Wegbereiter für bezahlbaren Wohnraum: Rupp Gebäudedruck, M3DUSA und Sievert drucken ein besonders nachhaltiges Einfamilienhaus bei Neu-Ulm.
Das Einfamilienhaus Calla, ein Entwurf der Rupp Gebäudedruck GmbH, wurde in den vergangenen Wochen im Sendener Ortsteil Witzighausen gedruckt.
(Bild: Rupp Gebäudedruck GmbH)
In Witzighausen im Landkreis Neu-Ulm entstand in den vergangenen Wochen ein einzigartiges Einfamilienhaus aus dem 3D-Drucker, gedruckt mit innovativem, normgerechtem 3D-Recycling-Druckbeton. Für das Vorzeigeprojekt haben sich drei Branchenplayer zusammengeschlossen: der Baustoffhersteller Sievert, der Innovationstreiber und Generalunternehmer RuppGebäudedruck und der Technologiespezialist M3DUSA AG.
Das Einfamilienhaus in Witzighausen wurde mit dem Portaldrucker BOD2 und dem M3DUSA Druckkopf errichtet. Auf diese Weise erbaute Häuser der Rupp Gebäudedruck GmbH erreichen mindestens den KfW 55 Standard.
(Bild: Rupp Gebäudedruck GmbH)
Auf dem neuesten Stand im 3D-Gebäudedruck
„Wir haben in Witzighausen gemeinsam mit unseren Partnern ein absolutes Vorzeigeobjekt realisiert, das in jedem Quadratzentimeter, bei den Baumaterialien, den eingesetzten Technologien und der verbauten Technik so nachhaltig ist, wie es nach dem heutigen Stand im 3D-Gebäudedruck möglich ist. Schnell und hochwertig gebaut, ökonomisch und ökologisch sinnvoll – das war der Wunsch der Bauherrengemeinschaft des neuen Einfamilienhauses“, erklärt Yannick Maciejewski, Gründer und Geschäftsführer der Rupp Gebäudedruck GmbH und der M3DUSA AG, die das Gebäude als Generalunternehmerin realisiert. „Wir wollen, dass Wohnen auch in Zukunft bezahlbar bleibt. Durch den Einsatz innovativer Baustoffe, zum Beispiel aus recyceltem Bauschutt, senken wir die Kosten und tun gleichzeitig etwas für die Umwelt. So etablieren wir den Hausbau als sichere, hochwertige, schnelle, bezahlbare und ökologische Bauweise“.
Hoher Anteil an Recyclingmaterial im Druckbeton
„Witzighausen ist ein herausragendes Wohnbauprojekt, weil es zeigt, wie innovativ, hochwertig und nachhaltig bereits heute 3D-gedruckt werden kann. Hier wurde erstmals ein normgerechter, zirkulärer Werktrockenbeton speziell für den 3D-Extrusionsdruck verwendet. Möglich wurde das Wohnprojekt durch die Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern – gemeinsam arbeiten wir an innovativen Ideen und Lösungen für die Branche“, kommentiert René Grupp, CEO der Sievert SE, die den Druckbeton für das architektonisch anspruchsvolle Haus geliefert hat.
„Wir brauchen dringend mehr Innovationen in der Bau- und Immobilienbranche. Um dies voranzutreiben, forschen wir intensiv an neuen Baustoffen, die nachhaltig, insbesondere kreislauffähig, und gleichzeitig wirtschaftlich sind.“ So enthält der bei diesem Projekt eingesetzte Druckbeton einen hohen Anteil an Sekundärrohstoffen. Gleichzeitig lässt er sich einfach und präzise verarbeiten.
Innovativer Druckkopf senkt Baukosten
Gedruckt wird das Einfamilienhaus mit dem neuartigen Druckkopf von M3DUSA. Der vielseitige 3D-Druckkopf kann sowohl mit konventionellem Beton nach EN 206 als auch mit Recyclingbeton arbeiten. „Diese technologische Pionierleistung unseres Teams markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Bauindustrie. Durch die Nutzung des Potenzials verschiedener Betonarten, einschließlich kostengünstigerer Optionen, werden die Kosten für das Drucken mit Beton drastisch gesenkt“, erklärt Frank Strietzel, Gründer und Senior Vice President der M3DUSA AG.
Der M3DUSA-Druckkopf ist eine technologische Pionierleistung seiner Entwickler. Er ermöglicht den Druck aller Standardbetone, so auch des in Witzighausen eingesetzten normgerechten, zirkulären Werktrockenbetons der Firma Sievert.
(Bild: Rupp Gebäudedruck GmbH)
Einsparungen um das Fünf- bis Zehnfache gegenüber Standarddruckverfahren seien möglich. „Bauen muss bezahlbar bleiben und nachhaltig werden: Gebäudedruck macht es möglich. Mit diesem Projekt können wir zeigen, dass Bauen mit 3D-Gebäudedruck eine echte und langfristig auch preislich attraktive Alternative zu herkömmlichen Bauweisen ist.“
Einfamilienhaus „Calla“ verbindet Recyclingbeton und warmes Holz
Das nachhaltig gebaute Wohnhaus entstammt dem weltweit ersten Katalog für 3D-gedruckte Häuser „Ready2Print“ und umfasst auf zwei Etagen insgesamt 160 Quadratmeter Wohnfläche. Das Haus namens „Calla“ besteht aus zwei ineinander geschobenen, unterschiedlich hohen Kuben. Der größere, eingeschossige Kubus beinhaltet einen offenen Wohnbereich mit Küche, Ess- und Wohnbereich. Der zweite Kubus ist zweigeschossig mit Schlaf- und Arbeitsbereich sowie Bad. Im Erdgeschoss befinden sich ein großes Schlafzimmer mit Ankleide, ein offener Dusch- und Badebereich in geschwungenen, bedruckten Formen sowie ein separates WC. Vom Obergeschoss gelangt man auf die 21 Quadratmeter große Dachterrasse. Im Inneren bilden Türen und Fenster in warmer Holzoptik einen angenehmen Kontrast zur Betonoberfläche der gedruckten Wände.
Für die Bedienung des Druckers ist nur ein Facharbeiter notwendig. Er überwacht den Drucker und justiert das Gerät bei Bedarf am Laptop nach. Yannick Maciejewski, Bauingenieur und CEO der Rupp Gebäudedruck GmbH, nutzt gerne die seltene Gelegenheit, den Drucker auf der Baustelle noch selbst zu steuern.
(Bild: Rupp Gebäudedruck GmbH)
Ob Ein- oder Mehrfamilienhaus, Villa oder Tinyhouse oder ein individuell gestaltetes Haus aus dem Drucker: Eine Übersicht der Modelle und Ideen sowie weitere Informationen zum Druckverfahren finden zukünftige Bauherren unter www.rupp-gebäudedruck.de.
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