Imerso und Allplan im Einsatz Digitales Baumanagement erleichtert Bauen im Bestand

Ein Gastbeitrag von Sarah Müller 4 min Lesedauer

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STÄBLEINARCHITEKTEN aus dem baden-württembergischen Warthausen setzen unterschiedliche Softwarelösungen ein, um die zentralen Herausforderungen beim Bauen im Bestand zu lösen. Ihre innovative Strategie optimiert nicht nur die Planungs- und Bauphasen, sondern liefert durch digitales Baumanagement auch präzise As-Built-Dokumentationen vor und nach der Bauausführung. 

(Bild:  Imerso/STÄBLEIN Architekten)
(Bild: Imerso/STÄBLEIN Architekten)

Wie bei vielen Sanierungsprojekten steht auch das Team von STÄBLEINARCHITEKTEN immer wieder vor der Herausforderung, keine genauen und aktuellen Bestandsdaten über den jeweiligen Zustand eines Gebäudes zu haben. Bei einem Pharmaprojekt etwa, waren komplexe technische Modifikationen in sehr hohen Räumen vorzunehmen, ohne den laufenden Betrieb der Produktion zu unterbrechen. In einem Wohnbauprojekt bestand die Herausforderung darin, effiziente Messungen für eine neue Fassade durchzuführen, ohne die Bewohner dabei allzu sehr zu stören und ohne Kosten und Vorlaufzeiten von Gerüsten, Leitern und händischen Aufmaßen zu erzeugen. Ein anderes Projekt wiederum bestand darin, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu dokumentieren und zu sanieren ...

BIM und Punktwolken sind in Imerso direkt verbunden.(Bild:  Imerso/STÄBLEIN Architekten)
BIM und Punktwolken sind in Imerso direkt verbunden.
(Bild: Imerso/STÄBLEIN Architekten)

„Jedes unserer Projekte hat seine eigenen Herausforderungen: von der Erhaltung des kulturellen Erbes bis hin zur Arbeit in einer pharmazeutischen Anlage, in der die Produktion nicht stoppen kann. Die Projekttypen unterscheiden sich zwar stark, doch eine ­exakte Bestandsdokumentation zu erfassen und Modifikationen möglichst präzise und effizient zu planen, bleiben immer gleich“, sagt Ulla Stäblein, Mitinhaberin des Architekturbüros.

Digitales Baumanagement: Nicht nur traditionell

STÄBLEINARCHITEKTEN hat von Anfang auf den Mehrwert des 3D-Laserscannings mit Punktwolken gesetzt, anstatt manuell Messungen in den Bestandsprojekten durchzuführen. „Projektbegehungen zur Erfassung von Messungen und Fotos sind zeitaufwändig und liefern nur eine spärliche und unvollständige Aufzeichnung des Ist-Zustands“, sagt Ulla Stäblein. „Dies gibt kein volles Vertrauen in die Entwürfe, da viele Bereiche möglicherweise nicht genau gemessen wurden und wir nicht wissen, wo die Modelle von der Realität abweichen und wie stark.“ Das Fehlen vollständiger Informationen in der frühen Planungsphase bedeutete zudem, dass während der Bauphase die versteckten Probleme hervorträten und Lösungen nun direkt vor Ort gefunden werden müssten, so Erhard Stäblein als Inhaber von STÄBLEINARCHITEKTEN.

Eine wenig nachhaltige, aber leider allzu häufige Praxis ist, wenn gebaute Elemente wieder zurückgebaut werden müssen, weil sich zu viele versteckte Fehler angesammelt haben. Die ­Suche nach Lösungen in letzter Minute mit unzureichenden Informationen kostet Zeit, Ressourcen und einen hohen Koordinierungsaufwand zwischen den Gewerken. Viele dieser Herausforderungen lassen sich mit moderner Bautechnologie lösen.

3D-Scanning und BIM-Analyse

Die Punktwolken werden automatisch mit Imerso synchronisiert und mit den BIM Modellen abgeglichen. (Bild:  Imerso/STÄBLEIN Architekten)
Die Punktwolken werden automatisch mit Imerso synchronisiert und mit den BIM Modellen abgeglichen.
(Bild: Imerso/STÄBLEIN Architekten)

STÄBLEINARCHITEKTEN haben einen BLK-360-Laserscanner von Leica Geosystems im Einsatz, der direkt mit der Baumanagementsoftware-App von Imerso genutzt werden kann. Mit dem kleinen, handlichen Scanner führt das Stäblein-Team 3D-Vermessungen in ihren Projekten durch und erfasst ­minutenschnell Millionen von millimetergenauen Messungen, ohne externe Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.

Die Punktwolken werden automatisch mit Imerso synchronisiert und mit den BIM-Modellen abgeglichen. Dieser Ansatz ermöglicht die Integration ­präziser As-Built-Informationen bereits in der Entwurfs- und Planungsphase. So lassen sich Unstimmigkeiten zwischen den Modellen und der Realität sofort erkennen und korrigieren. Jetzt lässt sich sicherstellen, dass auch alles wie geplant gebaut werden kann.

Digitales Baumanagement: Modellierung mit Allplan

Für die BIM-Modellierung ist Allplan im Einsatz sowie Bimplus als CDE für eine verbesserte Projektkommunikation und zentrale Datenverwaltung. Beim Erstellen der BIM-Modelle in Allplan nutzt das Team beispielsweise die Genauigkeit der Bestandsdaten in Imerso, um die Detaillierung seiner Modelle zu erhöhen. Dies kann durch einen direkten IFC-Austausch zwischen den Plattformen in beide Richtungen (von Imerso zu Allplan und umgekehrt) erreicht werden. Bei der Kommunikation von Änderungen oder der Meldung von Abweichungen bietet der Datenaustausch via BCF von Imerso einen schnellen Weg zu Bimplus.

Viele Abweichungen sind digital sofort und einfach zu erkennen.(Bild: Imerso/STÄBLEIN Architekten)
Viele Abweichungen sind digital sofort und einfach zu erkennen.
(Bild: Imerso/STÄBLEIN Architekten)

Digitales Baumanagement: Mixed-Reality-Ansicht in Imerso

In der Planungsphase kann das ­Architektenteam mittels Imerso mehrere Entwurfsvarianten daraufhin analysieren, wie gut sich diese in das Gebäude und den bestehenden Kontext einfügen, um dadurch schnell die besten Entwurfsentscheidungen herbeizuführen. „Wir führen die Kollisionsprüfungen zwischen den Plänen in BIM und dem tatsächlichen Ist-Zustand im Voraus digital und online durch, anstatt auf der Baustelle vor Ort überrascht zu werden. Das ermöglicht wesentlich reibungslosere Bauprozesse und reduziert das Risiko kostspieliger Bauüberraschungen“, sagt Erhard Stäblein.

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Sobald die Bauphase beginnt, erfassen die Architekten regelmäßig den Baufortschritt mit dem Laserscanner und überprüfen, ob die Pläne vor Ort umgesetzt wurden. „Durch die Mixed-Reality-Ansicht in Imerso können wir den detaillierten Ist-Zustand des Projekts zusammen mit den BIM-Modellen navigieren und alle Beteiligten auf den gleichen Stand bringen. So sparen wir wiederkehrende Projektbegehungen aufgrund fehlender Messungen und sind in der Lage, wesentlich umfangreichere Kontrollen und Prüfungen im digitalen Zwilling durchzuführen“, sagt Ulla Stäblein.

Die vollständigen 3D Daten ermöglichen uns, selbst ganz versteckte Abweichungen zu erkennen und die Montagegenauigkeit und Maßhaltigkeit der Bauteile vor Ort zu kontrollieren.

„Unser Problemlösungsprozess ist jetzt viel effizienter geworden, da wir alle Kontextinformationen direkt im digitalen Zwilling erkennen und kommunizieren können. Gleichzeitig erfassen wir eine hochgenaue Dokumentation des gesamten Baufortschritts.“