Das Badische Staatstheater Karlsruhe ist eines der größten Mehrspartenhäuser in Deutschland. Nach fast 50 Jahren Dauerbetrieb wird der Gebäudekomplex am Ettlinger Tor nun umfassend saniert und erweitert.
Rund um den 32 m hohen Bühnenturm des neuen Schauspielhauses sorgte ein projektspezifisch ausgearbeitetes Traggerüstkonzept für einen effizienten Schalungs- und Gerüsteinsatz.
(Bild: PERI Deutschland)
Um ein Bauprojekt erfolgreich auszuführen und abzuschließen, braucht es ein kompetentes und engagiertes Baustellenteam. Vorteilhaft ist, wenn sich auch die Projektpartner nicht nur als Materiallieferant verstehen, sondern sich mit dem Bauvorhaben identifizieren und vertrauensvoll auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Das Badische Staatstheater Karlsruhe ist mit rund 900 Veranstaltungen pro Spielzeit in vier Spielstätten eines der größten Mehrspartenhäuser in Deutschland. Nach fast 50 Jahren Dauerbetrieb wird der Gebäudekomplex am Ettlinger Tor nun umfassend saniert und erweitert, wesentliche technische Anlagen und eine unzureichende Barrierefreiheit entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Zwischenzeitlich ausgelagerte Spielstätten und Proberäume sollen künftig wieder unter einem Dach vereint werden. Die gesamte Baumaßnahme erfolgt gestaffelt in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Spielbetrieb und wird voraussichtlich 2034 abgeschlossen sein.
Staatstheater Karlsruhe, neues Schauspielhaus: 2 Jahre Bauzeit zum Ersten
Im ersten Bauabschnitt, dem Modul 1, erfolgt derzeit der Bau des neuen Schauspielhauses, westlich angrenzend an das Bestandsgebäude – an der Stelle, wo sich bis 2022 noch die alte Kassenhalle und die Tiefgaragenzufahrt befanden. Zentraler Bestandteil ist der großzügig dimensionierte Bühnenturm des Kleinen Hauses mit etwa 400 Zuschauerplätzen. Um diesen herum sind Probebühnen, Büros, Funktionsräume und der neue Gastronomiebereich angeordnet. Nach rund 2 Jahren Bauzeit hat die ausführende Ed. Züblin AG die Rohbauarbeiten im April 2025 abgeschlossen. Die Inbetriebnahme der neuen Spielstätte ist für 2027 geplant.
Herausforderung hoch 3
Die Herausforderungen sind äußerst vielfältig. Der architektonische Anspruch ist, Neubau und Altbau in Einklang zu bringen. So sind beispielsweise Sichtbetonflächen ein markantes Stilmerkmal des Badischen Staatstheaters. Dementsprechend mussten auch die Wände, Stützen und Decken des Erweiterungsbaus weitestgehend mit Sichtbetonklasse SB4 ausgeführt werden.
Hinzu kommt, dass rund um den 32 m hohen Bühnenturm ein projektspezifisches Traggerüstkonzept zur temporären Lastableitung erforderlich war, da erst mit der Fertigstellung der Turmdach-Attika die volle Eigentragfähigkeit des Bauwerks erreicht werden konnte. Die Frischbetonlasten der jeweils zu betonierenden Geschossdecken mussten mittels Notunterstützung über insgesamt drei darunterliegende Etagen verteilt abgetragen werden. Nicht zuletzt bot das innerstädtische Baufeld nahezu keine Lager- und Montageflächen, die Materialdisposition erforderte somit enge Liefertaktungen.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Abgestimmt auf die hohen Anforderungen der Baustelle unterstützten die Schalungs- und Gerüstspezialisten der Stuttgarter PERI-Niederlassung die Züblin Verantwortlichen. PERI-Projektleiter Erwin Bücheler fungierte hierbei als kompetenter Ansprechpartner für alle technischen, kaufmännischen und logistische Anliegen. „Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, wie Bauleiter Daniel Kumpf und Polier Thomas Rheinschmitt positiv hervorheben. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeitsvorbereitung war ein durchdachtes Gesamtkonzept, welches mit einem effizienten Schalungs- und Gerüsteinsatz die umfangreichen Baustellenanforderungen erfüllen konnte.
Projektspezifisches Traggerüstkonzept
Der 32 m hohe Bühnenturm des neuen Schauspielhauses ist das Pendant zum bestehenden Opernhaus, Alt und Neu zusammengefasst unter einer zeltartigen Dachlandschaft. Das für die Errichtung des Bühnenturms und der angrenzenden Räumlichkeiten samt Zuschauerraum notwendige Traggerüstkonzept stellte einen wesentlichen Bestandteil der PERI-Gesamtlösung dar. Während die Turmwände mithilfe der Maximo Struktur-Rahmenschalung und der Rundflex- Rundschalung auf FB 180 Faltbühnen kontinuierlich nach oben wuchsen, waren bis zur Erreichung der Eigentragfähigkeit des Bauwerks die nach allen vier Seiten offenen Bereiche temporär abzustützen.
Das PERI-Konzept für die aufwändige Lastabtragung im Bauzustand basierte weitestgehend auf dem PERI UP-Gerüstbaukasten. Dieser konnte mittels unterschiedlicher Aufbauvarianten an die entsprechenden Lasten und Unterstützungshöhen angepasst werden. Und diese hatten es in sich: Unterhalb der wandartigen Träger betrugen die Linienlasten bis zu 250 kN/m, unterhalb des 3. OG mussten die Lasten teils über 17,25 m bis in die Bodenplatte des 2. UG abgeleitet werden.
Stand: 16.12.2025
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Hierbei zeigte sich PERI UP mit seinem metrischen 25-cm-Systemraster flexibel: ob als räumlich ausgebildetes Traggerüst, als 10- bis 16-stielige Kraftpakete oder als 4-stielige Schwerlaststützen. Beispielsweise konnten beim „16-Stieler“ die Vertikalstiele mit 25-, 50-, 75- und 150-cm-Horizontalriegeln eng gebündelt, dennoch aber über System-Diagonalen ausgesteift und so an die jeweilige geometrische und statische Anforderung angepasst werden. Oder das Traggerüst wurde mit rucksackartigen Auskragungen erweitert, sodass an den freien Deckenrändern eine sichere Arbeitsebene zur Verfügung stand.
Stützen mit 6-Eck-Querschnitt
PERI UP bot auch als Bewehrungsgerüst beim Schalen der schlanken Sechseckstützen in Kombination mit der Stützen-Sonderschalung eine sichere Baustellenlösung. In Verbindung mit dem integrierten Treppenaufgang ließen sich damit die Schalungen sicher montieren, die Bewehrungskörbe in bis zu 10 m Höhe einbringen und die Stützen betonieren.
Für die als Doppel- oder Einzelstützen herzustellenden Sechseckstützen mit zwei unterschiedlichen Querschnittsabmessungen lieferte der PERI-Sonderschalungsbau projektspezifisch gefertigte Stützenschalungen einsatzfertig auf die Baustelle. Die Schalungseinheiten für die Doppelstützen berücksichtigten den mit nur 20 cm äußerst geringen Abstand zwischen zwei Stahlbetonstützen. Maßgenau zugeschnittene Knaggenkästen wurden dabei werksseitig mit einer Systemschalung kombiniert: teils mit der VARIO GT 24 Säulenschalung, teils mit der Maximo Struktur-Rahmenschalung. Wie auch bei allen Sichtbetonwänden, sorgten 3S-Schalungsplatten für die geforderte SB4-Betonoberfläche.