die Anlagen ja überhaupt erst in Betrieb nimmt“, meint Brück.
GA-Automationsschema in TRIC.
(Bild: TRIC GmbH)
In der Realität arbeiten die Gewerke eher neben- als miteinander, eine gemeinsame Kommunikationsbasis und Schnittstellen zwischen den verwendeten Systemen fehlen. Auch das Verständnis der anderen Gewerke für die Richtlinien, die für die GA-Planung gelten, ist oft nicht gegeben.
Geeignete Software verwenden
Mit einer entsprechenden GA-Software können Fachplaner diese Schwierigkeiten ausgleichen, weil sie die Effizienz von GA-Planungen deutlich steigern kann. Dank Automatisierung und standardisierten, anpassbaren Datensätzen gewinnen Fachplaner Zeit, indem manuelle Arbeitsschritte wegfallen. Die GA-Planungssoftware TRIC beispielsweise verfügt über eine Blockbibliothek mit insgesamt mehr als 75.000 Blöcken und einer Blockautomatik, die den Planern bei neuen Projekten Unterstützung bieten. Wird beispielsweise ein Erhitzer eingeplant, fragt die Software den Nutzer, ob ein Erhitzer konstant oder mengengeregelt geplant werden soll. Bis ins Detail baut sich so eine individuelle Anlage zusammen, die man wiederum als Makroblock zur Blockbibliothek hinzufügen und bei Bedarf wieder verwenden kann.
Abrechnung erleichtern
Musterprojekte und Standard-Automationsschemata kommen ebenfalls zum Tragen. Die vorhandenen Datensätze lassen sich für bestimmte Bauherrn oder Firmen anpassen und so für künftige Projekte wiederverwenden.
Einen deutlichen Zeitvorteil verschafft eine GA-Software auch, indem sie die für die GA-Planung und -Abrechnung notwendigen Funktionslisten vollautomatisch auf Knopfdruck generiert. Werden jedem Feldgerät die Inhalte der GA-Funktionsliste automatisch durch einen angepasst stimmigen Datensatz zugeordnet, entfällt der Arbeitsschritt der Prüfung. Zudem gewährleistet die Software auf diese Weise die Übereinstimmung zwischen Anlagenbild und Funktionsliste und somit auch die Korrektheit der finalen Abrechnung. Die Investition in eine solche Software lohnt sich also und amortisiert sich durch die Zeitersparnis im Laufe von Wochen oder Monaten.
Blockverwaltung in der Software TRIC.
(Bild: TRIC GmbH)
Im Zuge einer GA-Ausführungsplanung ist auch immer ein Leistungsverzeichnis zur Ausschreibung notwendig. Auch hier kann eine entsprechende GA-Software Hilfestellung leisten, indem sie für das Leistungsverzeichnis für jedes Gewerk die einzelnen Feldgeräte, die Datenpunkte und die Funktionen aufführt. So lässt sich ein genaues Angebot bei der Ausschreibung abgeben.
Gängiger Datenexport für optimale GA-Planung
Um die Kommunikation mit allen anderen beteiligten Gewerken und den Auftraggebern zu verbessern bzw. um die Kompatibilität zu gewährleisten, sollte die GA-Software den Datenexport in den gängigen Formaten PDF und XLS ermöglichen. Sämtliche Listen – ob Leistungsverzeichnis, Funktionsliste oder detaillierte Listen zu allen verwendeten Feldgeräten – sollten als XLS-Datei exportierbar sein, damit alle Projektbeteiligten sie problemlos einsehen können. Hilfreich ist aus dem gleichen Grund die Möglichkeit, die Projekte als durchsuchbare PDF-Dateien zu versenden.
Stand: 16.12.2025
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Bei der Wahl der GA-Software ist auch darauf zu achten, dass alle für die GA-Planung notwendigen Richtlinien zu berücksichtigen sind. Relevant sind hier VDI 3814, VDI 3813 und DIN EN ISO 16484. Für Projekte der Bundeswehr ist zudem zwingend auf das Bundeswehrhandbuch und den Zustandsgraphen nach VDI 3814, Blatt 6 zu achten. „Wir haben das in TRIC speziell so umgesetzt, wie es das Bundeswehrhandbuch ausdrücklich vorschreibt“, so Brück. Die TRIC-Software ist auf dem Markt derzeit sogar das einzige Planungstool, das diese Richtlinie berücksichtigt. Für Bundeswehrprojekte ist deshalb sogar vorgeschrieben, nur diese GA-Planungssoftware zu verwenden, um die notwendige Vergleichbarkeit herzustellen.